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Private Dancer war ein nicht planbarer Erfolg, etwas das mit der ganzen Comebackstory drum herum funktionierte und abging wie die vielzitierte Rakete. Etwas ähnliches, ja gleichwertiges kann man nicht kreieren.
Break Every Rule ist anders. Ausgelassen (was oft als oberflächlich ausgelegt wurde), unbeschwert, fast spaßig- und fetzig. Klar ist es Mainstream, klar heulen die Gitarren, stampfen die Beats und jaulen die Synthesizer. Ihm fehlt der Anspruch und die Auflage etwas zu repräsentieren was über Jahre gewachsen ist- Tinas Leben. Genau diesen Part hat Private Danver erfüllt. Davon ist dieses zweite Album befreit, darum haben glatt produzierte Nummern darauf Platz, darum ist es wie es ist- schlecht?
Nein, es ist für jeden etwas dabei. Der Erfolg allein in neun nationalen Märkten innerhalb Europas gleichzeitig Nummer 1 gewesen zu sein spricht für sich. Dass die Gesamtverkäufe nicht ganz an die vielzitierten 10,11 oder 12 Millionen des Vorgängers heranreichen hat vor allem mit dem Kaufverhalten der weißen Amerikaner zu tun- denen fehlt jetzt ein Mythos als Kaufargument.
Typicale Male & What you get is what you see gehen ausgelassen, fast albern, mit den Ansprüchen der Sexkatze Tina an die Männerwelt um. Two People & Girls packen das Liebe- Thema nachdenklicher an. I'll be thunder & Paradise is here sind schöne Ballade, sangestechnisch sauber mit Bauchgefühl vorgetragen. Till the right man comes along verflacht ein bißchen, was Afterglow & Overnight Sensation perfektionieren- einfach belanglos (wo ist der Bus mit den Leuten, die diese Songs interessiert...?). Der Titelsong ist reiner Kommerz zum Mitklatschen- sei's auf den Konzerten oder den Radio Promotions für eben diese Konzerte. Back where you started nimmt für sich in Anspruch biographisch zu sein (ähnlich manchem Song auf Private Dancer)- allerdings wirkt das bemüht arg in diese Richtung getrimmt.
Tina Turner goes Sex, stellt ganz ihre Weiblichkeit in den Dienst der Sache und spielt damit in allen Facetten, die das Album zum Thema zu liefern hat.
"I don't sit at home playing sexy!" sagte Tina einmal über die Erwartung oder Vorstellung die Fans und Presse sich von ihr als Privatmensch machen. Müssen sie ja auch nicht, Madame, reicht ja wenn sie's uns auf der Bühne um die Ohren hauen und das per excellence. Weiter so!
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