Dieses Buch hat mich von Anfang an gefangen genommen. Allein der Prolog verheißt Spannung und diese bleibt bis zum Ende hin erhalten. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, die Hauptcharaktere so detailliert zu beschreiben durch Dialoge und Handlungen, dass der Leser sich mit jedem von ihnen identifizieren kann. Geschickt sind einzelnen Handlungsstränge miteinander verwoben und führen den Leser schrittweise in die - zunächst versteckte - Problematik hinein und diese dann auch weiter. Nach und nach eröffnen sich Perspektiven, die zum Schlussszenario führen. Auch die eingestreuten Rückblenden unterbrechen die Handlung nicht, sondern lassen das real werden, was der Leser schon erahnt: Alle drei Protagonisten werden in ihrem Fühlen, Denken und Handeln bestimmt durch zurückliegende Ereignisse in der Kindheit und vor allem durch komplizierte Familienkonstellationen. Diese "Lasten" befreien zunächst nicht durch das Zusammenfinden der drei jungen Menschen, sondern diese verstricken sich mehr und mehr in Probleme, indem sie diese Erinnerungen zulassen, sich stellen. Mögliche Wege, die jeder am Ende allein zu gehen scheint, werden sich wieder kreuzen - so mag man ahnen. Neben dieser sehr individuell abgestimmten Geschichte wird der Leser in die Welt des Umbruchs der 60er Jahre geführt und nimmt teil an politischen und kulturellen Ereignissen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das den Leser von der ersten Seite nicht mehr loslässt.