...zum Beispiel Musik. Ohne, nein das ginge gar nicht. Zur passenden Stimmung den passenden Silberling zu finden, ist dabei gar nicht so einfach. Zu groß ist das Angebot, als das man noch den Überblick behalten könnte. Das gilt gerade für deutsche Musik. Und ich spreche hier nicht von Schlagern oder der Ballermannparty.
Tele, eine fünfköpfige Band um den Sänger Francesco Wilking, ist zum Beispiel ein Kandidat für anspruchsvolle Musik mit deutschen Texten, die so poetisch wie intelligent gemacht sind. Die Freiburger, die mittlerweile in Berlin leben, haben auf -Wir brauchen nichts- ihre gesamte Bandbreite versammelt. Wenn es um ein schmachtendes Liebeslied geht, das einem die Härchen auf den Armen aufstellt, dann ist Wilking in seinem Element. Der charismatische Sänger, der in seinem Äußeren so fatal an Kurt Cobain erinnert, hat eine Stimme, die man entweder mag oder nicht. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Wer Gefallen daran findet, der wird -Wir brauchen nichts- aus seinem Player nicht wieder heraus bekommen.
-Bye bye Berlin- ist für mich die gelungenste Komposition auf der CD. Ein Wahnsinnstext zu wunderbar melodischer Musik, ein Song, den man nicht mehr aus dem Kopf heraus bekommt. Aber auch -Ein Leben ohne Dich-, -Immer nur Du- oder -So weit weg- sind so gefühlvoll arrangiert, das einem das Herz ganz weit aufgeht. Das Tele auch anders kann zeigen sie in -Frei- oder -Mario-. Das lässt auch eine Spielerei wie das umgedrehte -Unser kleines Haus- verzeihen.
Mein Fazit: Deutsche Musik ist auf dem Weg nach oben. Vielleicht nicht in den meisten Radiosendern, aber in den Köpfen der Menschen. Tele gehört zu den Bands, die diesen Trend positiv unterstützen werden. Wenn sie auf Bosse, Gisbert zu Knyphausen oder Tomte stehen, sollten sie bei Tele unbedingt mal vorbeihören.