Die Geschichte spielt in Palästina 1936 zurzeit der englischen Besatzung.
Usik, genannt der Nichtsnutz, der seine Mutter bei seiner Geburt verloren hat - der Vater starb später-wird von seiner Tante Mirjam in einer jüdischen Enklave aufgezogen. Imri, sein älterer Bruder, hat sich verpflichtet, für die Einwanderung jüdischer Siedler vier Frauen in Europa zum Schein zu heiraten, damit sie in Palästina einwandern können, denn die Engländer haben eine Einreisebeschränkung verhängt.
Usik, der nicht Schreiben lernen will, lebt im Spannungsfeld von Juden und Araber, in dem die ersten Konflikte dadurch entstehen, dass junge Juden die Engländer vertreiben wollen und Waffen verstecken, junge Araber sich gegen die Juden in Banden verbünden.
Als die junge Polin „Anna" als „Scheinbraut" in der Siedlung ankommt, ist Usik zunächst sehr reserviert, aber bald schließt er Anna in sein Herz. Doch Imri hat schon wieder eine neue Braut aus Europa „heimgeführt" und muss sich von Anna scheiden lassen.
Imri hat sich inzwischen in Anna verliebt. Usik, der so stark wie „Johnny Weismuller" aus dem Tarzan-Film sein will, versteckt Waffen und möchte Anna beschützen. Der englische Pilot Major Parker vom Luftwaffenstützpunkt verliebt sich auch in Anna.
Nava Semel schreibt sehr einfühlsam die Lebenswelt in der kleinen Gemeinde der Juden, die täglichen Konflikte, die Bedrohung durch die Besatzung und die immer stärker aufkeimende Angst durch die Faschisten in Europa. Usik, dessen bester Freund Mohammed aus dem palästinensischen Nachbardorf ist, wird immer mehr in eine Auseinandersetzung hinein gezogen, die er gar nicht will. Die Beschreibung der Charaktere gelingt dem Autor besonders gut.
In einer Zeit der brutalen Konflikte zwischen Palästinensern und Juden in Israel ist dieses Buch sehr wichtig, weil es im Mikrokosmos das friedliche Zusammenleben der Menschen schildert, das durch äußere Einflüsse gefährdet wird.
Mirjam Pressler ist eine hervorragende Übersetzung gelungen.