Nach den sehr bescheidenen Werken der Blaze-Ära "The X-Faktor" und "Virtual XI" hatten viele Fans die Hoffnung aufgegeben, dass Maiden nochmals zu ihrer alten Stärke zurückfinden würde. Die Ankündigung, dass Bruce Dickinson und Adrian Smith wieder einsteigen würden, ließen die Erwartungen natürlich durch die Decke schießen, auch wenn die letzten Werke mit Dickinson auch nicht gerade Klassiker waren. Aber die hohen Erwartungen sollten mit Brave New World eindeutig erfüllt werden und es sollte sich nicht nur als gutes Maiden-Album herausstellen, sondern meiner Meinung nach stellt es das mit beste Werk der Band dar.
Die Zuvor ausgekoppelte Single "The Wicker Man" ist ein Song mit absolutem Ohrwurm-Charakter, was es sehr schwer macht den Song wirklich objektiv zu bewerten.
"Ghost of the Navigator" beweist einem dann aber endgültig, dass man es hier wieder mit einem Maiden-Werk zu tun hat, dass an die alten Tage anknüpfen kann. Ein sehr guter Song, der mit klasse Rhytmus, grandiosem Refrain und genialen Soli glänzen kann.
Der Titelsong "Brave New World" ist ebenfalls ein weiterer Klassiker, der Maiden-untypisch recht düster daherkommt. Auf diesem Studio-Album schon gut, aber etwas kraftlos, entpuppte der Song sich bei Rock in Rio zu einer waren Maiden-Hymne.
"Blood Brothers" ist eine geniale Ballade, die über 7 Minuten geht und keine Sekunde langweilt. Eine wahrlich meisterhafte Komposition.
Die zweite Single "The Mercenary" ist eine eingängie Rocknummer, bei der das Hauptaugenmerk auf dem Refrain liegt.
Dann kommt jedoch das eigentliche Highlight dieses Longplayers, "Dream of Mirrors". Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass dies musikalisch gesehen einer der absolut besten Songs der Band ist. Der Song startet sehr hart, verläuft ruhig weiter und entlädt sich später zu einem Rifffeuerwerk, wie man es seit "Fear of the Dark" nicht mehr gekannt hat. Dieser Song erinnert einen wohl am deutlichsten an die alten 80er zurück, in denen Maiden einen Klassiker nach dem anderen auf die Beine stellte.
"The Fallen Angle" ist ebenfalls eine relativ schlichte Rocknummer mit Blickpunkt auf den Refrain gerichtet. "The Nomad" ist eine epische Nummer, die meiner Meinung nach auch durchaus bei Rock in Rio hätte gespielt werden können.
Die letzten beiden Songs können nicht ganz an die ersten 6 herankommen, sind aber dennoch sehr hörenswert.
Insgesamt lässt sich sagen, dass nach der Reunion Iron Maiden endlich aus ihrem Tief herausgefunden haben un gezeigt haben, dass wohl noch etwas länger mit ihnen zu rechnen sein dürfte. Pflichtkauf für jeden, der auch nur entfernt etwas mit Metal oder Maiden zu tun hat!