Die Liebe zwischen Männern ist etwas völlig Reines. Es basiert nicht auf dem Bedürfnis der Bevölkerung zu dienen, sich Fortzupflanzen und sich somit der Nachwelt zu hinterlassen. Aus der Beziehung zwischen Männern geht kein Kind hervor. Kein Nutzen durch den man zu so einer Liebe gezwungen wird. Wer liebt hat nur die Liebe. Eine der wohl reinsten Lieben.
Die Ansicht die der Regisseur durch diesen Film zum Ausdruck bringen will, seine Motivation und der Grund, warum er den Film gerade so umgesetzt hat, haben mich zu tiefst bewegt. Natürlich bestehen auch homosexuelle Beziehungen auf körperlichen Kontakten, aber wenn man nur die Liebe betrachtet, ist das eine Seite, die ich zuvor noch von keinem betrachtet gesehen habe.
Boys Love ist ein wunderbarer Film, der durch gerade diesen Regisseur, eine Sensibilität gewinnt, die einen fesselt. Takumi Saitoh setzt den Noel wunderbar um, ein Charakter der so menschlich verletzt in sich lebt, dass man gerade zu mit ihm leidet. Den Manga habe ich nicht gelesen, auch jetzt nicht, nach dem ich den Film kenne. Ich finde man kann einen Film nicht schlecht reden, weil er ein Buch nicht richtig umgesetzt hat. In einem Buch läuft für jeden ein ganz anderer Film ab und tausende Filme in einen einzigen zu vereinen, ist schier unmöglich. Darum finde ich muss man Buch und Film entweder einzeln betrachten oder ich für eines entscheiden. Ich habe mich für den Film entschieden, ich werde den Manga wohl irgendwann lesen, aber mein Original wird wohl der Film bleiben.
Die Geschichte von Noel und Mamiya wird zart erzählt und hart zugleich. Alles wird angetrieben durch den einzigartigen Charakter von Noel. Der Außen und Innen in zwei völlig andere Charaktere teilt. Mamiya könnte wohl jeder von uns sein. Ein Charakter der sich nicht unbedingt durch seine Individualität auszeichnet, als vielmehr ein weites Spektrum an möglichen Menschen abdeckt. Aber er ist ein reiner Charakter. Aufrichtig und gut. Auch im zweiten Teil, Boys Love zwei, einer Geschichte die nichts mit der ersten zu tun hat, sondern lediglich durch Thematik und eben einem gleichen Schauspieler, verbunden ist, spielt er eine der Hauptrollen.
Für mich ist Boys Love eine Art Kunstwerk. Und damit spreche ich nicht nur von dem Film, sondern auch von den Zusatzmaterialien. Denn auch diese sind so schön gemacht und mit solch eindrucksvoller, aber sanfter Musik durchzogen, dass sie ihren ganz eigenen Film zeigen. Der 'Hauptfilm' wird durch Zitate begleitet, die jeder Szene noch eine Tiefgründigkeit verleihen und den roten Faden bilden. Die Musik, die Zitate, die Umsetzung der Bilder und des Spiels, alles einigt sich zu einem wunderschönen und bewegenden Gesamtwerk. Ein Film ohne romantische Küsse, ein Film in der eine Umarmung mehr bewegt und mehr bedeutet als ein Kuss möglich gemacht hätte.
Kein Film, mit dem schönen Happy End, dass man sich wünschen mag. Aber ein Film an den man noch lange denkt.
Ich empfehle auch jedem der sich für diesen Film entscheidet ihn in der original Synchronisation anzusehen und sich lediglich an deutsche Untertitel zu halten.
Für alle die einen Boys Love Film mit menschlichen Schwächen, Schmerz und Angst, aber auch Zuneigung so sanft, aufrichtig und verletzlich, suchen.
Ein Film der von mehr erzählt als der Liebe.