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Brücke der brennenden Blumen. Zeichen des Mammuts 04 [Taschenbuch]

Tobias O. Meißner
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

November 2007
Der Geheimbund des Mammuts hat sich dem Kampf gegen das Böse in einer Welt verschrieben, die immer feindlicher und grausamer wird. Ein unheimlicher Verfolger bedroht die Gefährten um Rodraeg, Bestar und Naenn. Und ein neuer Auftrag führt die Verschwörer in den bizarren Thostwald. Dort geraten sie in die Fänge des Experimentators, eines skrupellosen Wissenschaftlers, der die letzte Grenze des Schmerzes aufzuspüren sucht. Doch was hat es mit der geheimnisumwitterten Brücke der brennenden Blumen auf sich, die er erschaffen will? Als sie die Wahrheit erkennen, geraten Bestar und die anderen Kämpfer des Mammuts in tödliche Gefahr …


Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349226638X
  • ISBN-13: 978-3492266383
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 165.411 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Tobias O. Meißner, geboren 1967, studierte Kommunikations- und Theaterwissenschaften und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane werden von der Kritik hoch gelobt. Meißner wurde von der Zeitschrift »Bücher« als einer der »10 wichtigsten Autoren von morgen« ausgezeichnet. Bei Piper liegen sein hochkarätiger Fantasy-Zyklus »Im Zeichen des Mammuts«, die apokalyptischen Epen um »Die Dämonen« sowie die Romane »Die Soldaten« und »Barbarendämmerung« vor.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Tobias O. Meißner
Brücke der brennenden Blumen
Im Zeichen des Mammuts 4

Prolog

Rot barg der Schnee den schwarzen Wald.
Die junge Frau, die von ihren Eltern Tiraato genannt wurde, war auf dem Weg zur Weisen Zetaete. Tief im Summenden Wald hatten ihr die jungen Männer des Geweihwasserdorfes aus alten, unbeschriebenen Büchern eine Hütte errichtet. Tief reichten die schneebeschwerten Zweige zu Tiraato hinab, tief sanken ihre Schritte in den schneeverborgenen Weg. Auf ihrem Rücken trug sie, von zwei gewobenen Decken gehalten und gewärmt, ihr dreijähriges Töchterchen, das krank war und nicht schlucken konnte. Zetaete würde weiterwissen. Zetaete verstand sich auf Heilkunst.
Ein Rauschen umgab Tiraato, umkreiste sie näher, und sie beschleunigte ihre Schritte. Etwas war im Wind und im rötlichen Glitzern der Eiskristalle, etwas, das sich näherte und hechelte. Sie konnte niemanden sehen, aber die Bartvögel waren geflüchtet, der schwarze Wald lag still und schattig. Nur Tiraatos Stiefel knirschten und hinterließen eine Spur, die weit zu lesen war.
Mit einem Mal trat ihr das Tier in den Weg. Tiraato erschrak, vergaß aber nicht die Gesetze der Höflichkeit.
»Verzeiht, daß ich Euren Wald betrete«, sagte sie zu dem Tier. »Aber ich muß zur Weisen Zetaete. Das Töchterchen ist krank.«
»Die Weise ist tot«, sprach das Tier unumwunden. »Die Tiere des Waldes fanden im Schnee keine Nahrung. Die Kaninchen mußten die Weise fressen.«
»Das kann nicht sein!« widersprach Tiraato. »Die Kaninchen würden niemals einen Menschen angreifen. Ihr wart das, oder einer von eurer Art!«
»Es gibt keinen zweiten von meiner Art. Ich bin einsam, schönes Kind.«
Tiraato schaute zu Boden. Der Schnee war violett, wo der Schatten des Tieres auf ihn fiel. »Das Töchterchen ist krank«, wiederholte sie leise. »Was soll ich denn jetzt tun?«
»Gib mir das Kind. Ich kann es heilen.«
»Niemals! Ihr seid doch nur ein Tier!«
»Aber du weißt, daß es meine Tochter ist, nicht wahr, das weißt du doch?«
Tiraato blickte immer noch nicht auf. »Ihr wart sehr schön, im Traum, und ich sehr schwach. So weit würde es niemals noch einmal kommen.« Dann wandte sie sich um und rannte. Sie wußte, daß alles Rennen zwecklos war, doch sie wußte auch, daß Flüchten das war, was die Menschen des Geweihwasserdorfes von ihr erwarteten.
Das Tier war über ihr, kaum daß sie zehn Schritte zurück gelegt hatte. Es zerfetzte die gewobenen Decken mit seinen Klauen und riß ihr mit den Zähnen die Kleider vom Leib. Tiraato kämpfte und spürte Krallen in ihrem Fleisch.
Die Tochter rollte in den Schnee und begann zu weinen.
Der rote Schnee verriet nichts von dem Blut.

1 Ohnmacht

Es war nicht mehr zu verhindern gewesen: Fremde gingen ein und aus im Haus des Mammuts.
Es waren zwar lediglich zwei, aber Naenn, die nun hochschwanger war und in einem Mond niederkommen würde, kam das vor wie eine sorgfältige Abfolge von Einbrüchen. Zwei von außerhalb, die das unberechenbare Warchaim mit hineinschleppten in das einzige sichere Versteck, welches das Mammut auf dem Kontinent besaß.
Aber es ließ sich nicht vermeiden nach dem ersten Schrecken, zwei trügerischen Tagen der Hoffnung und der Hilflosigkeit, die daraus erwuchs.

Bestar - der jetzt wie ein Riese aussah, langhaarig, vollbärtig, mit einer Segmentrüstung bekleidet und ein schorfiges Erzschwert tragend - und Eljazokad - der seine Magie verloren hatte in der Höhle des Alten Königs und noch bleicher und zweifelnder wirkte als sonst ohnehin schon - waren mitsamt dem verwundeten Rodraeg mitten im Versammlungszimmer aufgetaucht. Cajin, der jugendliche Hüter dieses Hauses, hatte bezeugt, wie sich aus dem Nichts heraus wabernder Rauch und ein goldenes Leuchten bildeten, bis schließlich drei Gestalten wie durch tiefgründig loderndes Rauchglas traten. Sie folgten zuerst den Weisungen, die die Riesen ihnen gegeben hatten. Sie trugen Rodraeg nach oben und weckten Naenn, die sich in Rodraegs Kammer aufgehalten hatte, um, wie sie sagte, für ihrer aller sichere Rückkehr zu beten. Naenn wusch und salbte den Bewußtlosen, dann öffnete sie mit einem Lied aus siebzehn Strophen das von den Riesen zu einem Bernsteinball zusammengefügte Licht in Rodraegs Inneren, faltete es auseinander wie die zwei Flügel eines Schmetterlingsmenschen, und in dieses Licht, das ihr eigenes Gesicht enthielt gleich einem Spiegel aus Honig und Blattgold, hüllte sie Rodraeg wie in eine warm pulsierende Decke. In dieser vom Zepter der Riesen magisch gewobenen Decke wurde Rodraeg umstrahlt von seinen Erinnerungen an Naenn, wie sie die Kapuze zurückgestreift hatte in seiner Schreibstube in Kuellen, wie sie mit ihm unter der Wachsplane gesessen hatte auf dem Wagen des Händlers Hinnis im strömenden Regen, wie sie und er allein unter dem Sternenzelt geschlafen hatten auf dem Weg nach Aldava, in der letzten Nacht, in der sie noch unberührt gewesen war, wie sie ihm ihren Garten gezeigt hatte, verwirrt und gereizt von dem bevorstehenden Geständnis ihrer Schwangerschaft, und - ganz zuletzt - wie sie ihm im Badehaus, erhitzt und eigentümlich erregt, ihren Rücken entblößt hatte mit den viel zu kleinen Schwingen, rötlich mit hellblauen Rändern. Aus einem matten, todesähnlichen Zustand ging Rodraeg über in einen regelmäßig durchatmeten Schlaf, der tiefer war als ein gewöhnlicher. Aber ihnen allen war klar, daß die vielen Bewußtlosigkeiten, die erst die Schwarzwachsvergiftung und nun auch die Pfeilwunde Rodraegs Leib aufgenötigt hatten, auf Dauer nicht gut sein konnten für ihn. Deshalb schafften Bestar und Cajin eins der Betten aus dem noch nie benutzten Gästezimmer in Naenns hellen Wohnraum und legten Rodraeg dort hinein. Und nachdem zwei Tage lang keine Besserung und kein Erwachen eingetreten waren, und das Licht der Erinnerungen verloschen und vergangen war zu einem milden Nachhall von Wildrosenwärme, holte Cajin die beiden Fremden zu Hilfe.
Zuerst war da Hebezie, eine junge Heleleschwester aus dem Haus der Siechen. Sie war die naheliegendste Wahl, weil die Heleleschwestern sich mit Heilung auskannten und das Betreuen von Kranken tagtäglich mit Sorgfalt betrieben. Hebezie war eine noch junge Frau mit Haaren, die einen leicht silbernen Schimmer aufwiesen, genau wie ihr Gewand. Sie untersuchte Rodraeg von Kopf bis Fuß und stellte dann fest, daß Rodraegs Körper »ganz seltsam« sei, »wie der eines Neugeborenen so zart und unversehrt«. Bis auf die schreckliche Pfeilwunde natürlich. Naenn und Eljazokad drucksten herum, ja, mit Magie sei der Verwundete in letzter Zeit mehrmals in Berührung gekommen, und möglicherweise sei sein Körper dadurch verändert worden. Hebezie versuchte darauf zu drängen, daß Rodraeg in das Helelehaus im Nordosten der Stadt verbracht würde, weil man ihn dort besser umsorgen und beobachten könne. Doch Naenn, die schon beunruhigt genug war über das, was Rodraegs Leib über seine bisherigen Abenteuer beim Mammut verriet, entschied sich dagegen. Statt dessen sollte Hebezie zweimal täglich vorbeikommen und nach dem Rechten sehen.
Einen Tag ging das gut so. Hebezie schäkerte mit Eljazokad. Naenn hielt während der Untersuchungen Rodraegs Hand. Bestar und Cajin standen sich gegenseitig eifrig im Weg herum. Dann bestand Hebezie darauf, einen Spezialisten heranzuziehen, zu dessen Fähigkeiten die Heleleschwestern vollstes Vertrauen hatten: Samistien Breklaris. So kam der zweite Fremde ins Haus des Mammuts.
Samistien Breklaris, der unweit des Marktes einen Laden für Kräuter & Drogen führte, erkannte Rodraeg sofort wieder. Vor wenigen Monden war Rodraeg bei ihm gewesen, um Pastillen gegen seinen schrecklichen Reizhusten zu erstehen. Schon damals war Rodraeg dem Kräuterfachmann etwas zerstreut und verrätselt vorgekommen. Nun lag er vor ihm, alle Anzeichen eines Hustens waren verschwunden, dafür hatte er einen Herzschuß erlitten, der für jeden normalen Menschen tödlich gewesen wäre, lebte aber weiter in der magischen Obhut eines hochschwangeren,...


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Kundenrezensionen

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Nachdem ich dieses Buch das erste Mal gelesen habe war ich ein wenig enttäuscht, weil ich gerne mehr von der "Traumwelt" kennen gelernt hätte. Doch nachdem ich dieses Buch nun mehrmals gelesen habe und auch die zwei weiteren Teile kenne, kann ich mit Recht sagen, dass ich mich beim ersten Mal Lesen von einer Oberflächlichkeit habe treiben lassen. Diese Folge verdient höchstes Lob!
Tobias O Meißner zeigt mit diesem Band, wie facettenreich er arbeiten kann, indem er unser gewohntes Terrain (den Kontinent) verlässt und uns Leser in diese andere Welt entführt. Außerdem weiß er immer wieder zu überraschen. Es ist nie gewiss, was in der Geschichte als nächstes passiert!
Er stellt nicht nur Kreativität und Unberechenbarkeit unter Beweis, sondern zeigt auch Ideen auf, die durchaus philosophischen Anteil haben.

Die Geschichte beginnt gewohnt damit, dass ein Auftrag in das Haus des Mammuts kommt und damit, dass schließlich die Gefährten auf die Reise gehen. Sie kommen in einen verregneten Wald und lernen dabei eine Waldläuferin kennen. Die Atmosphäre hier ist derart dicht und eindrucksstark, dass man sich als Leser unmittelbar selbst in diesem Wald wiederzufinden scheint. In diesem Wald treffen sie auf eine Kartenlegerin, die mit ihrem Handwerk die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Mammutgruppe zu deuten vermag.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Geheimbund des Mammuts, eine kleine Truppe Idealisten, die sich dem Kampf für die Rettung von Natur und Umwelt verschrieben hat, kehrt deutlich dezimiert vom letzten Auftrag nach Warchaim zurück. Bogenschütze Hellas wurde zum Verräter und Der Anführer der Gruppe, Rodreag, liegt in einem mysteriösen Koma, aus dem er nicht mal mit Hilfe seiner großen Liebe, der Schmetterlingsfrau Naenn, zu erwachen vermag. Doch der nächste Auftrag wartet schon auf die Wenigen, die noch übrig sind vom Mammut: Im Thost, einem geheimnisvollen Wald, sind plötzlich alle Kaninchen verschwunden.

Gemeinsam mit dem Klippenwaldkrieger Bestar macht sich nun der Magier ohne Magie Eljazokad auf den Weg in den Thost, um das Verschwinden der Kaninchen aufzuklären. Lange hadert er mit sich selbst, ist verunsichert und sehnt sich nach der soureänen Führung Rodreags. Auch Hellas' Verrat hat eine deutliche Kerbe in das Mammut geschlagen und so treten sie nicht nur mit weniger als halber Mannstärke gegen einen grausamen Gegner an, sondern werden überdies mit Selbstzweifeln und Verunsicherung geplagt.

Die Leser müssen sich ebenso wie die Mitglieder des Mammut auf die vollkommen neue Situation einstellen. Tobias O. Meißner überlässt nichts dem Zufall und überrascht dennoch immer wieder aufs Neue. Manche Szene mag erschüttern und entsetzen, manche mag aber dennoch Mut zur Hoffnung geben. Hoffnung, dass die Missionen des Mammut gleichbedeutend mit einer neuen, besseren Welt sind. Als Leser muss man sich auf viele Andeutungen gefasst machen, die man vermutlich erst im gesamten Umfang verstehen wird, sobald der letzte Satz des Gesamtzyklus geschrieben wurde.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Weichen sind gestellt 20. Juli 2008
Format:Taschenbuch
"Brücke der brennenden Blumen" ist der vierte Teil der Mammut-Saga von Tobias Meißner. Dass der Ansatz des Szenarios um Rodraeg und seine Begleiter verschroben, der Umweltschutz-Ansatz für ein Fantasy-Szenario etwas gewöhnungsbedürftig ist, "Im Zeichen des Mammuts" aber dennoch funktioniert, wurde ja schon mehrmals erwähnt. Ich möchte hier an dieser Stelle eine Brücke schlagen, warum es einfach lohnenswert ist, diese voraussichtlich zwölfteilige Buchreihe zu beginnen bzw. fortzusetzen.

Der vierte Band ist wirklich anders. In "Die dunkle Quelle", "Das letzte Zeichen des Wolfes" und "Das vergessene Szepter" lernte man die Protagonisten kennen und ließ sich von gut erzählten Geschichten faszinieren. Es gibt einen großen Gesamtzusammenhang. In den ersten Bänden der Saga beließ es Meißner bei Andeutungen, was diesen denn genau ausmacht. Hier im vierten Teil schlägt er einem die Informationen in einer Frequenz um die Ohren, dass es einen überfordern kann. Nicht dass einem nach dem Überqueren der "Brücke" klar ist, worauf die Saga denn hinausläuft. Aber es darf endlich richtig spekuliert werden. Nicht vielen Autoren gelingt es, die Fanasie des Lesers auch nach der Lektüre zu beschäftigen.
Wieder beginnt die Geschichte eher schleppend. Aber nach dem Paukenschlag am Ende von "Das vergessene Szepter" schmerzt das doppelt. Ungeduldig vertilgt man Seite um Seite, Kapitel um Kapitel, um endlich zu erfahren, wie es mit dem Mammut weitergeht. Nach der Hälfte des Romans wird die "Brücke der brennenden Blumen" überquert und das altbekannte Fantasygerüst abgerissen. Was dann geschieht, geht einem fast schon zu schnell. Viele Fragen bleiben unbeantwortet.
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