Die dritte Symphonie von Brahms ist für mich eines der herausragendsten Werke der Romantik überhaupt. Dementsprechend habe ich viele Aufnahmen gehört, und bin neulich beim Stöbern in der Musikabteilung auf die Harding Interpretation gestoßen.
Der Aufdruck "Deutsche Kammerphilharmonie" machte mich etwas stutzig, denn eine großes Symphonieorchester wird Brahms sicherlich gerechter. Beim Blättern im Booklet konnte ich rund fünfzig Musiker zählen - eine große Besetzung für ein Kammerorchester, aber für eine Symphonie sicherlich nicht ausreichend.
Beim Anhören war ich dann allerdings etwas überrascht - das Allegro con brio kommt verhältnismäßig mächtig daher, auch wenn die ersten Töne meineserachtens nicht richtig ausgespielt werden.
Der zweite Satz kann überzeugen, doch beim "Poco allegretto" merkt man, dass es dem Orchester zwar nicht an können, aber an zahlenmäßiger Stärke fehlt. Harding setzt im dritten Satz einige, meines erachtens sehr unangebrachte Pausen, und nimmt dem Stück somit seinen ineinanderfließenden Charakter.
Im allgemeinen kann man sagen, dass dem Stück oftmals der Schwung fehlt, und das dann durch gelegentlich unpassende Dynamikwechsel und Akzentuierungen ausgeglichen wird.
Ich will vom Kauf nicht unbedingt abraten - aber es gibt bessere Aufnahmen.