Der Autor hat sich hier eines schwierigen Themas angenommen. Zum einen steht in der Fachwelt nach wie vor nicht fest, wer eigentlich für den Brand verantwortlich war, zum anderen war dieser Brand, dem fast die ganze Stadt Rom zum Opfer fiel, kein Spielplatz für Kinder, die Detektiv spielen wollen. Natürlich präsentiert Lenk zum Schluss einen Schuldigen. Nur ist dies natürlich dichterische Fiktion. Auch erleben die Kinder spannende Abenteuer und Verfolgungsjagden und der Leser kann ihre Nachforschungen wegen des Brandstifters mit verfolgen. Dabei erlebt man die Katastrophe, welche sich in der antiken Großstadt gerade abspielt, nicht immer mit. Zwar geht der Autor in Ansätzen auf die obdachlosen Massen und ihre Unterbringung in Notunterkünften ein, zeigt, dass sicher auch Plünderungen an der Tagesordnung waren und das Leben alles andere als normal in der brennenden Stadt verlief. Aber zu oft sind dies immer nur Randnotizen, welche während der Erzählung dann meist keine große Rolle spielen. So bekommt der Leser eher einen Überblick über den allgemeinen Ablauf des Brandes und die vielen Theorien, welche darüber existieren. Ebenso kommt es zu Begegnungen mit einigen historisch belegten Personen, die aber ebenfalls oberflächlich bleiben müssen. In Ansätzen erfährt der Leser zum Beispiel von der Launenhaftigkeit des Imperators, die oft in übertriebene Grausamkeit mündete. So erleben die Kinder einige aufregende Tage im antiken Rom, die jedoch sehr kritisch zu betrachten sind. In diesem Band für Leser ab neun Jahren steht eher das Abenteuer im Vordergrund als das wirkliche Leben in einer brennenden Stadt.
Fazit: Der Brand des antiken Roms - eine Katastrophe, deren Ursprung wohl auch nicht von den Zeitdetektiven aufgedeckt werden kann.