Nachdem ich dieses Buch das erste Mal gelesen habe war ich ein wenig enttäuscht, weil ich gerne mehr von der "Traumwelt" kennen gelernt hätte. Doch nachdem ich dieses Buch nun mehrmals gelesen habe und auch die zwei weiteren Teile kenne, kann ich mit Recht sagen, dass ich mich beim ersten Mal Lesen von einer Oberflächlichkeit habe treiben lassen. Diese Folge verdient höchstes Lob!
Tobias O Meißner zeigt mit diesem Band, wie facettenreich er arbeiten kann, indem er unser gewohntes Terrain (den Kontinent) verlässt und uns Leser in diese andere Welt entführt. Außerdem weiß er immer wieder zu überraschen. Es ist nie gewiss, was in der Geschichte als nächstes passiert!
Er stellt nicht nur Kreativität und Unberechenbarkeit unter Beweis, sondern zeigt auch Ideen auf, die durchaus philosophischen Anteil haben.
Die Geschichte beginnt gewohnt damit, dass ein Auftrag in das Haus des Mammuts kommt und damit, dass schließlich die Gefährten auf die Reise gehen. Sie kommen in einen verregneten Wald und lernen dabei eine Waldläuferin kennen. Die Atmosphäre hier ist derart dicht und eindrucksstark, dass man sich als Leser unmittelbar selbst in diesem Wald wiederzufinden scheint. In diesem Wald treffen sie auf eine Kartenlegerin, die mit ihrem Handwerk die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Mammutgruppe zu deuten vermag. Diese Sache gibt diesem Band ein sehr interessantes Moment, da man nach dem Kartenlegen selbst auch zu rätseln beginnt, was die Karten aussagen sollen und auch im nachhinein, nachdem man schon weitere Bände gelesen hat, blättert man in diesem Teil noch einmal nach um zu sehen, ob man neue Ideen zur Auslegung hat, ob die Karten lügen strafen, oder gar in irgend eine Richtung recht behielten.
Der eigentliche Hauptprotagonist ist in diesem Band spielt in diesem Band nur eine Nebenrolle, was ich durchaus auch für eine starke Abwechslung in dieser Reihe empfinde. Der Lichtmagier, Eljazokad, ist hier der Protagonist. Sie kommen an einen Punkt, in dem er die GRENDE DES SCHMERZES beziehungsweise die BRÜCKE DER BRENNENDEN BLUMEN überschreitet, um eine Welt zu betreten, die zunächst als eine Art "Traumwelt" erscheint, Diese Welt wurde zuvor in den Bänden 1-3 mehrmals schon angedeutet. Man taucht ein in eine neue Atmosphäre, die spannend, geheimnisvoll und voller Fragen ist.
Der Autor schafft hier eine beeindruckende Projektion: Ein jahrelanges vor sich Hindümpeln wirkt auf den Leser ebenso träge, schwer und leer, ABER ohne dabei im Leser Langeweile oder Ermüdung entstehen zu lassen!
Die Spannungskurve steigt stetig und man begegnet zwei äußerst interessanten, weil mysteriösen Figuren aus den Vorgängerbänden, mit denen man schon gar nicht mehr gerechnet hätte! So lässt sich dieses Buch wie alle Vorgängerbände auch in einem Zug durchlesen, es ist in sich abgeschlossen und verspricht für weitere Folgen große Herausforderungen und Abenteuer.