- Brandon (HILARY SWANK) ist ein dufter Typ, mit dem man Pferde stehlen kann: der schmächtige Junge ist charmant, kann gut küssen und ist immer für einen Scherz gut. Wie einige Mädchen und insbesondere die schöne Lana (CHLOE SEVIGNY) im gottverlassenen Kaff Falls City, Nebraska feststellen dürfen. Da gibt es nur ein Problem: In Wirklichkeit ist Brandon das Mädchen Teena Brandon; sie ist unglücklich und erzählt lügen, denn sie hat keine Mutter in Florida, keinen Vater in Hollywood und auch keine Schwester, die Model ist ... Im rauhen, aber biergesättigt herzlichen Milieu der weissen Unterschicht mag man sich als kleinkrimineller Slacker Ansehen erwerben, aber bei sexuellen Abweichungen sieht das schon ganz anders aus. Als Brandons Lügengespinst auffliegt, kommt es zur Katastrophe, er bekommt es mit Lanas Jugendfreund John (PETER SARSGAARD) zu tun, der gerade mal nicht einsitzt, und dessen debilem Buddy Tom. -
"Boys Don't Cry" ist eine Mischung aus Road Movie und Selbstfindungsdrama, ein aufwühlender Film über eine junge Frau, die lieber ein Mann wäre, aber an der Intoleranz einer konservativen Provinzgesellschaft und der Fragilität des Selbstbewusstseins anderer Männer scheitert. Als sich herausstellt, dass Brandon in Wirklichkeit eine Frau ist, glauben zwei Kleinkriminelle, die auf die Verkleidung hereinfielen, sie bestrafen und die Ordnung wiederherstellen zu müssen.
Die Tragödie basiert auf einer wahren Begebenheit in Nebraska: Teena Brandon wurde 1993, knapp drei Wochen nach ihrem 21. Geburtstag, ermordet. Die Regisseurin Kimberly Peirce drehte darüber zunächst einen Kurzfilm, 1999 dann mit einer anderen Besetzung ihren ersten abendfüllenden Film: "Boys Don't Cry".
SWANKs Schauspiel ist eindrucksvoll, sie reißt die Zuschauer mit, weil es ihr gelungen ist, die schwierige Rolle nuanciert, überzeugend und fern von Klischees zu spielen, nämlich als einen Menschen mit Fehlern und Schwächen.
Die damals 25-jährige soll sich auf die Dreharbeiten vorbereitet haben, indem sie sich einen Monat lang als Mann ausgab.
Für diese großartige schauspielerische Leistung wurde sie hochverdient mit einem Oscar ausgezeichnet. Fünf Jahre später bewies SWANK, daß sie keineswegs zu Hollywoods Eintagsfliegen zählt und untermauerte eindrucksvoll Ihren Status als Charakterdarstellerin mit Ihrem zweiten Goldjungen für das ebenfalls sehr sehenswerte Drama "Million Dollar Baby".
Für mich gehört HILARY SWANK aktuell neben KATE WINSLET, CATE BLANCHETT, JULIANNE MOORE und TILDA SWINTON zu den Top 5 der Besten Schauspielerinnen unserer Zeit.
Keine Frage, dieser Film schmeckt nicht jedem, da er ziemlich kühl und ungeschönt daherkommt, vermittelt aber eine doch sehr wichtige Botschaft: Toleranz und Achtung vor der Menschenwürde.
Stark, bleibt im Gedächtnis haften.