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Breakdowns: Portrait des Künstlers als %@*!
 
 
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Breakdowns: Portrait des Künstlers als %@*! [Gebundene Ausgabe]

Art Spiegelman , Jens Balzer
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 84 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (13. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100768051
  • ISBN-13: 978-3100768056
  • Originaltitel: Breakdowns
  • Größe und/oder Gewicht: 36 x 25,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 461.400 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Art Spiegelman
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Art Spiegelman trägt eine schwere Last. Seine Eltern haben den Holocaust überlebt, sein Bruder nicht. Er, der Nachgeborene, der Amerikaner, konnte weder den Selbstmord seiner Mutter 1968 verhindern noch die Eltern wirklich verstehen. Er hat es versucht, hat "Maus" gezeichnet - und dafür 1992 den Pulitzer-Preis bekommen. Als erster und einziger Comicautor. Doch dies machte das Leben des grüblerischen Zeichners nicht leichter. Im Gegenteil. Wie ein Schatten hängt das persönliche Schicksal über allem, was Spiegelman fortan anfasst. Daran ändert das zu seinem 60. Geburtstag erscheinende "Outbreak - Porträt des Künstlers als junger %@&*!" natürlich überhaupt nichts, ist es doch sowohl eine gezeichnete Autobiografie als eine Faksimile-Sammlung seiner frühen Geschichten. Aber es ist viel mehr als nur ein weiterer Einblick in das Leben des Art Spiegelman. Der neue Teil ist eine hochkomplexe und intelligente Reflexion über Comics und ihre Entwicklung, über ihre Kunst und die verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung, die auch geübte und geschulte Comicleser noch überraschen wird. Der Faksimile-Teil ist lebendige Comicgeschichte, macht Verschollenes zugänglich, liefert Beweise für die Einflüsse der Underground-Comics-Bewegung um Robert Crumb und anderer Zeitgenossen auf den jungen Spiegelman, zeigt aber auch die ästhetische und erzählerische Eigenständigkeit des Ausnahmekünstlers auf. Spiegelman war und ist nichts weniger als ein Genie. (kab)

Kurzbeschreibung

In »Breakdowns« zeichnet Art Spiegelman sein Selbstportrait als junger wilder Mann, der als Kind die bunten Heftchen über alles liebt und ständig Comics zeichnet. In San Francisco entdeckt er den Kreis um Robert Crumb die Subversion eines Genres: Die Underground-Comics lassen den American Dream in sarkastischen Sprechblasen explodieren. Spiegelman wird Dick Tracy und die Katzenjammer Kids auseinandernehmen, von den Kamerafahrten und schnellen Schnitten des Experimentalfilms lernen, bis er schließlich in expressionistischen Schabkartons vom Selbstmord seiner Mutter erzählt. So erlernt er, alles in die kleinen Boxen zu packen und dem Leser Sehfabriken zu schenken, und findet den Erzählrhythmus, mit dem er die Geschichte seiner Eltern, die beide Auschwitz überlebten, aufzeichnen kann: »Maus« entsteht, das Buch, das aus Kult Kunst werden ließ.

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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Bankrott eines Jahrhundertzeichners, 12. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Breakdowns: Portrait des Künstlers als %@*! (Gebundene Ausgabe)
Es hat sich zu einer festen Regel kreativ-künstlerischem Schaffens entwickelt, dass wenn die Ideen ausgehen, man alte Einfälle wieder aufkocht: Ein Musiker, der im "Krea-Tief" steckt, bringt ein Best-Off-Album heraus; ein Schriftsteller, dem nichts mehr einfällt, schreibt über einen Schriftsteller, dem nichts mehr einfällt, eine Sitcom, der die Ideen ausgegangen ist, bringt eine Clipshow-Folge, in der die pfundigsten Ideen und witzigsten Pointen der letzten Staffeln in einer dünnen Rahmenhandlung ohne Sinn und Zusammenhang aneinandergereiht werden. Und ein Comiczeichner?

Es ist immer traurig, wenn ein Künstler nur einmal seine eigene Geschichte in einem Werk verarbeitet, und danach sein ganzes Pulver verschossen hat. Art Spiegelman hat mit seinem Holocaust-Comic MAUS ein Jahrhundertwerk abgeliefert, an das er niemals wieder heranreichen wird. Niemand verlangt von ihm, sich selbst zu übertreffen, aber ein wenig Originalität darf man im Künstlergeschäft doch schon verlangen, denn seitdem Spiegelman diesen Monolith abgelieferte, schien er kaum mehr in der Lage, nachzulegen, ja, schien nicht einmal willens zu sein, sich nocheinmal die Mühe für ein Projekt zu geben, die er noch in seine persönliche Familiensaga investierte.

"Breakdowns" markiert den traurigen Tiefpunkt dieser Schaffenskrise: Zum einen handelt es sich hierbei nicht um ein vollkommen neues Werk, sondern um eine Konvolut von Comicstrips, Zeichnungen und Skizzen, die Spiegelman von den 60ern bis in die 90er Jahre angefertigt hat, zum anderen sind diese ersten künstlerischen Gehversuche von, um es sehr diplomatisch zu formulieren, bescheidenem Anspruch.

Wie immer bei Spiegelman findet sich auch in diesem Band viel Autobiographisches, und, ebenfalls wie immer, markieren diese traditionell Dreibildrigen-Comicstrips in denen der Autor Situationen aus seiner Kindheit zeigt, und das schwierige Verhältnis zu seinen beiden Eltern schildert, den Höhepunkt des Bandes. Hier weiss Spiegelman wovon er redet, hier will er dem Leser etwas mitteilen, und hier kann man einen klaren Bezug herstellen zu dem verträumten Jungen, der sich in Comichefte floh, und dort seine Berufung entdeckte.

Nur leider macht dieses autobiographische Material nur gerade mal ein Siebtel des Gesamtumfangs aus: Den Rest benutzt Spiegelman um Entwürfe und Muster unterzubringen, die scheinbar in seinen Schubladen Staub ansetzten.

Ein ganzseitiger Comicstrip befasst sich mit dem Umzug des Autors in ein einsames Apartment in New York, in dem er sich seinen Depressionen hingibt (eine Pointe gibt es nicht), an anderer Stelle skizziert Spiegelman einen Traum der er hatte, und zieht aus den Bildern (psychologisch wenig überzeugende) Parallelen zum Holocaust; Spiegelmans lustlose Anleitung zum Comic-Zeichnen bietet selbst künstlerisch ambitionierten Lesern nur wenig neue Erkenntnisse (dazu gehört die Feststellung, dass Bilder wie Filmschnitte verschoben und neu eingefügt werden können, so dass man auch Sprechblasen mit neuen Dialogen füllen kann); die Humortheorie des Autors, in der er einen Mann eine ganze Seite lang denselben Satz sagen lässt, um zu verdeutlichen, dass eine Pointe, wenn sie wirken soll, immer kurz und knapp sein muss, geht ebenfalls nicht über das notwendigste hinaus, und selbst den bereits in MAUS veröffentlichten Comic "Gefangener auf dem Höllenplaneten" finden wir nocheinmal vor. Angeblich (so Spiegelman), da dieser Comic nur im Großformat seine volle Wirkung entfaltet - vielleicht aber doch eher um den Band noch um ein paar Seiten aufzublähen. Zum Abschluss gibt es ein mehrere Seiten langes Nachwort des Autors, in dem er seinen Werdegang nocheinmal erzählt - warum, fragt man sich da, hat er nicht noch einmal das Medium bemüht, das ihm angeblich so am Herzen liegt, und weitere autobiographische Comics gezeichnet, anstatt sechs Seiten Fließtext abzuliefern?

Ein früher Entwurf von MAUS gehört neben den autobiographischen Bildserien zum einzig wirklich interessanten, das dieser Band zu bieten hat; als Gesamtwerk kann man ihn aber als unmotivierten Versuch abtun, sich nocheinmal zu Wort zu melden: Nach beinahe achtjähriger Funktstille eine dünne Sammlung halbfertiger und anspruchsloser Comics (einiges davon wie gesagt schon bekannt) in Großformat und Hardcover für einen gesalzenen Preis auf den Markt zu bringen, halte ich für eine künstlerische Bankrotterklärung. Man darf sich ernsthaft fragen, was Spiegelman tatsächlich mit seiner ganzen Zeit anfängt.
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