SPEX
Die Band »Station 17« ist ein Projekt mit Leuten, die in der ev. Stiftung Alsterdorf Hamburg leben und, wie man hier hören kann, arbeiten. Nach einer beeindruckenden Debütplatte und einer zweiten, die völlig zutreffend »Genau so« hieß (denn genau so muss man das machen, wenn man ganz en passant den Jazz neu erfinden, im übrigen aber vor allem unterhalten und mitreißen will), stürmt man jetzt die Maschinen. Nicht um sie zu zerlegen, mehr in einer Hochstimmung namens Verbrüderung, Verschwisterung, Verwandlung. @Normal:DJ Koze, Cosmic DJ und andere Gastkobolde (darunter im Beiheft aus Bescheidenheit nicht genannte, von mir in meinem Wahn aber mühelos rausgehörte historische Prominenz: Professor Pawlow am Reflexomaten, Noam Chomsky spielt die Tiefengrammatik und Claude Shannon amüsiert uns an der informationstheoretischen Grillengeige) sind bei sowas in ihrem Element, und das nennt sich: »Gute Laune dank überhaupt nicht blöd«. Klingen kann sowas folglich nur fabelhaft. Und zwar durchgängig: vom aufs Eis eines heiter durchsichtigen Beats gelegten belebenden Monolog zum Thema »Zeit« über das unaufmerksame ZuhörerInnen mit trügerischen Plings einspinnende Referat in Sachen Telefonnummern (»Sofortkontakt«), dunkle Knacksvocals in Taka-Duca-Land (»c.b.«), Breitwandwesternmusik (»Down in Colorado«) und ein Exempel der neuen Musikrichtung »Natacha-Atlas-Electro« (»Döner«) bis zum Schluss, einem letzten Besuch im »Technomuseum« nämlich. Für anspruchsvolle HörerInnen, die sich nicht auslachen lassen wollen wg. Verpassens von feinen Platten. ©SPEX