Reise Know-How Brasilien von Kai Ferreira und Edlima Schmidt
ist nicht fuer preiswewusste Reisende und jugendliche Traveller
geeignet: Meistens empfehlen die brasilienerfahrenen Autoren
nur teure Hostels und Hotels ab 20 Euro aufwaerts - obwohl es
am Ort schon eine Fuelle an guten Unterkuenften ab 6 Euro
gaebe. Ausserdem sind die Stadtplaene meist nicht sehr
brauchbar. Entweder sie erscheinen zu detailverliebt oder sie
sind zu grob und wichtige Orientierungspunkte fuer Neulinge in
einer Stadt fehlen. Genervt haben aber vor allem die
redundanten Informationen, die den 840-Seiten-Waelzer ziemlich
dick und damit schwer machen. Zum Beispiel fabulieren Ferreira
Schmidt fast die gesamten 15 Seiten ueber die Wasserfaelle bei
Foz de Iguacu ueber "tosende Wassermassen" und "herabbrechende
Wassersaeulen" - was sonst erwartet man bei Wasserfaellen?
Traveller brauchen keine Reisefuehrerepik, sondern Fakten,
Fakten, Fakten.
Auch die Empfehlungspolitik des Guides ist nicht ganz
transparent. So werden absolute Hoehepunkte, wie das sich
enwickelnde Individualreisenden-Pardies Ihla Grande links
liegengelassen, aber das ueberteuerte und vollkommen
touristische Ihla Bela hochgelobt. Das wuenscht man sich von
einem Insider gern andersherum.
Gut hingegen war der Uebersetzungsteil am Ende des Buches, der
dem Reisenden die wichtigsten Worte Portugiesisch an die Hand
gibt. Auch die Fotos haben ueberzeugt. Insgesamt ist das Buch
aber nur als erster Ueberblick zu gebrauchen und allein
aelteren Menschen mit einem dicken Portmonee zu empfehlen. Der
Verlag sollte ernsthaft ueber einen Aufkleber nachdenken, der
die Aufschrift "Nichts fuer Backpacker! Nur fuer Pauschaltouristen geeignet" traegt.