Man muß dem in den vielen anderen Rezensionen Gesagten nicht mehr viel hinzufügen. Vielleicht nur folgendes als Ergänzung:
Ja, es ist schade, dass kein Gershwin, Kern, Rodgers mehr dabei ist. Die Interpretationen des Great American Songbook beherrscht Stacey Kent perfekt, wie sie in allen ihren bisherigen CDs gezeigt hat. Aber die 3 Standards, die dabei sind - unglaublich gut: "Never Let Me Go" - passt perfekt zu ihr; "Hard Hearted Hannah" - eher selten eingespielt, ich kenne eine Version mit Ella Fitzgerald und ja, diese hier kann es durchaus mit Ella's Version aufnehmen; "What a Wonderful World" - seit "Good Morning, Vietnam" unauflösbar mit Louis Armstrong verbunden - auch hier ist die Version von Stacey Kent eigenständig & einfach gut - besteht neben Satchmo.
Der Rest ist entweder irgendwo zwischen Jazz und Pop (alle Tomlinson/Ishiguro-Titel) oder 100% Pop (Serge Gainsbourg, Baden Powell, Stevie Nicks), aber mit einer Einfühlsamkeit und Ausdrucksstärke vorgetragen, da können sich alle Möchtegern-Popdiven nicht nur eine Scheibe, sondern gleich die ganze Wurst abschneiden.
Faszinerend finde ich, wie ihre "Jungmädchenstimme" immer wieder Tiefgang und Feeling findet - da könnte man stundenlang zuhören.
Deshalb finde ich die Frage, ob Jazz- oder Popalbum hier absolut nebensächlich. Hauptsache gut.