Die Bewertung bezieht sich nur auf den Film Brüder III:
In letzter Zeit hat es ja einen regelrechten Boom um den Jakobsweg gegeben, bei dem man nur noch auf Durchzug schalten kann. Diesen Film möchte ich aber ausdrücklich davon ausnehmen. Dem Schwarzhumorist Wolfgang Murnberger ist bei allem Schmäh ein differenziertes Porträt dreier völlig unterschiedlicher Brüder gelungen, das bei allem Unterhaltungswert auch exzellente Schauspielerleistungen bietet. Andreas Vitasek gibt den einsamen Homosexuellen mit traurigem Blick, der auf dem Jakobsweg wieder zum Sinn des Lebens finden will, Wolfgang Böck den cholerischen Gastronomen, der auf sein Brüderchen aufpassen will und deswegen mitpilgert. Schließlich der wunderbare Erwin Steinhauer als verkommener Lebemann, der nach einer Ordensverleihung mit Koks auf der Toilette erwischt wird und deswegen einfach mitpilgert. Wie diese Brüder auf dem Weg schließlich doch zusammenfinden, ist einfach schön anzuschauen. Gewürzt wird die Pilgerreise durch den Murnberger-typischen Humor, der immer wieder für Lachtränen sorgt, z.B. wenn Erwin Steinhauer über die verschiedenen Arten von Pilgern räsoniert, für die auch unterschiedliche Hotels gebaut werden sollten. Der einzige Schwachpunkt ist der alte, besinnliche Holländer zum Schluss, der wohl als Zugeständnis an Paolo-Coelho-Fans eingebaut wurde.
Fazit: Exzellente Unterhaltung mit sympathischen Typen; für Zuseher, die Probleme mit österreichischem Deutsch haben, wären teilweise Untertitel hilfreich.