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Produktinformation
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Live-Bilder vom Kampf ums Überleben, von der Panik in den Bunkern oder gar vom Ringen der Verschütteten nach Sauerstoff sind rar. Gott sei Dank! Die Betroffenen haben im Angesicht des Todes offenbar Wichtigeres zu tun, als mit einer Kamera zu hantieren. Dass dies in einer Zeit, in der obendrein handliche Fotoapparate nicht gerade zur alltäglichen Standardausrüstung gehörten, nicht anderes gewesen sein kann, liegt auf der Hand. Abgesehen davon, dass das nationalsozialistische Regime nicht zuletzt aus Sorge vor Defätismus zeitweise sogar ein Fotografieverbot verhängt hatte.
"Ich habe nach Bildern gesucht, die erzählen, was Worterzählungen übersteigt", schreibt Jörg Friedrich im Geleitwort zu seiner Bild-Text-Montage Brandstätten, die als Ergänzung seiner viel beachteten und kontrovers diskutierten Abhandlung Der Brand gedacht ist. Doch obwohl er eine Fülle bislang unveröffentlichten Materials enthalten soll, findet der zeitgeschichtlich Interessierte wenig, was ihm hauptsächlich aus Dokumentarfilmen über den Luftkrieg nicht schon präsent ist. Vielen der ausgewählten Fotos sieht man zudem an, dass sie ausschließlich zu speziellen beruflichen Zwecken geschossen wurden.
Dies soll aber nicht bedeuten, dass der sparsam und eigenwillig kommentierte Band nicht eine Empfehlung verdient hätte. Eindrucksvoll genug ist er trotz allem. Mitunter sogar bis an den Rand des Erträglichen, was sogar zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Autor und Verlag über "die Grenzen des Darstellbaren von Köperzerstörung" geführt zu haben scheint. Aber um mit Susan Sontag zu sprechen: "Wer den Fortbestand der Erinnerung sichern will, der hat es unweigerlich mit der Aufgabe zu tun, die Erinnerung ständig zu erneuern, ständig neue Erinnerungen zu schaffen -- vor allem mit eindringlichen Fotos." --Roland Detsch
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Schock,
Von
Rezension bezieht sich auf: Brandstätten: Der Anblick des Bombenkriegs (Gebundene Ausgabe)
Der Bombenkrieg gegen Deutschland richtete sich gegen die Zivilbevölkerung. Früher wurde dies von sehr vielen Menschen vollkommen verneint. Unter dem Mäntelchen der allgegenwärtigen" Befreiung" wurde der Bombenkrieg verniedlicht ,nach der Devise: Der Krieg kehrt zu seinem Entstehungsland zurück. nach den Tausenden Opfern wurde wenig gefragt, der Sieger hat Recht, die Mittel die zum siege führten waren sekundär- entschuldbar.Durch die Bücher von Friedrich wird endlich eine längst fällige Diskussion angestoßen, wer ist verantwortlich für dieses Kriegsverbrechen gegen die deutsche Zivilbevölkerung. wer hat diesen Horror zu verantworten, wer will ihn auch heute noch schönreden und minimieren. Um politisch korrekt zu bleiben muss ich natürlich die Opfer des deutschen Bombenkrieges z.b. in England würdigen. aber diese Dimension des Terrors ist doch wohl eine andere.Wer erinnert und gedenkt heute eigentlich noch den verbrannten, erstickten und zerrissenen Opfer dieser Heldentaten britischer und amerikanischer Bomberflotten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
verständigungsbrücke zwischen den generationen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Brandstätten: Der Anblick des Bombenkriegs (Gebundene Ausgabe)
ich weiß nicht, warum mich der traurige blick der elefantenmutter im bombardierten berliner zoo auf ihr totes kind so besonders rührte - vielleicht, weil ich immer im kopf mit mir herumtrage die bemerkung gorkis: "nach manchem gespräch mit einem menschen hat man das verlangen, einen hund zu streicheln, einem affen zuzunicken oder vor einem elefanten den hut zu ziehen." nach dem anblick dieser fotodokumentation hat man den wunsch, das gedächtnis von goldfischen (3 sekunden) oder maulwürfen zu haben, nicht aber das eines elefanten. im klappentext des buches findet man unter anderem die passage: gezeigt wird "... die infame regie der NSDAP, die den entronnenen gulaschkanonen, den toten staatsbegräbnisse und den kapitulanten das schafott bereitete." den sehr aufschlussreichen fotos (als später geborenem war mir unvertraut das bild von runenflaggen bei totenfeiern, von bunker-ordnungen etc.) sind in diesem sinne gleichermaßen nachdenklich machende text-fragmente beigegeben: "...gespräche, die störend wirken, d. h. miesmachereien, meckereien u.s.w. werden nicht geduldet, sonst wird die karte entzogen..." [sie berechtigte zur bunkerbenutzung]; oder aus den "zehn grundgedanken über die aufgaben der stadtverwaltung im großschadensfall" [stuttgart]: "ausgabe von nummern zur geordneten abwicklung der geschäfte (z.b. feststellungsverfahren für mobiliarschäden); mit schreiern möglichst in nebenräumen verhandeln..." etc. auch aufschlussreiches text-material der nicht-deutschen seite ist zu finden: "untersuchungen legen nahe, dass die zerstörung des hauses die schädlichste moralische wirkung zeitigt. den leuten geht das näher als die tötung ihrer freunde, ja selbst der verwandten." [aus dem papier des wissenschaftsberaters churchills, lord cherwell, zur taktik des DE-HOUSING, 1942]. die betrachtung der bilder legt nahe, dass cherwell wohl leider recht gehabt hat, aber ob das moralisch war? den hebel bei der zivilbevölkerung anzusetzen? "teuer sind grabstein, gitter und grund / und die toten würden noch fluchen / füllte nicht erde den zahnlosen mund" - zitiert jörg friedrich und sein team den lyriker peter huchel. die bilder überlassen dem betrachter, was er am meisten verflucht: die prächtigen vorkriegs-aufmärsche der nazis, die in penibelster ordnung befindlichen deutschen bombendepots zu kriegsbeginn, die bald herandröhnenden B 24-LIBERATOR-bomberflotten, die leichenberge in dresden gegen kriegsende - oder die öden wiederaufbauten im nachkriegsdeutschland in sorgsam gegenübergestellten gestern-heute-fotos; eigentlich sollte solch ein buch in keinem haushalt fehlen - als kleines gegenmittel gegen die schiere spaßgesellschaft, - und als hilfreiche verständigungsbrücke zwischen den generationen...
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bilderbuch mit viel Text - gute Aufbereitung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Brandstätten: Der Anblick des Bombenkriegs (Gebundene Ausgabe)
Vorab: wer den "Brand" gelesen hat oder Zeitzeuge ist, braucht diesen Band nicht. Ein Grund, weshalb es nicht die volle Punktzahl gab.Jörg Friedrich hat Bilder aus Städten der heutigen Bundesrepublik zusammengetragen, die nach dem Motto "vorher/dabei/später" das Ausmaß der Zerstörung und das Leiden der betroffenen Menschen deutlich werden lassen. Wurden Breslau, Königsberg, Wien oder andere Städte nicht bombadiert? Der zweite Grund, nicht die volle Punktzahl zu geben. Friedrich kam es nicht auf die lückenlose Dokumentation des Bombenkrieges an, sondern er wollte durch die Bild-Text Montage das Leiden der Menschen in dieser Zeit und auch das Verhalten der NSDAP-Oberen deutlich werden lassen. Das ist ihm zu einem guten Teil auch gelungen. Wer sich zu diesem Thema mit Bildmaterial beschäftigen will, dem kann zum Kauf dieses Bandes geraten werden. Es mag sein, daß diese Photos bis jetzt unveröffentlicht waren. Wirklich neu sind derartige Bilder aus deutschen Städten aber nicht. Ein dritter Grund, nicht die volle Punktzahl zu geben. Für Leute, die sich erstmals mit dem Thema befassung und die nicht unbedingt auf Bildmaterial angewiesen sind, finde ich das Vorläuferbuch "Der Brand" geeigneter. Etwas drängt sich der Verdacht auf, daß der Verlag an dessen wirtschaftlichen Erfolg anknüpfen wollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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