Ich versteh einfach nicht, warum es für diese Scheibe bislang noch keine einzige Rezension gibt.
Einige von Euch werden den Namen "Sarah Nixey" vielleicht mit den späten 80ern bzw. den frühen 90ern und der Musikrichtung "Britpop" in Vrbindung bringen.
Nachdem die "Goldenen Zeiten" für Britpop ja mittlerweile definitiv vorbei sind (meine "Sturm-und-Drang-Phase" ist schliesslich auch schon 'ne ganze Zeit her) kann ich das Album von Sarah Nixey nur als absolut empfehlenswerte Weiterentwicklung dieser Misikrichtung empfehlen.
Mir ist keine bekannte Band aus den Hoch-Zeiten des Britpop bekannt, die (falls sie überhapt noch existieren) sich getraut haben, Ihren Sound derart weiterzuentwickeln...i.d.R. hängen Sie ja allesamt Ihren Erfolgen in der Vergangenheit nach.
Nicht so Sarah Nixey: Die Musik ist "britpoptypisch" auf der ziemlich melancholische-düsteren Seite (aber absolut kein depressiver Sound)
Die Musik auf dieser Scheibe wirkt niemals angestrengt oder gekünstelt...ganz so, als ob Sarah Nixey noch nie andere Musik gwmacht hat.
Das Einzige, was m.E. an "Britpop" erinnert, sind die eingängigen Melodien und die typischen Drums und Gitarren (die sich jedoch niemals in den Vordergrund spielen und immer angenehm "im Hintergrund bleiben".
Ansonsten lebt die Musik von einer Vielzahl von Streich-Instrumenten, die sehr gut zu den eher "Jazz-lastigen" Stücken passen.
Auch einen leeren Jazz-Club nach der Sperrstunde kann man sich m.E. gut vorstellen.
Die Musik passt eher zum Ausspannen am Ende eines anstrengensen Tages im Herbst (mit Kopfhörer gehört ist diese Scheibe "ganz grosses Kino") als zu einer Cabrio-Ausfahrt an einem sonnigen Sommertag.
Da Kommt fast so was wie Vorfreude auf den kommenden Herbst/Winter auf.
Die Stimme kommt verdammt erotisch rüber (solch starke Emotionen kenne ich eigentlich nur von Interpretinaus geographisch gesehen "südlicheren Gefilden")...die Scheibe erscheint so, als wäre sie am Ende eines ereignisreichen Tages aufgenommen worden.
Nichtzuletzt ist die Aufnahmequalität der CD m.E. absolut über dem Durchschnitt und alleine schon deshalb die Investition wert.