Christoph Rüters Dokumentation erinnert an Thomas Brasch, den Philosophen, Dichter und Filmemacher, dessen Lebensgeschichte wirklich einzigartig ist...
Wer diesen Mann näher kennen lernen konnte, so scheint es, war stets fasziniert von diesem Querdenker. So auch Freund und Regisseur Christoph Rüter, der aus den autobiographischen Aufnahmen, die Brasch von sich selbst gemacht hatte und vielen anderen Materialien ein Erinnerungswerk geschaffen hat. Die Dokumentation vereint eine Unmenge an disparaten Materialien. Abgefilmte Theaterinszenierungen, Dokumentaraufnahmen, Interviews, die Brasch nach seiner Ankunft in der BRD unter anderem mit Günther Grass gegeben hat, aber auch seine Gedichte werden zitiert. Die schiere Flut an Material und die verschiedenen Arten sie unter einen Hut zu bekommen und zu einer kohärenten Geschichte zu formen, ist ein Meisterakt. Dieser gelingt Rüters oft sehr gut.
Trotzdem hat "Brasch - Das Wünschen und das Fürchten" die nötige Stringenz, um dem Menschen Brasch näher zu kommen. Die Aufnahmen des ewig Grübelnden, des alternden Künstlers, sein Berliner Witz und seine Koketterie sind erfrischend. Dass Brasch ein Unikat war, ist sicher. Doch Rüter dokumentiert nicht nur den Menschen, sondern auch ein Stück deutsch-deutscher Geschichte und deren Aufarbeitung.
Fazit:
Ein herausragender Dokumentarfilm über einen ostdeutschen Schriftsteller. Unbedingt zu empfehlen!