Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Teamarbeit, 18. August 2007
Nach dem Auftritt von Julia Fischer zusammen mit Yakov Kreizberg und den Münchner Philharmonikern im April 2006 im Gasteig, bei dem das Violinkonzert von Brahms gegeben wurde, schrieb Harald Eggebrecht, der Herausgeber der SZ-Edition "Jahrhundert-Geiger" in der Süddeutschen Zeitung: "Wie sie im Kopfsatz ins Düster-Sinnierende abtauchte bis zu völligem Stillstand, wie sie dann die Melancholie entschlossen durchbrach mit federnder Energie ohne instrumentale Rohheit, wie sie nach der großartigen Kadenz zu schlichter Innigkeit fand, das war begeisternd. Auch das Adagio verdichtete sie zum souverän aufgebauten, bezwingend lyrischen Dialog mit dem Orchester. Und der Schluss-Satz wurde zum hinreißenden Bravourakt."
Brahms' einziges Violinkonzert ist während eines Sommeraufenthaltes am Wörthersee entstanden und wurde dem Freund und Geiger Joseph Joachim gewidmet. In der Umgebung dieses "Kärntner Paradieses" konnte das heitere Werk eines schwer melancholischen Menschen entstehen. Heraus kam nicht ein typisches Solokonzert sondern ein symphonisches Werk, worauf schon die lange Orchestereinleitung hindeutet. Und genau hier liegt die Stärke dieser Einspielung. Julia Fischers Violinspiel bleibt trotz aller Souveränität immer Teil des großen symphonischen Ganzen. Wer wie ich das Brahms'sche Violinkonzert bereits von Giulini/Perlman, Karajan/Mutter und Bernstein/Kremer besitzt, kann sich auch an dieser ebenbürtigen Einspielung zusammen mit dem Netherlands PO (offensichtlich zuständig für alle nichtrussischen Stücke für das Duo Kreizberg/Fischer) begeistern.
Das Doppelkonzert komponierte Brahms, nachdem das Verhältnis zu Joseph Joachim abgekühlt war, als eine Art Versöhnungswerk, bei dem man die Dialoge der beiden Soloinstrumente als musikalisches Symbol für die wiedergefundene Freundschaft interpretieren könnte. Genau diese Freundschaft spürt man bei dem harmonischen Zusammenspiel von Julia Fischer mit ihrem Cello-Partner Daniel Müller-Schott.
Wer schon gespannt ist, was das Team Kreizberg/Fischer wohl als eines der nächsten CD-Projekte angehen wird, sollte einen Blick in die Konzertprogramme der Saison 2007/08 werfen. Im Gasteig treten beide zusammen mit den Münchnern im Juni 2008 mit dem Dvorák-Konzert auf. Zum Entsetzen mancher professioneller Musikkritiker wird offensichtlich die Serie an Einspielungen gängiger Violinkonzerte fortgesetzt. Und das ist gut so!
|
|
|
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Aufgang einer neuen Welt, 7. Juli 2007
Die Verbindung von Julia Fischer mit PENTATONE ist ein großes Glück (die Verbindung von A.S.-Mutter mit der Grammophon gerät dagegen zur aufnahmetechnischen Tragödie). Die Aufnahme vom Brahms-Konzert ist die beste unter all den faszinierenden Aufnahmen von ihr. Die Guadagnini spielt wie von selbst, ein herrlicher stets führender Ton wie ein "Soprano continuo". (Die Abmischung ist, nebenbei gesagt, perfekt). Das Brahms-Konzert war das Erste, was ich von Julia Fischer überhaupt gehört habe, ich glaube 2004 auf dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival. Seitdem hat sie ihre Vorstellungen über dieses Konzert nicht geändert. Damals wie in eben dieser Aufnahme bin ich hingerissen von dieser Geigerin, die so früh "ihren Ton" gefunden hat, schwebend, unbeirrbar, distinguiert und rein. Damit gerät zum Beispiel der Beginn der Koda im 1. Satz gleich nach der Kadenz von Joseph Joachim zum transzendentalen Ereignis. Über zwei Minuten werden wir Zeugen eines Vorgangs, der über die Kunst hinaus zu gehen scheint. Ist das noch Musik oder schon die Geburt einer neuen Welt?
Wie wunderbar! Es ist mir damit unmöglich geworden, über die Aufnahmequalität und Technik zu schreiben.
|
|
|
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartig! Beste Brahms-Klassik von Julia Fischer, Daniel Müller-Schott und Yakov Kreizberg, 14. April 2007
Wieder einmal eine überragende Aufnahme dieses jungen geigerischen Ausnahmetalentes Julia Fischer, die hier im Doppelkonzert von Johannes Brahms in wunderbarer Harmonie mit dem ebenso herausragenden Cellisten Daniel Müller-Schott brilliert. Bei dieser Aufnahme stimmt einfach alles: Das Violinspiel von Julia Fischer zeichnet sich mit ihrem klaren und differenzierten, ja äußerst variantenreichen und daher sehr farbenprächtigen Vibrato, das besonders schöne und ausdrucksstarke Klangfarben und Stimmungen erzeugt und Akzente setzt, aus, wobei sich das Cellospiel von Daniel Müller-Schott dem als gänzlich ebenbürtig erweist. Dieses Zusammenspiel der beiden Virtuosen ist somit im Doppel noch viel ausdrucksstärker, es ist ein wahrer Genuss, diesem zuzuhören und es vermittelt durch die beiden Instrumente Cello und Geige noch mehr, noch prächtigere und innigere Klang- und Stimmungsfärbungen, was ganz besonders das Doppelkonzert zu einer exzellenten Aufnahme macht. Das Orchesterspiel ist unter der Leitung von Yakov Kreizberg in beiden Konzerten grandios gestaltet und vorgetragen und steht in wunderbarem harmonischem Einklang mit den beiden Solisten, wodurch sich insgesamt eine sehr durchdachte und reife Interpretation dieser beiden Konzerte ergibt; Julia Fischer, Daniel Müller-Schott, Yakov Kreizberg und das Niederländische Philharmonische Orchester Amsterdam vermitteln einem stets das Gefühl, dass hierin etwas Neues im Vergleich zu bisherigen Einspielungen steckt, etwas Neues, das Frische und Lebendigkeit ausstrahlt, die diesen beiden Konzerten eine gewisse Befreiung, ja ein Loslösen von bisheriger Interpretationsweise und somit von "alten Angewohnheiten" erlaubt. Hoffen wir, dass es bei der kommenden CD genau so weitergeht!
Alle besten Empfehlungen meinerseits für diese wirklich hervorragend gelungene CD und Glückwunsch an alle Beteiligten!
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|