Zugegeben - die Idee war gewagt. Zum einen, weil ich bisher noch keine Erfahrungen mit Epilation (oder Wachs. Oder sonstigen Haarentfernungsmethoden abseits der guten, alten Rasur) hatte. Zum anderen, weil bereits die Farbgebung des Silk-épil 5280 deutlich zu signalisieren schien: "Ich bin nicht für dich gemacht". Aber auch Männer haben ja bekanntlich die ein- oder andere Stelle am Körper, die sie gerne haarloser hätten. Also drauf gepfiffen, bestellt und die Chance genutzt, das Gerät testen zu können. Ich bitte deshalb meine mangelnden Vorkenntnisse und Vergleichsmöglichkeiten zu entschuldigen und meine - im Vergleich zu Damen eher dicken und festen - Haare zu berücksichtigen.
Zunächst zum Lieferumfang und zum Produkt an sich: Mit einer Aufbewahrungstasche, drei Aufsätzen (darunter ein Rasierer/Trimmer, mit dem sich die Haare direkt auf die Richtige Epilierlänge stutzen lassen) sowie einem Kühlhandschuh wirkt das Set gut durchdacht und lässt auf den ersten Blick nichts vermissen. Die Verarbeitung ist zudem sehr "wertig", die Aufsätze rasten fest ein, das Gerät hat ein angenehmes Gewicht, liegt gut in der Hand und fühlt sich nicht "billig" an. Ersteindruck: sehr positiv.
Die erste Enttäuschung kam dann, als ich das Gerät kurz an die Steckdose angeschlossen hatte und mich dann anschließend in Richtung Bad aufmachte. Da ich von meinen bisherigen Rasierern einen Akku gewohnt war, hat es ein bisschen gedauert, bis ich zu der Einsicht kam: Es braucht wohl Strom, damit sich hier was tut. Der fehlende Akku ist zwar zu verschmerzen, jedoch ist das Kabel dann viel zu kurz. Punktabzug.
Beim ersten Anschalten war ich einerseits positiv vom "SmartLight" überrascht, das als integrierte Beleuchtung Sichtbarkeit garantiert und ein weiterer Punkt auf der Liste "durchdachtes Produkt, schön!" ist. Andererseits war ich aber auch negativ überrascht von der hohen Lautstärke, mit der die Pinzetten vor sich hin knatterten. Mit leichter Skepsis setzte ich also den Epilierer an. Gar nicht so schlimm, dachte ich. Dann bekamen die Pinzetten aber tatsächlich Haare zu fassen. Uiuiui - also angenehm geht anders.
Ich habe an dem Abend an verschiedenen Stellen, mit den verschiedenen Aufsätzen und mit beiden Geschwindigkeiten herumexperimentiert - aber weh tat es so oder so. Ich hab jedoch deutlich gespürt, dass die Länge und Dichte der Haare einen starken Einfluss auf den Schmerz haben, weshalb es bei dünneren, weniger dicht gewachsenen Haaren sicher angenehmer ist. Die Wirkung des Massageaufsatzes fand ich schwer abzuschätzen, das Empfinden beeinflusste er jedoch nicht stark. Zudem empfand ich die "gründliche" Stufe als deutlich weniger schmerzhaft.
Natürlich epiliert man ja nicht, weil es sich so toll anfühlt, sondern wegen der Langzeitwirkung. Die war zunächst mal, dass ich zwei Tage lang ziemlich viele rote Punkte an Stelle der Haare hatte. Das ist zum Teil aber sicher auch meiner eigenen Faulheit zuzuschreiben, da ich meine Haut nicht mehr "nachbehandelt" habe. Nach mittlerweile 2 Wochen kann ich aber sagen: Die epilierten Stellen fühle sich noch immer relativ glatt an und die nachgewachsenen Haare pieken deutlich weniger als nach einer Rasur. Das lässt einen dann doch ein bisschen mehr die Zähne zusammenbeißen.
Fazit: Während Epilation sicher nicht meine neue Lieblingsmethode wird, ist der Silk-épil 5280 ein ziemlich gut durchdachtes Produkt mit einem ordentlichen Lieferumfang, der für mich als "Einsteiger" nur wenig vermissen lässt. Dies hat allerdings auch seinen Preis - und dieser ist mit derzeit über 70 Euro definitiv sehr hoch. Für dieses Geld sollte zudem ein Akku eigentlich Pflicht sein. Insofern sollte man sich vor dem Kauf auf jeden Fall noch mit anderen Geräten auseinandersetzen: Zum Ausprobieren gibt es auch günstigere Alternativen, wenn man bereits Erfahrung hat und das Geld für ein gutes Gerät investieren will, lohnt es sich direkt z.B. mit dem 7681 zu vergleichen (5 Aufsätze, voll abwaschbar, beweglicher Kopf und Akku - zudem z.Zt. für 96 ¤ bei Amazon), der damit dem 5280 irgendwie die Daseinsberechtigung raubt. Eigentlich 3.5 - 4 Sterne, der hohe Preis lässt mich jedoch zur 3 tendieren.