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Braintertainment: Expeditionen in die Welt von Geist und Gehirn (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Braintertainment: Expeditionen in die Welt von Geist und Gehirn (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Manfred Spitzer , Wulf Bertram , Bernd Hontschik
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Braintertainment: Expeditionen in die Welt von Geist und Gehirn (suhrkamp taschenbuch) + Hirnforschung für Neu(ro)gierige: Braintertainment 2.0 Mit einem Epilog von Eckart von Hirschhausen + Dopamin und Käsekuchen: Hirnforschung à la carte
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (22. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518460188
  • ISBN-13: 978-3518460184
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,7 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 69.387 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Rolf Adler
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie entsteht Mitgefühl? Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir etwas lustig finden? Und wo genau ist eigentlich das Bewußtsein zu Hause – oder auch das Besoffensein? Eines steht fest: Hirnforschung ist viel zu spannend, um sie den Neurobiologen zu überlassen! Deshalb führen die handverlesenen Experten in diesem Buch nicht nur ein in die wunderbare Welt unter unserer Schädeldecke, sondern verwandeln Wissenswertes in anregende Unterhaltung. Nach Manfred Spitzers Erfolgsbüchern Nervensachen (st 3697) und Nervenkitzel (st 3820) der nächste Band mit Geschichten vom Gehirn.

Der Verlag über das Buch

- Fun für die grauen Zellen mit garantiertem Lerneffekt nicht nur für den Fachmann, sondern auch für alle anderen neu(ro)gierigen Zeitgenossen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
99 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hansjörg
Format:Gebundene Ausgabe
Mit dem menschlichen Gehirn hat die Evolution zweifellos ihr Spitzenprodukt hervorgebracht. Ein 1,4 kg schwerer, glibbriger Klumpen aus 100 Mrd. Nervenzellen. Dabei ist rein körperlich gesehen ein großes Gehirn so ziemlich das lästigste, was es gibt. 20 Prozent der gesamten Energiezufuhr gehen direkt in die Birne  ob man will oder nicht. Und für die wirklich wichtigen Dinge braucht man es nicht mal. Schlafen, essen und Sex  dafür reicht im Prinzip das Rückenmark.

Warum also leistet sich die Evolution so eine unglaubliche Verschwendung? Weil der Mensch nichts besonders gut kann  außer Denken. Damit haben wir das Feuer und die Relativitätstheorie entdeckt, haben das Rad, die Teflonpfanne und schließlich den Klingelton erfunden.

Unser Hirn hat nur einen einzigen Wunsch: Es will beschäftigt werden. Viele wissen das nicht und schonen es daher. Ein großer Fehler, denn unser Gehirn braucht ständig Futter. Und nicht nur das. Erst seit kurzem ist bekannt: Neben den Zutaten ist die Zubereitung mindestens genauso wichtig.

In Braintertainment stimmt beides. Hier vermitteln 18 hochqualifizierte Kopfarbeiter die Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung genau so, wie es unserem Hirn am besten schmeckt: Ein intelligentes 17-Gänge-Menü gespickt mit den neuronalen Geschmacksverstärkern Kurzweiligkeit, Überraschung und Witz!

Wenn z.B. Wulf Bertram selbstironisch über Transkranielle Mandelkernmassage referiert oder Manfred Spitzer über den Handel mit Varianzanalysen, dann ist das ein Schlag auf die Großhirnrinde für all diejenigen, die meinen, wissenschaftliche Forschung sollte doch bitte möglichst kompliziert verfasst und damit nur einem elitären Fachpublikum zugänglich sein.

Die Autoren von Braintertainment pfeifen auf den wissenschaftlichen Elfenbeinturm und sehen die Sache statt dessen mit viel Humor. Der ist übrigens noch immer nicht ganz verstanden. Zwar weiß man schon seit langem, dass Patienten mit rechts frontalen Schäden unter bleierner Humorlosigkeit leiden (der Umkehrschluss gilt selbstverständlich nicht). Gleichzeitig fand man jedoch keinen Hinweis auf ein klar abgegrenztes Humorgebiet im Gehirn. Im Gegenteil. In unserem Oberstübchen ist offenbar alles mit allem verbunden. So ähnlich wie bei unserem Körper auch: Wenn man sich am Allerwertesten ein Haar ausreißt, dann tränt das Auge.

Spannend auch das Phänomen Glück. Wir fühlen uns immer dann glücklich, wenn in unserem Frontalhirn hirneigene Endorphine ausgeschüttet werden. Das passiert bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Ob man also die Kurven einer Frau anguckt oder eine mathematische Kurvendiskussion durchführt  dem Hirn ist das offensichtlich egal.

Aber gerade als Physiker weiß ich natürlich, dass vieles, was wir als Wirklichkeit bezeichnen, nur eine Illusion ist. Wenn Sie z.B. eine Frau küssen, dann bauen die Elektronenwolken der Atomkerne Ihrer Lippen eine elektromagnetische Wechselwirkung auf. Obwohl Sie sich also zueinander hingezogen fühlen, sind es in Wirklichkeit die Abstoßungskräfte, die unser Gehirn als körperlichen Kontakt interpretiert. Wie genau es das macht, das ist immer noch nicht ganz geklärt. Selbst der freie Wille ist anscheinend nur ein cleverer PR-Gag unseres Hirns, der uns das Gefühl geben soll, wir hätten auch etwas zu melden.

Wussten Sie übrigens, dass man ursprünglich den morgendlichen Nasenschleim für ein Abfallprodukt des Gehirns gehalten hat? So was steht auch im Buch. Natürlich lächeln wir heute darüber. Aber dieses Beispiel zeigt, dass wissenschaftlicher Fortschritt eben nur erreicht wird, indem man das Risiko von Irrtümern eingeht. Noch vor 150 Jahren haben bayerische Ärzte geglaubt, dass Bahnfahren unausweichlich zu psychischen Erkrankungen führt. Und als 2003 das neue Tarifsystem eingeführt wurde, konnte man es auch nachweisen.

So zeigt jedes Kapitel von Braintertainment einen neuen, spannenden Blick auf unser Gehirn und lässt erahnen, wie vielschichtig und fachübergreifend Hirnforschung ist. Wenn Sie also erfahren wollen, wie Sie ihr Gehirn bei einer Darmspiegelung überlisten können, was Psychopharmaka tatsächlich bewirken oder warum sich (nicht nur das männliche) Auge so leicht täuschen lässt, dann lesen Sie dieses Buch. Die Herausgeber Manfred Spitzer und Wulf Bertram hatten dafür zwei Beweggründe: Hirnforschung ist viel zu spannend, um sie dem Elfenbeinturm zu überlassen. Und: Ein vergnügtes Gehirn lernt besser als ein angestrengtes. Großes Kompliment an die Autoren. Ziel erreicht! Ich jedenfalls habe jede Seite genossen.
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Vielleicht sähe die Welt anders aus, wenn Politiker ihre Ideen nach einer Musiksession und dem Geniessen eines guten Rotweins gebären würden. Aber wenn ich die verklemmten Gruppenbilder und das steife Händeschütteln in der Tagesschau sehe, hege ich wenig Hoffnung, dass in ovalen Machtzentren weiterhin lustig und lustvoll gewerkelt wird. Doch zum Glück greift wenigstens die Wissenschaft manchmal zum Zaubertrank der Fröhlichkeit. Und dass dies durchaus zu fundierter Vermittlung ihres Tuns führen kann, beweist dieses Buch.

Manfred Spitzer produzierte in den letzten Jahren so viele Bücher und Publikationen, dass Legehühner ihre Vormachtsstellung riskieren. Nicht jedes Ei, das Spitzer mir ins Bücherkörbchen legte, fand meine uneingeschränkte Begeisterung. Das moralingetränkte "Vorsicht Bildschirm!" war für mich kein grosser Genuss. Doch schon ein halbes Jahr später legte Manfred Spitzer mit Wulf Bertram zusammen diesen Sammelband vor, den ich gerne weiterempfehle. In diesem Buch wird endlich wieder einmal spürbar, was Herausgeber bewirken können und sollten. Das beginnt bei der Auswahl der Autoren. Auch wenn die Prominenz nicht fehlt, war der Bekanntheitsgrad offenbar nicht das massgebende Kriterium im Aufnahmekatalog. Die Beitragsverfasser kommen zwar aus den unterschiedlichsten Gebieten, teilen jedoch die Auffassung der Herausgeber, Wissenschaftliches lasse sich durchaus unterhaltsam vermitteln. Deshalb der Titel, der mir allerdings nicht besonders ans Herz gewachsen ist. Aber dafür ist der Inhalt umso stärker. Seit sich die Werbeabteilungen der Titelfindung angenommen haben, ist es leider oft umgekehrt.

Was dem Leser an Stofflichem alles geboten wird, haben andere begeisterte Rezensenten bereits ihrem PC und den Lesern anvertraut. Ich haute einfach noch in die Tasten, um diesem Buch eine weitere Empfehlung mit auf den Weg zu geben. Damit die guten Stilnoten aber nicht der Verdacht aufkommen lassen, es handle sich bloss um ein rotweininspiriertes Spassbuch, möchte ich darauf hinweisen, dass jeder Beitrag auf fundierten Erkenntnissen beruht, mit hilfreichen Anmerkungen versehen ist und mit einem Literaturverzeichnis aufhört. Etliche Autoren veranschaulichen ihre Meinungen und Theorien zudem mit Illustrationen. Den Herausgebern ist es ausserdem gelungen, inhaltliche Doppelspurigkeiten grösstenteils zu vermeiden oder zumindest als nützliche Perspektivenwechsel zu legitimieren.

Mein Fazit: Den Herausgebern ist es geglückt, Autoren für ihren Sammelband zu gewinnen, die etwas zu sagen haben und das Gesagte lustvoll verpacken können, ohne in einen billigen Unterhaltungsstil zu verfallen. Da es sich trotzdem noch um die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse handelt, kommt der Leser nicht darum herum, nebst Zeit auch eigene Denkarbeit zu investieren. Aber für diesen Beitrag wird er reich belohnt. Selbst ein Fachpublikum erfährt noch Neues.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wie der durchschnittlich erfolgreiche Psychotherapeut W. B. in einem Vortrag über Neurologie von der Amygdala (Mandelkern) getroffen wurde und die - äußerst einträgliche - "Transkranielle Mandelkern-Massage" erfand - einfach Spitze. Ich musste mehrmals lauthals lachen, wie Verhaltensweisen von Ärzten und Patienten gleichermaßen und treffend parodiert wurden. Als Nebenwirkung, so zu sagen, blieb mir Amygdala / Mandelkern im Gedächtnis haften. Womit wir schon mitten drin wären: "Ein vergnügtes Gehirn lernt besser".

Der Leser bekommt zunächst eine übersichtliche Landkarte des Gehirns an die Hand (die Leserin natürlich auch, aber es ist immer noch umstritten, ob sie ebenso viel damit anfangen kann), damit er endlich weiß, wo es zum Hippocampus geht. Die Leserin wird zum Ausgleich im zweiten Kapitel durch Höhlen und Kanäle des 1000fach vergrößerten Gehirns geleitet, vorbei an blumenkohlartigen Gebilden, durch kathedralenartige Höhlen und darf erfahren, wie sich das alles anfühlt (der Leser hat derweil einen elektrischen Schlag erhalten, weil er seine Finger nicht von elektrischen (Neuronen-) Kabeln lassen konnte). Leser und Leserin (jetzt dürfte die Leserin im Vorteil sein; aber lassen wir das von nun an) besuchen die Neuroterminologie-Sprachschule. Hier gehen wir der Herkunft der Fachwörter auf den Grund; der Autor Axel Karenberg hatte dies davor schon mal geübt, indem er den Spuren der klassischen Mythen folgte, die diese im Fachwortschatz der modernen Medizin hinterlassen haben ("Amor, Äskulap & Co."). Und wenn wir dann die ganze Produktlinie vom indogermanischen 'ker' (das Oberste am Körper) über das lateinische 'cerebrum' (Gehirn), zum italienischen 'cervello' abschreiten, ist die 'cervellata', eine aus Schweinehirn bereitete Wurst nicht mehr weit. Unsere Cervelatwurst enthält zwar kein Hirn mehr, aber *ich* esse jetzt diese Wurst mit 'Verstand' (ein Hirnprodukt, wenn auch ein eher marginales).

Ein kurzer Rückklick auf die Geschichte der Hirnforschung darf natürlich nicht fehlen. Was mir hier aber zu kurz gekommen ist, ist die kritische Betrachtung. Denn, hier hört der Spaß auf. Irrwege, wie die der Kraniometrie (Schädelvermessung), haben mit falsch berechneten Statistiken, mit durch Voreingenommenheit verursachten Messfehlern und mit absurden Schlüssen die Wissenschaft und die Öffentlichkeit in die Irre geleitet. Steven Jay Gould (hätte man zitieren können) hat in "Der falsch vermessene Mensch" beispielsweise das Köpfemessen und Gehirnwiegen in zwei Kapiteln auseinander genommen und auf die Gefahren hingewiesen, was passiert, wenn man glaubt man müsse nur alles vermessen, um zu verstehen.

Themen aus dem Alltag. Warum ist Lachen ansteckend (einen Impfstoff gegen Lachepidemien zu entwickeln hat der Autor nicht in Betracht gezogen)? Parmaer haben nicht nur den Parmaschinken erfunden, sondern auch die Spiegelneuronen entdeckt. Letztere in Makakenäffchen (welche, das sei betont, nicht der Inhalt erwähnter Parmaschinken sind). Glück - und warum wir uns zu unserem Unglück daran gewöhnen. Über die Irrationalität, manche Psychodrogen zu verbieten und andere zu kultivieren. Wo die Seele sitzt und was der Seelendoktor im Mandelkern bewirkt. Warum spielen für den diagnostizierenden Arzt 'Indizien' eine ähnliche Rolle wie für Sherlock Holmes - auch wenn diese Indizien anscheinend nichts mit der Sache zu tun haben? Wie unser Gehirn Gerüche zusammendenkt! Und mit welchen Folgen, nicht nur für die Fortpflanzung. Cartoons zum Thema Gehirn. Und, für den Forscher (mit ein bisschen Statistikwissen versteht man es besser): Der Vorschlag, Varianzen (das, was man in der Statistik misst) zu handeln. Etwas für den Kenner. Eine Übung zum Mitmachen, bei der die Mundwinkel bis hinter die Ohren gezogen werden. Und aus dem Kabarett-Text, der das Buch abschließt, habe ich etliche Bonmots herausgeschrieben (ich kann mir trotz lachen doch nicht alles merken).

Das ungewöhnliche Buch lebt auch von der ungewöhnlichen Zusammenstellung der Autoren. Es wartet nicht nur mit den 'gewöhnlichen Verdächtigen' auf, sondern gibt auch den Berufen Satiriker, Karikaturist, Kabarettist eine Bühne; neben den Praktikern, Wissenschaftlern, oder Wissenschaftsjournalisten. Selbst der Leiter des Verlags griff zur Feder, und zwar gekonnt.

Was das alles mit Rainer Maria Rilke zu tun hat.

Hoffentlich lesen die Leute auch das Vorwort mit der wunderbaren Gegenüberstellung von Gedichten von Rainer Maria Rilke mit dem entsprechenden Inhalt, diesmal wissenschaftssprachlich formuliert. Mit der Einsicht, dass ein Rilke Gedicht das Gefühl 'Liebe' schöner ausdrücken kann als die Wissenschaft mit "Oxytozin" und "Dopamin", werden Wissenschaftler wieder zu Menschen (pardon). Aber vielleicht hat sich unser Gehirn an diese Begriffe nur noch nicht gewöhnt. Trotzdem, danke, Rainer Maria. Und danke, Ihr Autoren, dass Ihr das nicht vergessen habt.
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