Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Utopie oder Dystopie- was wird aus unserer Zukunft?, 27. September 2006
Nicht viele Bücher, die ein Schüler für den Unterricht lesen und "durchkauen" muss, hauen ihn vom Hocker. Dieses Buch hat mich jedoch positiv überrascht. Es ist anfangs etwas schwierig und gewöhnungsbedürftig- nicht nur wegen der Fremdsprache, sondern wegen der technischen Fachbegriffe- aber wenn man sich eingelesen hat, werden dem Leser eine Fülle von Denkanstößen dargeboten. Wie könnte unsere Welt in 500 Jahren aussehen? Welche Auswirkungen hat der wissenschaftliche Fortschritt? Wie sieht die Gesellschaft aus? Und ist das alles eher schön (Utopie) oder schrecklich (Dystopie)? Huxley versucht darzulegen, dass eine perfekt anmutende Welt in gewisser weise doch nicht das ideale ist. Wieviel Freiheit bleibt einem Menschen, der schon bei der Zellteilung manipuliert und weiterhin auf seine gesellschaftliche Stellung, seinen Beruf, Hobbies etc. maßgeschneidert wird? Er ist vollends glücklich und in "Ordnung", wie seine Umwelt passt er aufs Detail in das Weltbild hinein. Aber er kann nichts dazu beitragen, es beeinflussen oder "gegen den Strom schwimmen"... - Oder doch?
Ein Buch, das in gewisser Weise den Horizont erweitert!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Utopisch?, 4. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Ein Buch, das leider nicht jeder kennt, eigentlich aber jeder kennen sollte. Und - soviel der Vorwegnahme sei mir gestattet - meiner Meinung nach hat der englische Autor Aldous Huxley das größte literarische Werk des nun zu Ende gehenden zwanzigsten Jahrhunderts geschaffen. Dieses Buch ist alles: von anspruchsvollem Stil, tiefgründig, für weitgehende Interpretationen offen, gedanklich anregend, mitreißend, ermahnend, verstörend und nicht zuletzt unterhaltsam. Adäquate Genrebezeichnung für "Brave New World" ist die einer Utopie, allgemein definiert als nach der Lebenserfahrung praktisch nicht umsetzbares territorial isoliertes Staats- bzw. Gesellschaftssystem. Huxley zeichnet in ironisch-heiterem Stil eine Zukunfts- und Schreckensvision, die in der Gegenwart nichts von ihrer Faszination und Bedrohlichkeit eingebüßt, vielmehr hinsichtlich des letztgenannten Kriteriums sogar hinzugewonnen hat. In der schönen neuen Welt ist die Gesellschaft als staatlich oktroyiertes Kastensystem aufgebaut, welches jedoch nicht sozialen, sondern wissenschaftlichen Ursprungs ist: Befruchtung erfolgt künstlich, und die aus den befruchteten Eizellen "gewonnenen" menschlichen Wesen werden durch pränatale Prädestination einer der Kasten zugeordnet, die untereinander nach geistigen und körperlichen Fähigkeiten abgestuft sind. Ein Ausbruch aus diesem System ist dem Individuum wie dem Kollektiv unmöglich, da unerwünscht, weil sich niemand dank seiner Vorbestimmung auch nur vorstellen kann, innerhalb einer anderen Kaste glücklich zu werden. Das letzte Potential emotionaler Instabilität wird durch die Versorgung mit der Syntetikdroge "Soma" im Keim erstickt. Klassische Literatur ist angesichts ihres Gefährungspotentials - schließlich gründet sie auf jenen stabilitätsgefährdenden Emotionen, um deren Abstellung das System um der perfekten Gesellschaft willen bemüht ist - verachtet, Shakespeare und Co. lagern unter Verschluß in Archiven, die von den Führungskräften der elitären alpha-Kaste kontrolliert werden. Doch kommt es bei der Prädestination unvermeidbarerweise zu "Fehlproduktionen" - Individuen, die ihre Menschlichkeit im eigentlichen Wortsinn entdecken, sich jedoch anpassen müssen, da sie angesichts des Unverständnisses ihrer Umgebung andernfalls isoliert wären. Die letzten natürlich gezeugten Menschen finden sich nur in sogenannten "Wildenreservaten". Gerade die Kollision dieser beiden Welten beschreibt Huxley auf atemberaubende Weise, wobei auch sein erdachtes utopisches Staatssystem in seiner Logik absolut lückenlos ist. Ein großes Werk, das Emotionen aller Art hervorruft und den Leser selbst bei wiederholter Lektüre nicht mehr losläßt, ihn vielmehr in seine Welt entführt. Und der Satz des Kritikers B. Russell, "es ist zu wahrscheinlich, um wahr zu werden", gewinnt angesichts der negativen Aspekte der Fortschritte der Genforschung heutzutage stetig an Wahrheitsgehalt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zukunftsbuch, sehr gut geschrieben, 7. Januar 2000
Von Ein Kunde
Das Buch "Brave New World" ist der Zukunftsvision von George Orwell 1984 sehr ähnlich. Der Autor ist Sproß einer britischen Gelehrtenfamilie, sein Halbbruder hat übrigens den Nobelpreis für Medizin erhalten. Das Buch zeigt eine Zukunftsvision auf, die erschreckt, aber mittlerweile (mehrere Jahrzehnte nach Erscheinen) doch einen sehr realistischen Bezug hat. Menschen werden nicht mehr geboren, sondern künstlich erzeugt und dann anschließend konditioniert. Es ist Eugenie pur angesagt, denn die Menschen werden noch vor der Geburt in sechs Klassen, von Alpha bis Eta eingeteilt. Es gibt jedoch noch einige Menschen, die natürlich gezeugt werden und außerhalb der Städte in sogenannten Reservaten leben. Das Buch beschreibt nun die Leben von Henry Marx und Lenina Crown (nicht umsonst sind die Namen übrigens mit kommunistischem Hintergrund gewählt), beide Mitglieder hoher Kasten, die versuchen in dieser Welt, in der alles geplant wird, zurechtzukommen und dabei auch das Leben der „Wilden" entdecken. Ein sehr nachdenkliches Buch, welches einen sehr nahen Bezug zur momentanen Gegenwart hat, in der dank Gentechnologie viele dieser Sachen bereits in Ansätzen möglich sind. Absolut empfehlenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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