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Die Braut trug schwarz
 
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Die Braut trug schwarz

Jeanne Moreau , Charles Denner    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Jeanne Moreau, Charles Denner, Michel Bouquet, Jean-Claude Brialy, Michael Lonsdale
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.66:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 29. Mai 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 103 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001DETQES
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 14.219 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Als Julie Kohler nach der Hochzeit die Kirche verlässt und sich die Gesellschaft zum Hochzeitsfoto aufstellt, wird ihr Ehemann David an ihrer Seite erschossen. Julie findet heraus, dass eine Gruppe befreundeter Männer im Haus gegenüber mit einem Gewehr spielte und sich der Verantwortung entzog. Nach und nach sucht sie die Männer auf, spielt ihre erotische Anziehungskraft aus und tötet als stilisierter Todesengel jeden der fünf für den Mord Verantwortlichen.

Produktbeschreibungen

Fünf junge Männer treffen sich in einer Wohnung und schlagen die Zeit mit Alkohol und Kartenspiel tot. Aus einer Laune heraus nehmen sie ein Jagdgewehr und zielen auf die gegenüberliegende Kirche. Als ein Brautpaar in diesem Moment aus der Kirche tritt, löst sich ein Schuss und tötet den Bräutigam. Entsetzt ergreifen die fünf Männer die Flucht. Doch die Braut lebt fortan nur noch für ihre Rache. Einige Jahre später gelingt es ihr schließlich, die Männer nach und nach ausfindig

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Kundenrezensionen

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hitchcock Homage 12. Oktober 2010
Format:DVD
Francois Truffeaut war ein großer Fan von Alfred Hitchcock und verstand es perfekt, die besten Elemente des amerikanischen und französischen Kinos miteinander zu verbinden. Am nächsten kam er seinem großen Vorbild sicherlich mit "Die Braut trug schwarz".
Vorab möchte ich bemerken, dass ich den Vergleich mit "Kill Bill" auf dem Cover als Werbung ziemlich unglücklich finde - wer hier einen Film a la Tarantino erwartet, wird entäuscht werden.
"Die Braut trug schwarz" ist ein sorgfältig konstruierter, auf Charakterstudien und vielen Details aufbauernder Film mit viel Dialog, wenig Action und eher behäbigem Tempo. Er ist bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt und wird getragen und zusammengehalten von der fantastischen Darstellung der Julie durch Jeanne Moreau, die sich hier selber übertrifft. Julie ist eine überlegt handelnde Mörderin, die gnadenlos ihren Rachefeldzug durchführt, trotzdem aber nie unsympatisch ist. Überhaupt drängt Truffeaut dem Zuschauer keine moralische Wertung auf. Julies Opfer sind schuldig, sicher - aber sind sie auch schlechte Menschen per se? Ist Julie im Recht? Der Film stimmt nachdenklich, ist aber zugleich auch spannend und unterhaltsam, sofern man sich auf die sich eher langsame Entwicklung der Handlung einlässt. Sehenswert allein schon für die Optik und Jeanne Moreau.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Akamas TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD
"Die Braut trug schwarz" ist im Gegensatz zu anderen Filmen von Truffaut nicht besonders nachdenklich, sondern in erster Linie auf Unterhaltung angelegt. Wer das allerdings akzeptiert, bekommt hier einen unglaublich schön gemachten Film geboten, dessen Einfallsreichtum atemloses Staunen auslöst.

Der Plot ist einfach und schnell erzählt: Julie Kohlers Bräutigam wird am Tag der Hochzeit ermordet. Die junge Frau ist darüber so verzweifelt, dass sie beschließt alles andere aufzugeben und sich nur noch der Rache zu widmen. Der Film zeigt wie sie 5 Männer auf raffinierte Weise in die Falle lockt und kaltblütig tötet. Trotz aller Ermahnungen und Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen, weicht die junge Frau nicht von ihrem Plan ab.

Symbolisch betrachtet kann Julies Mordserie als eine Art Angriff auf die Männerwelt überhaupt interpretiert werden. Ihre Opfer sind alle angeberische Schürzenjäger, die nicht einmal ansatzweise damit rechnen, dass ihnen von einer jungen hübschen Frau Gefahr drohen könnte. Julie bleibt außerdem darauf bedacht, dass Unschuldige nicht in die Sache verstrickt werden und bewahrt sich daher einen gewissen Rest von Moral.

Die Reflexionen über den Sinn/Unsinn von Rache werden in diesen Film allerdings kaum gepflegt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Darstellung der raffinierten Tricks der Mörderin. Truffaut hat sich für diesen Film von Hitchcock inspirieren lassen, wie allgmein bekannt ist. Die Musik, die eine sehr große Rolle in diesem Film spielt, ist von Bernard Hermann, der bei unzähligen Filmen (zB Vertigo) mit Hitchcock gearbeitet hat. Aber Truffaut geht auch noch darüber hinaus und liefert weit mehr als eine bloße Kopie ab. Julies Mordpläne sind mit zahlreichen wunderbaren filmischen Details ausgeschmückt. Das poetische Schweben Julies verlorenen Schales im Wind, die Bilder des Malers von ihr oder der Auftritt als Göttin Diana mit Pfeil und Bogen sind großartige Ideen, die diesen Film so unglaublich eindrücklich machen.

Wer also gerne einen philosophischen Truffaut Film sehen möchte, ist sicherlich mit "Fahrenheit 451" oder "Das grüne Zimmer" besser beraten. Wer sich hingegen auf enorm hohen Niveau unterhalten lassen möchte, möge zu diesem Film greifen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Sie tritt nicht auf, sie erscheint. Wie eine schöne und etwas irreale Frau in ihrem weißen Abendkleid mit Schleier und wehenden Federn, wie eine Frau, die nicht dazuzugehören scheint. Nicht zu dem Anwesen, auf dem sie sich plötzlich befindet, nicht zu der Hochzeitsgesellschaft, auf der sie später ebenso statuarisch-irritierend steht - und nicht zum Leben. Und ist sie, deren Farben Schwarz und Weiß gegen Ende einander wie scharfe Messerstiche durchschneiden und ihre zunehmende Verstörtheit illustrieren, nicht so etwas wie eine Tote? Ja, so drückt sie es in einer Schlüsselszene in einer Beichte aus. Ihr wurde nicht einfach "nur", was tragisch genug wäre, der Bräutigam vor der Kirche erschossen. Sie hatte ihr Leben völlig auf diesen Mann ausgerichtet, der schon eine Sandkastenliebe war. Es hatte nie einen anderen, es hatte nie etwas anderes in ihrem Leben gegeben. Eine typische, alles verschlingende Liebe, typisch für das Melodram wie für Truffaut als Regisseur. Stirbt er, so ist auch sie gestorben. Doch während ihres Sterbens reißt sie die fünf Menschen mit in den Tod, die an einem Fenster gegenüber der Kirche mit einem Gewehr herumgespielt und den tragischen Unfall dann vertuscht hatten. Sie, das ist "die Braut", mit dem sprechenden Namen Mme Colère, aber "die Braut" genügt eigentlich. Ohne einen Bräutigam kann eine Braut nicht sein. Sie versteht das Töten, das Sich-Einschmeicheln in ihre Opfer, deren Gewohnheiten und Vorlieben sie genau studiert hat. Das Töten ist ihr kein Problem, sie müsste nur das Sterben lernen und ist eine tragische Figur, die unter dem Zwang leidet, weiterleben zu müssen. So erklärt sich auch, warum, wie es am Ende heißt, "eine so kluge Frau sich so plump erwischen lässt", um anschließend noch eine Bluttat ohne Chancen auf Entkommen zu begehen. Schließlich war im Frankreich des Jahres 1966 die Todesstrafe noch nicht abgeschafft...

Jeanne Moreau ist der Star des Filmes, ist die Schwarz und Weiß tragende Braut. Obwohl sie nicht die klassische Sexbombenschönheit ist, geht von ihr eine geheimnis- wie machtvolle Aura aus, mit der sie ihre Rache- und Erlösungspläne geschickt vollführen kann. Wobei es ihr der Film aber auch nicht wahnsinnig schwer macht, denn die männlichen Opfer sind eher bemitleidenswerte Jammerlappen ihrer Spezies. Was immerhin perfekt inszeniert ist und gespielt wird, von allen. Während die Braut mit Schwarz und Weiß konnotiert ist, Verletzlichkeit blutrot ist sowie besonders kalte Akte (den fünfjährigen Sohn zu Bett bringen, auf dass er schlafe, wenn der Vater ermordet wird) mit Blau konnotiert sind, zeigen sich Wohnungen der Opfer ab und an einmal fäulnisgelb. Gerade bei Nr. 2, den Truffaut noch mit einer Liebe zum Detail die Glatze mit Handspiegel zukämmen lässt, dass es weh tut. Als Thriller versagt "Die Braut trug Schwarz" damit kläglich: Die Braut hat's leicht, die Opfer sind fast schon Karikaturen von Möchtegerncasanovas, und es gibt zahlreiche ziemlich unwahrscheinliche Begebenheiten (kann man jemanden wirklich in einer Kammer ersticken? Die Kammer ist nicht leergeräumt, hat der Mann nicht einen scharfen Gegenstand, um das Isolierband zu durchschneiden? Dennoch eine sehr beklemmende Szene, wie noch das Licht der letzten Ritzen verlöscht - und eine der Szenen, bei denen am deutlichsten erkennbar ist, dass Tarantinos "Kill Bill" von dem Film inspiriert ist, hier muss man das nur einmal mit Uma Thurman als Braut im Sarg vergleichen). Aber das ist ja auch kein Thriller, sondern eine Tragödie, ein Melodram der obsessiven Liebe, die zum Tod bei Täterin UND Opfern führt. Darin ist der Film hervorragend. Er lebt von Stimmungen statt von Suspense, nicht zuletzt durch die nervöse, typisch synkopische Musik von Hitchcock-Stammkomponist Bernard Hermann. Und psychologisch mag er auch bei der Männerriege bei genauerem Hinsehen gar nicht so daneben sein, wie man meinen könnte. Unsere fünf Opfer haben sich nämlich, wie es heißt, durch zwei "Steckenpferde" zu einer Clique zusammengefunden: Die Jagd und die Frauen. Es sind alles Junggesellen, die dennoch (oder deshalb) von der Jagd auf Frauen besessen sind und sich dabei hoffnungslos vergaloppieren. Merke: Wer sucht, der findet nicht. Sie alle ruhen nicht in sich, stehen unter einem Zwang, der sie vereint, unter dem Zwang, entweder so viele Frauen wie möglich oder überhaupt mal einige wenige Frauen zu "haben". Sie betrachten sie als "Objekte", wie der Maler unter ihnen es nennt. Es ist vermutlich kein Zufall, dass sie beim Herumspielen mit dem Gewehr nicht nur auf den Wetterhahn der Kirche, sondern dass stellvertretend einer "nur mal so" auf die Braut gezielt hat. Spricht man nicht auch von, ähem, einer "großen Kanone"? Und steht - so realistisch dies nun für Eheschließungen sein mag oder nicht - das Weiß der Braut nicht für Jungfräulichkeit? Es ist klar, dass hier Männer die Frau als Objekt sehen, die sie entjungfern wollen. Am Deutlichsten bekommt es der Maler heimgezahlt, der die Braut als Diana, Göttin der Jagd, malt, die ihn natürlich beim Posieren mit dem Pfeil der Jagdgöttin niederstreckt.

"Die Braut trug Schwarz" ist daher ein faszinierendes und stimmiges Drama, trotz diverser Zitate in "Kill Bill" weit mehr als nur Tarantino-Inspirationsquelle, und umgekehrt viel mehr als nur Hitchcock-Reverenz, Truffauts Verehrung für den Meister und Bernard Hermanns Musik hin oder her. Am Rande sei erwähnt, dass der Rezensent Hobby-Mandolinist ist und den leitmotivischen Einsatz eines Vivaldi-Mandolinenkonzerts sehr genossen hat, wenngleich er noch eine Weile leben und leben lassen möchte.
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Mag sein, dass Filme wie "Die Braut trug schwarz" heutzutage nicht mehr gedreht werden - Dank Quentin Tarantino bleiben sie jedoch unvergessen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Oktober 2009 von Peter Michael Fischer
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