Ein gutes Beispiel dafür, daß interessante Zutaten noch kein stimmiges Menü ergeben. Weder Fans der Corrs noch Liebhaber traditioneller irischer Musik dürften auf ihre Kosten kommen.
Zunächst zur Geschichte: Trotz vielversprechender Ansätze (rivalisierende Bands aus Clare und Liverpool) bleibt es bei oberflächlichen Klischees. Mir scheint, das Drehbuch reiht einfach eine Szene an die nächste, ohne Plan und Struktur. Das ganze ist zudem so unbeholfen in Szene gesetzt, daß sämtliche potentiellen Überraschungen dramaturgisch verpuffen und auch kaum Komik bieten.
Wäre alles nicht so schlimm, wenn die Musik einen darüber hinwegtrösten könnte. Leider agieren alle Protagonisten so, als hätte man sie mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihre Instrumente zu malträtieren. Sowohl die Bar-Sessions als auch die "Vorspiele" wirken vollkommen steril. Zudem kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß ein solcher Bandwettbewerb ohne Publikum, nur vor einer Jury stattfindet! Die Musik selbst (die ja wohl von erfahrenen Instrumentalisten eingespielt wurde) wirkt genauso leblos, wie sie dargeboten wird. Die Corrs machen ja nette Popmusik mit Folkeinflüssen, aber am katastrophalen "Home"-Album hat man gesehen, daß das nichts mit irischen Traditionen zu tun hat. Hieran und auch an den gezeigten Szenen aus den Jugendwettbewerben (die nur als billige Klamotte herhalten müssen) erkenne ich, daß hinter den Kulissen wohl niemand dabei war, dem wirklich an irischer Musik gelegen ist.
Nun zur lieben Andrea. Entgegen der Werbung hat sie nur eine relativ kleine Rolle. Sie hat Ausstrahlung, ihre Fröhlichkeit ist überzeugend und ansteckend. Leider hat das nicht viel mit dem Film zu tun. Vielleicht auch, da sie als 30jährige, unterstützt durch viel Schminke, ein 20jähriges Mädchen spielt, paßt sie nicht zu den anderen jungen Darstellern (nicht daß ihr das Drehbuch viel Gelegenheit zum Glänzen geben würde). Und wer ist auf die idiotische Idee gekommen, sie zur Fiddlerin zu machen? Sie ist doch ganz passabel auf der Tin Whistle und fühlt sich mit der Geige (dem Instrument ihrer Schwester Sharon) sichtlich unwohl!
Wie man so schön sagt - irgendwo in diesem Machwerk verbirgt sich ein netter Film, den man aber mehr erahnen als wirklich erfahren kann. Gerade noch erträglich (4/10).
Bild- und Tonqualität der DVD sind in Ordnung, bieten aber auch nicht gerade eine Referenz. Keine Extras.