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Brave New Brain: Geist - Gehirn - Genom
 
 
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Brave New Brain: Geist - Gehirn - Genom [Gebundene Ausgabe]

Nancy C. Andreasen , K. Schwarz , M. Schwarz
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 16,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 430 Seiten
  • Verlag: Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 1 (10. Juli 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3540428410
  • ISBN-13: 978-3540428411
  • Größe und/oder Gewicht: 24,1 x 16,5 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 615.742 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Die Anspielung auf "Brave New World" ist offensichtlich gewollt. Aber den grenzenlosen Fortschrittsglauben und Optimismus, den Aldous Huxley in seinem Klassiker so trefflich ad absurdum führte, vertritt die Autorin selbst von ganzem Herzen! Nancy Andreasen, Neurowissenschaftlerin, Herausgeberin des "American Journal of Psychiatry" und Trägerin der "National Medal of Science", schreibt im Vorwort, ihr Buch handle "von der Erschaffung einer ›schönen, neuen Welt des Gehirns‹ " sowie "davon, wie die mächtigen Werkzeuge der Genetik und der Neurowissenschaften in den kommenden Jahrzehnten vereinigt werden, um gesündere, bessere und schönere Gehirne und Seelen zu schaffen".

Das irritiert. Aber die Verstörung legt sich bald, denn schon im ersten Kapitel nimmt Nancy Andreasen eine Position ein, die das genaue Gegenteil von Schwarz-Weiß-Malerei ist: Die heute noch so beliebten "falschen Gegensätze" wie psychisch gegen somatisch, Geist gegen Gehirn, Gene gegen Umwelt erschweren das Verständnis menschlichen Verhaltens und damit insbesondere auch psychischer Erkrankungen. Ein "Entweder-oder-Muster" hindert uns, die Dinge klar zu sehen und zu begreifen, während uns nur ein "Sowohl-als-auch-Denken" der richtigen Antwort näher bringt. "Der Verzicht auf diese falsche Gegensatzbildung ermöglicht uns ein viel besseres Verständnis davon, wie das Leben tatsächlich funktioniert" (Seite 42).

Im Folgenden schildert die Autorin sehr anschaulich den aktuellen Wissensstand über den Aufbau, die Struktur und die funktionellen Prozesse des menschlichen Gehirns. Man versteht heute das Gehirn nicht mehr als eine Ansammlung unterschiedlicher Zentren für bestimmte Funktionen wie Erinnern, Sprechen und Fühlen. Vielmehr gibt es im Geflecht seiner vielen weit verzweigten Schaltkreise zwar einige quasi-spezialisierte Regionen; aber keine von ihnen ist in der Lage, autonom, ohne gleichzeitige Aktivierung anderer Regionen, eine geistige oder körperliche Aktion durchzuführen. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn auch des Erwachsenen von dynamischer Natur ist. Seine Struktur entwickelt und verändert sich ständig auf Grund physikalischer, chemischer und psychischer Einflüsse - was den medizinischen Eingriff angeht: sowohl durch Psychopharmaka wie durch Psychotherapie.

Ein Kapitel namens "Die Kartographie des Genoms" beschreibt Fortschritte in der Genetik. Die Gene diktieren nicht unserer Schicksal; vielmehr ist ihre Aktivität - die Genexpression - von den Umständen abhängig, denen sie ausgesetzt sind. Die dadurch bedingte Flexibilität ist "der Angelpunkt, an dem wir letztlich die neuen und wirkungsvollen Instrumente der Molekulargenetik und Molekularbiologie ansetzen können, um psychische und andere Erkrankungen zu behandeln und zu verhüten". In dem anschließenden Kapitel "Die Kartographie des denkenden Gehirns" referiert die Autorin die beeindruckenden Erfolge der funktionellen Bildgebung, welche die Beobachtung des lebenden, funktionierenden Gehirns möglich gemacht haben.

Der zweite Hauptteil des Buches ist den "großen" psychiatrischen Erkrankungen gewidmet: der Schizophrenie, den affektiven Störungen, den Demenzen und den Angststörungen. Die Autorin gibt einen anschaulichen und umfassenden Überblick über die Symptomatik, die Fragen nach den Ursachen und zur Psychopharmakotherapie - allerdings ganz und damit einseitig aus der Sicht der biologischen Psychiaterin, auch wenn sie die Möglichkeit psychotherapeutischer Einflussnahmen erwähnt. Dabei wird deutlich, dass der bisherige Nutzen des zuvor dargestellten immensen Forschungsaufwandes für die therapeutische Praxis noch relativ gering ist.

Des ungeachtet lässt Andreasen zum Schluss ihren Fortschrittsoptimismus wieder zu Wort kommen, und das in einer sehr martialischen Sprache: "Wenn wir den Krieg gewinnen wollen, müssen wir wissen, welche Waffen geeignet sind und worauf wir sie richten müssen. Viele Jahre hindurch waren unsere Waffen primitiv: Gewehre, die die Munition streuten, Kanonen, die unpräzise und ungezielt schossen und Pfeile, die zu schwach waren, um das Ziel zu durchbohren … Die Techniken der Molekularbiologie werden uns die Fähigkeit zur präzisen und durchschlagenden Bombardierungen verleihen, während uns unsere Karten des Gehirns die Ziele dafür zeigen."

Wieder einmal - so wie es eigentlich seit hundert Jahren geschieht - wird behauptet, dass wir unmittelbar vor dem großen Durchbruch stünden. Woher die Autorin diesen Optimismus bezieht, wird nicht recht erkennbar. Diesmal soll die nähere Untersuchung der Funktionsweise des Thalamus den Durchbruch zum Verständnis und zur Therapie zum Beispiel der Schizophrenie bringen. Ihre Formulierung ist nicht ohne unfreiwillige Komik: "Irgendwo in diesem kleinen Heuhaufen werden wir wohl die donquichottische Nadel finden, mit der wir einen der größten Giganten der psychischen Erkrankungen niederstrecken können."

Trotz dieser Einschränkungen ist das Buch jedem zu empfehlen, der sich über den aktuellen biologischen Forschungsstand orientieren will. Das Buch ist hervorragend übersetzt und sorgfältig ediert. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen veranschaulichen das Gesagte und geben einen guten Einblick in das Forschungsfeld der Hirnforscher, Neurobiologen und Genetiker. Rezensent: Wilhelm Rotthaus

Pressestimmen

"Nancy Andreasen ist eine der profiliertesten Wissenschaftlerinnen und Herausgeberin des American Journal of Psychiatry. Sie weiß wovon sie schreibt, wenn sie die Erkenntnisfortschritte des vergangenen Jahrzehnts nachzeichnet und aktuelle Querverbindungen und künftige Perspektiven der Neurowissenschaften in Verbindung mit der Erforschung des menschlichen Genoms aufzeigt. Dies ist zweifellos eine faszinierende und komplizierte Materie, die Andreasen hervorragend meistert: Das Buch ist durchweg so geschrieben, dass es für jeden (gebildeten) Laien verständlich ist." (Zeitschrift für Krankenhauspsychiatrie) "Brave New Brain fokussiert auf den Versuch, klinisch beobachtbare psychiatrische Phänomene mit Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen Forschung in Verbindung zu bringen. Das Ergebnis dieses Versuches kann man als rundum gelungen bezeichnen. Hierbei fasziniert insbesondere die Klarheit der Gedankengänge über das gesamte Buch hinweg. Diese werden jedoch nicht in trockener Weise vermittelt, vielmehr erhält der lebendige, teils persönliche Schreibstil die Neugier auf das Folgende beim Lesen ohne Mühe aufrecht. Die Vermittlung der Inhalte hat eher populärwissenschaftlichen Charakter, bewegt sich dabei jedoch auf hohem Niveau. Zusammenfassend ist dieses Buch Psychiatern, Psychotherapeuten, Psychologen und Studenten, insbesondere aber auch Laien, die sich für die Thematik interessieren, nachdrücklich zu empfehlen." (Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie und ihre Grenzgebiete) Pressestimmen zur englischen Ausgabe: "Ich liebe 'Brave New Brain!" Es ist klar verständlich, höchst informativ und vermittelt die aufregenden Ergebnisse der biologischen Psychiatrie, die durch das Genom-Projekt und die bildgebenden Verfahren einen immensen Auftrieb erhalten haben. Nancy Andreasens Buch ist bei weitem das Beste zu diesem Thema. Ein seriöses Werk und eine spannende Lektüre..." (J.L. Rapaport, M.D., National Institute of Mental Health) "Eine frische Brise...Das ist wohl das beste Buch seiner Art, das ich bisher in den Händen hielt." (S.H. Snyder, M.D., Johns Hopkins University, School of Medicine) "Klar und einfühlsam geschrieben, vermittelt dieses Buch eine erfrischende und optimistische Vision für die Zukunft" (Library Journal) "Wir haben das "Goldene Zeitalter der Neurowissenschaften" erreicht, und wenn Sie dieses faszinierende und gut verständliche Buch lesen, wissen Sie warum. Von der Entschlüsselung des Genoms bis hin zur Bildgebung eröffnet sich uns eine neue Welt mit Auswirkungen sowohl auf die Medizin als auch die Philosophie." (Frank Conroy, Autor der Bücher "Body & Soul" und "Alle Zeit der Welt")

In diesem Buch (Mehr dazu)
Einleitungssatz
Menschen sind wundersame, herrliche und schone Geschopfe, wie Miranda in Shakespeares zauberhafter letzter Komodie, Der Sturm, bemerkte. Lesen Sie die erste Seite
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Brave New Brain" ist ein Buch, dessen Anliegen man nur vor dem Hintergrund des amerikanischen Systems der Forschungsförderung verstehen kann: es ist Lesematerial für potenzielle Sponsoren. Diese sollen davon überzeugt werden, dass es Sinn macht, Geld in einen Forschungszweig zu investieren, der die Psychiatrie endgültig vom Ruch der Mysterienkunde befreien und ihr einen Platz in den empirischen Wissenschaften sichern soll.
Dazu versucht sich die Autorin, Nancy Anderson, in einem doppelten Spagat, nämlich erstens Elemente des Unterhaltungsromans mit denen des Wissenschaftsjournalismus zu verbinden, und zweitens eine Brücke zwischen Psychologie, Psychiatrie, Neurobiologie, Neurophysiologie und Gesellschaftswissenschaften zu schlagen.
Trotz dramaturgisch aufgebauter Fallstudien ist das Buch kein Unterhaltungsroman. Ein wissenschaftliches Buch ist "Brave New Brain" aber auch nicht, wie man schon daraus erkennt, dass es keine Literaturliste gibt, ja dass es nicht einmal verwertbare Literaturangaben im Text gibt.
Die Verbindung zwischen den einzelnen Fachgebieten gleicht eher einer Nebeneinanderstellung als einer Synthese. Vielleicht ist ein Grund dafür der, dass bei der Beschreibung der psychiatrischen Fallstudien eine völlig andere, eher romanhafte Sprache benutzt wird, als bei der eher wissenschaftsjournalistisch anmutenden Beschreibung der neurophysiologischen Zusammenhänge, oder bei der Beschreibung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Alles in Allem verbleibt daher ein zwiespältiger Eindruck. Ob durch das Buch einem größeren, gut gebildeten Publikum ein faszinierendes, interdisziplinäres Forschungsgebiet näher gebracht wurde, scheint fragwürdig zu sein. Es ist so, wie die Übersetzer des Buches sagen: es ist ein "spürbar amerikanisches Buch".
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Unser Gehirn ist plastisch: Die Nervenzellen der neuronalen Netzwerke des Gehirns werden immer wieder neu verschaltet, und genau dies könne - so Andreasen - auch im Verlaufe einer erfolgreichen Psychotherapie geschehen aber auch bei einer Pharmakotherapie mancher psychischer Erkrankungen. Pharmakotherapie und Psychotherapie können sich also ergänzen. In der ersten Hälfte ihres Buches gibt die mit vielen Preisen ausgezeichnete amerikanische Psychiaterin eine auch für medizinische Laien verständliche Darstellung der Neurowissenschaften, der Genetik und bildgebender Darstellungen der Hirnfunktion. Im zweiten Teil werden die hauptsächlichen mentalen Störungen beschrieben, die Alzheimer-Erkrankung natürlich mit eingeschlossen. Andreasens Werk ist spannend.Und: Dass die "Neurosciences" und hermeneutische Ansätze der Psychotherapie sich nicht ausschließen, sondern ergänzen können, dürfte eine der vielen Einsichten sein, die man bei der Lektüre dieses Buches gewinnt.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Um es gleich zu Beginn zu sagen, dieses Buch kann Neueinsteiger in die Welt der faszinierenden Gehirnwissenschaft vor einer weiteren Erkundung abschrecken. Denn Nancy Andreasen, eine der führenden amerikanischen Neurowissenschaftlerin, gelingt es nicht, ihr grossen Fachwissen in eine allgemein verständliche Sprache zu verpacken. Aber vielleicht möchte sie dies auch nicht. Und wer zu Büchern des Springer Verlages greift, muss damit rechnen, ein Lehrbuch zu erhalten. Die vielen ergreifenden Fallgeschichten sind zwar anschaulich erzählt, genügen aber nicht, um die komplexen Zusammenhänge zu begreifen. Wer als fortgeschrittener Laie oder psychologischer Sachverständiger wissen möchte, wie psychische Störungen entstehen, welche Auswirkungen sie haben und wo die Wissenschaft bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms steht, wird von Nancy Andreasen auf den neusten Kenntnisstand gebracht.
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