Der schlichte Erzählstil hat mich nicht sofort für Toers Roman eingenommen. Auch das merhfache kommentierende Eingreifen des allwissenden Erzählers in den Handlungsfluss und in die Dialoge empfand ich als eine wenig subtile Methode des Autors, seine Botschaft der Sozialkritik zu vermitteln. Und doch gelingt es ihm, eine Geschichte zu erzählen, die bewegt. Im Mittelpunkt steht ein 14-jähriges Mädchen, das der Leser nicht einmal mit Namen kennenlernt. Herausgerissen aus ihrem Fischerdorf, getrennt von ihrer Familie, lebt sie im Haus eines Bendoro bzw. eines vornehmen Herrn als dessen Frau -- genauer als dessen Probefrau, noch genauer als dessen Konkubine. Sie lernt, dass in diesem Haus Gefühle "eingemauert" werden müssen, dass es hier nicht Gerechtigkeit, sondern lediglich Rechte von Herren und Pflichten von Dienern gibt. Die Sehnsucht nach dem Fischerdorf, dem Wiederentdecken der Vergangenheit wird immer stärker ...