Hallo,
auch ich verkneife mir hier einen allgemeinen Kommentar zum Album an sich und jede Art historischer Bewertung.
Auch ich habe nochmal investiert - nur wegen dem Remastering und es ist ganz bestimmt ein 'neuer' Genuss, lohnenswert in jedem Fall.
Die Aussage des Rezensenten-Kollegen ist richtig, schon 'damals' waren sowohl die Breakfast als auch z.B. die Crime aussergewöhnlich gut im originalen Mastering. Hier wieder der Beweis: Was 'damals' schon sehr gut war, läßt sich heute erst recht noch klanglich steigern. Anders rum: Ganz selten gelingt ein wirklich gutes Remastering mit Material welches früher schon schlecht war.
Was hier besonders auffällt: Ich kenne Greg Calbri nicht, nicht seinen Hintergrund etc. Aber ich glaube er kennt jeden Takt dieser Scheibe im Detail; er wußte also ganz genau, wo er beim Remastering ansetzen muss. Anders gesagt, die Scheibe ist eben NICHT nur im Pegel angehoben worden und es wurde NICHT nur ein wenig an den Reglern gedreht um den Klangeindruck zu modernisieren. Vielmehr sind die hohen Frequenzen in dieser Variante deutlich besser rausgearbeitet, Instrument für Instrument, im Keller etwas mehr Punch aber eben NICHT mehr Bums, das gesamte räumliche Spektrum ist breiter OHNE am dabei z.B. an irgendwelchen pseudoakustischen Reglern zu drehen. Ich habe den Eindruck, hier ist Spur für Spur gearbeitet worden. Auch der - zugegeben ursprünglich eh schon leise - analoge Rauschteppich ist nun fast ganz verschwunden. Und nochwas: das Remastering klingt eben NICHT steril, bei aller Perfektion im Detail.
Unterm Strich: Eine klasse Arbeit - Genuss pur.
update: ich bin ja ein Fan dieser Scheibe - also Shm-CD gekauft mit dem Remaster von 2002. Wenn ihr nicht wissen solltet, welche Version ihr kaufen sollt: Mein Urteil ist eindeutig: Spart Euch das Geld für die Shm-CD oder die entsprechende normale CD, greift ruhigen Gewissens zu dieser "Variante". Sie ist präziser abgemischt, bei "Lord Is It Mine" kommt das Klavier nicht so flach an, das klingt runder. Bei "Breakfast In Amerika" sind die Anschläge gleich zu Anfang des Stücks präziser abgebildet um nur einfach nachvollziehbare Beispiele zu liefern.
Anders rum: Wer jetzt nicht der ganz große Fan ist und das 2002er Remaster hat muss nicht unbedingt zu dieser Variante greifen.
Wer noch die Scheibe aus der AM+Serie hat (CD 393 708-2 / AAD) und überlegt: Hier empfehle ich die Anschaffung, da die 2010er-Variante einfach noch den (deutlich) hörbaren Unterschied in Richtung Frische und Detailreichtum bietet. Zudem sind manche analogen Unsauberheiten sehr sauber korrigiert worden.
Gruß, Rounder6