Aus der Amazon.de-Redaktion
Der in Algerien geborene und heute in Frankreich lebende Journalist Mohamed Sifaoui legt mit
Brüder des Terrors eine Art Tagebuch vor, das er als V-Mann im eigenen Auftrag während dreier Monate in einer Terrorzelle des Al-Qaida-Netzwerks geführt hat.
Lange bevor der islamistische Terror in Gestalt des 11. September 2001 endgültig den Westen erreichte, hatte Sifaoui unter ihm schon zu leiden: "Ich habe -- wie viele meiner Landsleute -- Freunde verloren, Familienmitglieder, andere treue Menschen", schreibt er in seinem Vorwort. Doch das Drama, das man in Algerien durchleiden musste, habe nie das Mitgefühl der Weltöffentlichkeit erregt.
In der westlichen Welt habe man sich so lange keine Gedanken über den Terrorismus gemacht, bis er plötzlich an die Tür geklopft habe. Niemals hätten die algerischen Opfer jene Anteilnahme erfahren, die man nach den Anschlägen von New York und Washington den Amerikanern entgegengebracht habe.
In Frankreich, seiner neuen Heimat, wie in vielen anderen westlichen Ländern schaffen es nach Ansicht des Autors allzu viele Menschen nicht, eine klare Linie zu ziehen. Sie versuchten zwischen "gemäßigten" Muslimen und "radikalen Islamisten" zu unterscheiden und spielten dabei oft Verbrechen herunter, "die im Namen dieses "Faschismus" in der ganzen Welt und vor allem in Algerien" verübt werden, so der Autor.
Den Blick für die wahre Gefahr und Unmenschlichkeit des islamistischen Terrors zu schärfen, ist das Anliegen dieses -- wenn man solche Kategorien bei einem solchen Thema überhaupt in Anschlag bringen darf -- überaus spannenden Berichts, in dem der Autor uns einen tiefen Einblick in die für uns nicht ohne weiteres verständlichen Denkstrukturen islamistischer Terroristen gewährt. --Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Drei Monate im Inneren einer Al Quaida-Zelle
Der junge Mohamed Sifaoui trifft einen ehemaligen Schulkameraden, der mittlerweile radikaler Islamist und Mitglied einer in Frankreich agierenden, eng mit der Al Quaida vernetzten Terrorgruppe ist. Er erwirbt sich das Vertrauen der Mitglieder und beginnt zum Schein für sie zu arbeiten, während er in Wirklichkeit mit versteckter Kamera und Tonband Dokumentarmaterial sammelt. Täglich stößt er auf neue erschreckende Zusammenhänge und lebt dabei in der ständigen Angst, entdeckt zu werden. Nach drei Monaten beendet er die lebensgefährliche Recherche und steigt aus der Organisation aus, da die Gefahr seiner Enttarnung endgültig zu groß geworden ist. Völlig neu ist an Sifaouis Tagebuch "Brüder des Terrors", daß hier erstmalig eine Terrorzelle von innen gezeigt wird, noch dazu eine mitten in Europa operierende. Gleichzeitig findet aber auch der innere Konflikt des Autors eines gläubigen Moslems Ausdruck. Das Buch bietet Einblick in die Id eologie und Denkstrukturen der Terroristen und dokumentiert den Alltag ihrer geheimen Treffen und Aktionen.