"Vadim Repin hat seine Aufnahme eines der berühmtesten Geigenkonzerte der Musikliteratur unters Motto "Das Herz ist das bessere Gehirn" gestellt. Begleitet vom Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly spielt er den ersten Satz durchsichtig, glasklar und fast nachdenklich, den zweiten liebevoll uneitel, den dritten voller Energie, aber ohne virtuose Übertreibung und mit großer Technik. "Es gibt kein Geigenkonzert", behauptet Repin, "in dem der Komponist so oft das Wort âDolce' verwendet hat." Und das realisiert er in Brahms' Konzert nicht nur tonlich: "Wenn ich auf der Bühne stehe und es interpretiere, bin ich immer wieder beeindruckt von seiner unglaublichen Reinheit." Alles Gesagte gilt auch für das zweite Werk auf dieser CD, das Doppelkonzert mit Truls Mørk. Ihre Anschaffung lohnt, obwohl es zur Zeit u. a. auch Hilary Hahn, Julia Fischer, Thomas Zehetmair und Julian Rachlin gibt, die das Superkonzert eingespielt haben - um nur Vertreter der jüngeren Generation zu nennen." so eine Ankündigung dieser CD.
Und die Kritik bei NDR-Kultur:""Ich bin verliebt und ich empfinde Leidenschaft für Brahms", gesteht Repin. "In seiner perfektionistischen, detailgenauen Musik stecken unendliche Liebe und vielleicht unerschöpfliche Überraschung. Wenn ich sie spiele, ist es wie - (er seufzt). Ich freue mich unglaublich darauf, durch alle möglichen Emotionen zu gehen." Repin strahlt wie einer, der sein Kind zum ersten Mal laufen sieht. Das Brahms-Konzert gehört zum Standardrepertoire eines Geigers und obwohl der 38-Jährige es schon unzählige Male auf den großen Konzertbühnen der Welt gespielt hat, ist dies seine erste Aufnahme des Stücks. Der Spannungsbogen, der ihm allein im knapp 23-minütigen ersten Satz gelingt, macht sprachlos.
Vor genau 130 Jahren wurde das Konzert im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt. Natürlich sind die Musiker heute andere, aber man glaubt doch zu hören, dass das Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly ein gewachsenes Verhältnis zu diesem Konzert hat. Ein Stück über viele Jahre zu durchdringen sei auch ihm wichtig, sagt Repin. Das helfe gegen Anspannung auf der Bühne: "Sie können bereit sein, zu 100 Prozent vorbereitet - wenn Sie hochnervös werden, dann brauchen Sie Vertrauen und Erfahrung, um damit umgehen zu können. Wie man Selbstvertrauen aufbaut, dafür gibt es keine Ratschläge und erst recht keine Regeln. Aber wenn Sie mit einem Stück leben, wenn Sie Jahre mit ihm verbringen und eine Art Freundschaft aufbauen, dann haben Sie gute Chancen, Vertrauen zu ihm zu fassen."
Einladende Wärme ist das, was Repins Interpretation so strahlen lässt - auch im zweiten Konzert auf der CD, dem Doppelkonzert für Geige und Cello in a-Moll. Zum ersten Mal spielt Repin mit dem Norweger Truls Mörk zusammen. Es ist mal zärtliches Verschmelzen, mal ein fast clownesker, quirliger Wechsel von musikalischen Bonmots. Diese CD ist ein herrlicher Auftakt für das neue Konzertjahr."
Ich will diesen Aussagen nicht grundsätzlich widersprechen. Das Problem für beide Werke ist, dass es eine Überfülle guter Aufnahmen gibt. Die erste Kritik vergleicht ja nur mit jüngeren Aufnahmen, aber wenn man an Oistrakh oder Szeryng, an Heifetz oder Neveu denkt,bei Doppelkonzert zum Beispiel an Zimmermann und Schiff oder Kremer und Maisky, fragt man sich ,warum eine weitere Aufnahme ? Es muss überhaupt keine Lücke gefüllt werden. Nichts ist anders, besser als die Aufnahmen, die bereits auf dem Markt sind, auch tontechnisch kann man nicht einen Fortschritt konstatieren, der die Anschaffung genau dieser Aufnahme rechtfertigen müsste. Gegenüber den ganz Grossen wie Oistrakh oder Szeryng kann Repin nicht wirklich punkten.
Um also der Aufnahme gerecht zu werden, schreibe ich: eine der guten...