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Brandstätten: Der Anblick des Bombenkriegs
 
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Brandstätten: Der Anblick des Bombenkriegs (Gebundene Ausgabe)

von Jörg Friedrich (Autor)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 239 Seiten
  • Verlag: Propyläen; Auflage: 1 (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3549072007
  • ISBN-13: 978-3549072004
  • Größe und/oder Gewicht: 28,4 x 23,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 204.793 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Den Anblick des Bombenkrieges im Zweiten Weltkrieg in einem Bildband zu dokumentieren, dürfte nicht allzu schwer sein. Möchte man jedenfalls meinen. Foto- und Filmmaterial aus der Zeit ist ja für gewöhnlich genügend vorhanden. Doch so einfach ist die Sache offenbar nicht. Vor allem nicht, wenn man wie der Berliner Historiker Jörg Friedrich an einen Bestseller anknüpfen will und den Anspruch hat, nie Dagewesenes präsentieren zu wollen. Aber ob im Kino digital animiert oder im Fernsehen in Farbe, an Eindrücken von Kriegsgräueln herrscht in unserer medialen Welt ja kein Mangel. Sie sind inzwischen so selbstverständlich geworden, dass man schon fast enttäuscht ist, wenn bei Direktübertragungen aus Bagdad im Bombenhagel nur diffuses grünes Leuchten und ein paar Blitze zu sehen sind.

Live-Bilder vom Kampf ums Überleben, von der Panik in den Bunkern oder gar vom Ringen der Verschütteten nach Sauerstoff sind rar. Gott sei Dank! Die Betroffenen haben im Angesicht des Todes offenbar Wichtigeres zu tun, als mit einer Kamera zu hantieren. Dass dies in einer Zeit, in der obendrein handliche Fotoapparate nicht gerade zur alltäglichen Standardausrüstung gehörten, nicht anderes gewesen sein kann, liegt auf der Hand. Abgesehen davon, dass das nationalsozialistische Regime nicht zuletzt aus Sorge vor Defätismus zeitweise sogar ein Fotografieverbot verhängt hatte.

"Ich habe nach Bildern gesucht, die erzählen, was Worterzählungen übersteigt", schreibt Jörg Friedrich im Geleitwort zu seiner Bild-Text-Montage Brandstätten, die als Ergänzung seiner viel beachteten und kontrovers diskutierten Abhandlung Der Brand gedacht ist. Doch obwohl er eine Fülle bislang unveröffentlichten Materials enthalten soll, findet der zeitgeschichtlich Interessierte wenig, was ihm hauptsächlich aus Dokumentarfilmen über den Luftkrieg nicht schon präsent ist. Vielen der ausgewählten Fotos sieht man zudem an, dass sie ausschließlich zu speziellen beruflichen Zwecken geschossen wurden.

Dies soll aber nicht bedeuten, dass der sparsam und eigenwillig kommentierte Band nicht eine Empfehlung verdient hätte. Eindrucksvoll genug ist er trotz allem. Mitunter sogar bis an den Rand des Erträglichen, was sogar zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Autor und Verlag über "die Grenzen des Darstellbaren von Köperzerstörung" geführt zu haben scheint. Aber um mit Susan Sontag zu sprechen: "Wer den Fortbestand der Erinnerung sichern will, der hat es unweigerlich mit der Aufgabe zu tun, die Erinnerung ständig zu erneuern, ständig neue Erinnerungen zu schaffen -- vor allem mit eindringlichen Fotos." --Roland Detsch



Kurzbeschreibung

Seit dem überwältigenden Erfolg von Jörg Friedrichs Der Brand spricht Deutschland über den Bombenkrieg. Die jahrzehntelange Verdrängung dieses traumatischen Erlebnisses betraf auch die umfangreichen Bildbestände, die in den städtischen Archiven ruhen. Friedrich entreisst sie mit diesem bewegenden Bildband dem Vergessen. Die völlig unbekannten Fotos erzählen die Geschichte vom Untergang der Städte, von Angst und Schrecken der Bombardierten und vom Überleben der Davongekommenen.

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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Bewegend, aber dennoch niemals anklagend, 28. März 2004
Von Ein Kunde
Nach dem Erfolg seines Buches „Der Brand", legt Jörg Friedrich nun diesen Bildband, mit zuvor noch nie gezeigten Aufnahmen nach. Anfangs überkamen mich Zweifel dieses Buch zu kaufen, denn ein Bildband kann nie den aufklärerischen Hintergrund annehmen wie ein geschriebenes Buch. Zum Glück habe ich mich für dieses Buch entschieden, denn dafür sprechen einige Gründe: Das Buch zeigt durchgängig zum Teil großformatige, qualitativ hochwertige Schwarzweißaufnahmen, die geschickt einen Bogen spannen von der Vorkriegssituation über den Angriff der Alliierten Kräfte, Abwehr, Zuflucht, Bergung und Versorgung der Opfer sowie dem Leben in Trümmern. Das Buch wird ergänzt durch eloquent geschriebene Anmerkungen und Zitate unmittelbar Betroffener und Augenzeugen der damailigen Zeit, die die Aussage der Bilder unterstreichen. Manche Bilder (etwa von Brandopfern) sind sicherlich hart an der Schmerzgrenze, doch Friedrich überläßt es dem Betrachter selbst sich ein Urteil darüber zu bilden. Dem Buch kommt zu Gute, das es niemals anklagend erscheint und behutsam an die Thematik herangeht. Was bleibt also zu sagen ? Das Buch hat 5 Sterne verdient, dennoch bleibt festzuhalten: es eignet sich nicht nur als ein einzeln zu betrachtendes Werk, sondern sollte als Ergänzung zu dem Buch „Der Brand" angesehen werden. „Brandstätten" zeigt nicht nur das Elend der Opfer sondern auch den Verlust von „Kultur", in Form zerstörter Baukunst und die seelenlose Neugestaltung einzelner Plätze/Städte in der Nachkriegszeit. Um es mit einem Zitat aus dem Buch zu sagen: „Der Bombenkrieg ist wie der umgedrehte Schöpfungsakt. Die Finsternis bewahrt Crews und Bodenbewohner, das Licht löscht sie aus"
Der Bombenkrieg ist ein Teil der deutschen Geschichte, der nicht verdrängt oder in Vergessenheit geraten sollte. Mit diesem Buch bekommt er ein Gesicht. Einen Kauf kann ich daher nur empfehlen.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen verständigungsbrücke zwischen den generationen, 15. Januar 2004
Von FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
ich weiß nicht, warum mich der traurige blick der elefantenmutter im bombardierten berliner zoo auf ihr totes kind so besonders rührte - vielleicht, weil ich immer im kopf mit mir herumtrage die bemerkung gorkis: "nach manchem gespräch mit einem menschen hat man das verlangen, einen hund zu streicheln, einem affen zuzunicken oder vor einem elefanten den hut zu ziehen." nach dem anblick dieser fotodokumentation hat man den wunsch, das gedächtnis von goldfischen (3 sekunden) oder maulwürfen zu haben, nicht aber das eines elefanten. im klappentext des buches findet man unter anderem die passage: gezeigt wird "... die infame regie der NSDAP, die den entronnenen gulaschkanonen, den toten staatsbegräbnisse und den kapitulanten das schafott bereitete." den sehr aufschlussreichen fotos (als später geborenem war mir unvertraut das bild von runenflaggen bei totenfeiern, von bunker-ordnungen etc.) sind in diesem sinne gleichermaßen nachdenklich machende text-fragmente beigegeben: "...gespräche, die störend wirken, d. h. miesmachereien, meckereien u.s.w. werden nicht geduldet, sonst wird die karte entzogen..." [sie berechtigte zur bunkerbenutzung]; oder aus den "zehn grundgedanken über die aufgaben der stadtverwaltung im großschadensfall" [stuttgart]: "ausgabe von nummern zur geordneten abwicklung der geschäfte (z.b. feststellungsverfahren für mobiliarschäden); mit schreiern möglichst in nebenräumen verhandeln..." etc. auch aufschlussreiches text-material der nicht-deutschen seite ist zu finden: "untersuchungen legen nahe, dass die zerstörung des hauses die schädlichste moralische wirkung zeitigt. den leuten geht das näher als die tötung ihrer freunde, ja selbst der verwandten." [aus dem papier des wissenschaftsberaters churchills, lord cherwell, zur taktik des DE-HOUSING, 1942]. die betrachtung der bilder legt nahe, dass cherwell wohl leider recht gehabt hat, aber ob das moralisch war? den hebel bei der zivilbevölkerung anzusetzen? "teuer sind grabstein, gitter und grund / und die toten würden noch fluchen / füllte nicht erde den zahnlosen mund" - zitiert jörg friedrich und sein team den lyriker peter huchel. die bilder überlassen dem betrachter, was er am meisten verflucht: die prächtigen vorkriegs-aufmärsche der nazis, die in penibelster ordnung befindlichen deutschen bombendepots zu kriegsbeginn, die bald herandröhnenden B 24-LIBERATOR-bomberflotten, die leichenberge in dresden gegen kriegsende - oder die öden wiederaufbauten im nachkriegsdeutschland in sorgsam gegenübergestellten gestern-heute-fotos; eigentlich sollte solch ein buch in keinem haushalt fehlen - als kleines gegenmittel gegen die schiere spaßgesellschaft, - und als hilfreiche verständigungsbrücke zwischen den generationen...
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Bilderbuch mit viel Text - gute Aufbereitung, 1. November 2003
Von F. Roland A. Richter (Wiesbaden, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vorab: wer den "Brand" gelesen hat oder Zeitzeuge ist, braucht diesen Band nicht. Ein Grund, weshalb es nicht die volle Punktzahl gab.

Jörg Friedrich hat Bilder aus Städten der heutigen Bundesrepublik zusammengetragen, die nach dem Motto "vorher/dabei/später" das Ausmaß der Zerstörung und das Leiden der betroffenen Menschen deutlich werden lassen. Wurden Breslau, Königsberg, Wien oder andere Städte nicht bombadiert? Der zweite Grund, nicht die volle Punktzahl zu geben.

Friedrich kam es nicht auf die lückenlose Dokumentation des Bombenkrieges an, sondern er wollte durch die Bild-Text Montage das Leiden der Menschen in dieser Zeit und auch das Verhalten der NSDAP-Oberen deutlich werden lassen. Das ist ihm zu einem guten Teil auch gelungen.

Wer sich zu diesem Thema mit Bildmaterial beschäftigen will, dem kann zum Kauf dieses Bandes geraten werden. Es mag sein, daß diese Photos bis jetzt unveröffentlicht waren. Wirklich neu sind derartige Bilder aus deutschen Städten aber nicht. Ein dritter Grund, nicht die volle Punktzahl zu geben.

Für Leute, die sich erstmals mit dem Thema befassung und die nicht unbedingt auf Bildmaterial angewiesen sind, finde ich das Vorläuferbuch "Der Brand" geeigneter. Etwas drängt sich der Verdacht auf, daß der Verlag an dessen wirtschaftlichen Erfolg anknüpfen wollte.

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4.0 von 5 Sternen schauerlich schön
ein buch,dass nur zu empfehlen ist,zeigt es doch auszüge der kalten grausamkeit eines bombardements,welches bis heute nichts von seiner menschlichen und politischen... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Tagen von Andre Fischer veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Wenig Worte, die Bilder wirken genug
Jörg Friedrich hat mit seinem Buch "Der Brand" die Diskussion um die mortalische Wertung der alliierten Bombenangriffe auf Deutschland nue entfacht. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Frank Huebner veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Danke!
Bitte mehr davon ! Dieses Werk sollte Pflichtlektüre an allen deutschen Schulen werden! Ja, wir wissen wie schuldig wir sind, dies haben wir in den letzten 60 Jahren ausgiebig... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2007 von Martin M.

5.0 von 5 Sternen ein Schock
Der Bombenkrieg gegen Deutschland richtete sich gegen die Zivilbevölkerung. Früher wurde dies von sehr vielen Menschen vollkommen verneint. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Januar 2007 von Gerhard Gläsener

5.0 von 5 Sternen Das wahre Gesicht des totalen Krieges ...
Ausgesuchtes und auch hervorragendes Bildmaterial ermöglichen das Grauen eines modernen Luftkrieges gut nachzuempfinden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. September 2006 von Dr. Eberhard Scharffetter

3.0 von 5 Sternen Nur sinnwoll als Ergänzung zu "Der Brand"
Jörg Friedrich gebührt das Verdienst, mit seinem Buch "Der Brand" die Diskussion über den Bombenkrieg neu eröffnet zu haben, vor allem indem er erzählte, mit welchen Zielsetzungen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2003 von Ulrich Hartmann

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