Einen Song zu konzipieren, das er direkt in die Seele geht ist nichts außergewöhnliches. Ein ganzes Tragik-Album zu produzieren schon! Ein Musical ohne Schauspiel. Ein Kunstwerk. Brave begeistert durch harmonischste Gitarren-Klänge (Danke Steve R.), einen klasse Keyboardhintergrund, deftige und softe Schlagzeugsequenzen sowie einer Stimme, die man nicht nur hören sondern auch fühlen kann. Den brilliant in Ton gesetzten Bass (Pete Trewavas) nicht zu vergessen. Steve Hogarth hat Marillion in den Neunzigern ein komplettes Sound-Lifting gegenüber Fish gestiftet - zum Glück. Nach dem Pop-Album Holidays in Eden war es an der Zeit, sich nicht auf Songs, die Charts-Flair haben zu konzentrieren, sondern neue Wege einzuschlagen. Meiner Meinung nach ist Marillion das mit brave und afraid of sunlight sehr gut gelungen. Der Bandname wird zwar wahrscheinlich nie wieder in den Charts stehen, jedenfalls nicht in den deutschen, aber wen stört's? Ist halt keine Musik für die Masse, sondern für die Genießer. Eine CD für die Ewigkeit, die man sich getrost 50 mal anhören kann, ohne das sie langweilig wird - und ich meine durchhören. Fazit: Die beste CD in meinem Regal!!!