Zuerst noch einmal wie Warnung, die auch schon andere Kritiker hier ausgesprochen haben: Bei dem vorliegenden Film handelt es sich NICHT um den Splatter-Film ,Braindead' von Peter Jackson (Bad Taste, Meet the Feebles, Herr der Ringe), sondern um einen völlig anderen Streifen, der abgesehen vom Namen (der hier nicht zusammen geschrieben wird) nichts mit dem blutigen Zombiefest gemein hat. Da frage ich mich, wer denn auf die Idee gekommen ist, den Film so zu nennen. Es sollte den Machern doch klar gewesen sein, dass dadurch zwangsläufig Vergleiche zwischen den beiden angestellt werden bzw. es zu Verwechslungen (und Enttäuschungen beim Fehlkauf) kommt. Aber nun zu ,Brain Dead':
Darin bekommt ein Wissenschaftler (Bill Pullman, ,Lost Highway', ,Independence Day'), der sich auf das Gehirn spezialisiert hat, von einem Freund (Bill Paxton, ,Twister', ,Titanic') einen sehr wichtigen Auftrag: In dessen Firma, der Eunice Corporation, ist ein Mitarbeiter verrückt geworden und kann sich daher nicht mehr an wichtige Informationen erinnern. Und da kommt Mr. Pullman ins Spiel: Er soll einen chirurgischen Eingriff vornehmen und die Berechnungen ans Tageslicht bringen. Allerdings scheint auch er den Verstand zu verlieren, denn auf einmal wird er von einem blutbefleckten Kerl verfolgt, soll seine Frau ermordet haben und wird für jemand vollkommen anderes gehalten...was steckt dahinter??!
Der Film fingt richtig öde und an den Haaren herbeigezogen an, wenn man einen Einblick in den Arbeitsalltag des Wissenschaftlers bekommt, der Dutzende von eingelegten Gehirnen im Regal stehen hat und durch Impulse an einem Gehirn Reaktionen an einem in die Breite gezogenen Gesicht (daher auch das recht merkwürdige DVD-Cover) hervorruft - na klar doch ;) Einen gewissen Reiz bekommt der Streifen aber dann, wenn der gute Doktor allmählich nicht mehr weiß, was Real und was Traum ist und von einer Szene in die andere stolpert. Allerdings wirkt Bill Pullman viel zu blass und anteillos, als dass das ganze richtig spannend werden könnte. Auch ist die ,Auflösung' des Ganzen in meinen Augen viel zu offensichtlich und es nervt auf Dauer, wenn er jedes mal aufs neue in einem Bett erwacht und etwas neues um ihn herum geschieht. Es wirkt wie eine unzusammenhängende Aneinanderreihung von Szenen, nur um die Zeit voll zu kriegen. Eine gewisse Atmosphäre, die einen fast auch etwas (k)irre macht, kann man dem Ganzen aber nicht absprechen (daher auch der zweite Stern).
Mein Tipp: Lieber Peter Jacksons ,Braindead' anschauen. Da hat man wenigstens was von - sofern man sich die ungeschnittene Fassung ansieht ;)