Dieser Film hat mich so gepackt, gerade weil ich so eine Geschichte überhaupt nicht erwartet hatte. Ich dachte "gut, schaust du dir halt mal ein Kinderfilm a la Narnia an und lässt dich damit an einem regnerischen Nachmittag etwas berieseln". Und dann kam das. Ich saß noch Minuten nach dem Film da und habe geweint. Das letzte mal, dass ich bei einem Film geweint habe, war im Kino, als Mufasa in König der Löwen starb.
Der Film zeigt, welchen Wert Fantasie haben kann, was wir mit ihr alles sehen und erreichen können. Sie macht uns glücklich, sie lässt uns träumen. Sie gibt und Kraft und zuletzt auch Hoffnung. Das sagt dieser Film für mich im Grunde aus. Und ich finde diese Aussage nicht völlig von weit hergeholt oder unrealistisch. Natürlich soll man sich keine Traumwelt erschaffen und sich von der Realität abkoppeln, aber das will der Film denke ich auch gar nicht sagen. Er zeigt, dass es Wege gibt, die durch unsere Fantasie entstehen und uns neue Möglichkeiten zum Handeln im Leben geben.
Die Schauspieler sind von der kleinen süßen Schwester bis zum ernsten Vater wunderbar gewählt. Die zwei "Hauptrollen", spielen ihre Rollen großartig. Man sympathisiert mit ihnen, man fühlt ihre Emotionen nach. Sie wirken nicht aufgesetzt, obwohl ihre Rollen an sich ziemlich stereotypisch sind: "Der unauffällige looser-Junge ohne Freunde" und "das süß-hübsche optimistische Mädchen, das jedoch durch ihre übergroße Fantasie keinen Anschluss bei der heutigen Jugend findet". Durch die Art wie sie spielen werden sie so lebendig, so stark.
Die Musik fand ich auch passend, nie zu übertrieben, immer wieder mal traurig, lässig, rockig. Nie fehl am Platz, nie überzogen.
Die Effekte sind gut. Natürlich hat man da schon besseres gesehen (wenn man es jetzt z.B. mit den Effekten von Filmen wie Avatar vergleicht) aber die Wesen die auftauchen sahen für mich ganz echt aus und das hat mir gereicht. Schließlich ist das kein Film, der auf die Fantasiewesen aufbaut, deswegen waren sie für mich auch zweitrangig und so dann auch ganz gut gemacht.
Was ich zuletzt noch sagen möchte und von allen Eltern, die planen diesen Film mit ihren Kindern zu sehen, gelesen werden sollte: DAS IST KEIN KINDERFILM.
Dass die FSK unverlässlich ist, darauf kann man als im Grunde auch selbst kommen (wenn man allein schon bedenkt, wie die FSK von Land zu Land variiert). Die meisten Kinder würden diesen Film nicht verstehen und einfach nur grausam und traurig finden (ich will hier jetzt nicht spoilern, man kann sich andere Rezessionen durchlesen, um zu wissen was ich meine). Diese Geschichte hat einen ernsten Stoff und zeigt auf jeden Fall auch sehr schlechte Seiten am Leben. Wenn man sich die 0-Sterne Rezessionen durchliest (was ich gemacht habe weil ich zunächst geschockt war, dass sowas überhaupt existiert), dann merkt man, dass sie sich fast alle darauf beziehen, dass das kein Film für einen schönen Familienabend ist. Und damit haben sie absolut recht. Die Brücke nach Terabithia ist meines Erachtens nach nicht für Kinder gemacht, ganz gleich was irgendwelche FSK-Leute oder Werbeagenturen meinen.
Wollt ihr einen schönen, fantasievollen und liebevollen Film ansehen, dann schaut euch den Film auf jeden Fall an. Wollt ihr einen Film mit euren Kindern schauen, dann lasst die Finger davon oder seht ihn euch als Erwachsene zunächst alleine an.