Endlich ist alles da. Sicherlich sind Tigermilk und Sinister absolut wunderbare Alben, aber dieses ist das berühmte Quentchen voraus. Auffallend straffere Arrangements, ein Haufen brillianter Songs, und bei aller Liebe zum Detail immer noch das angenehm Unfertige, welches B&S zum Antidot allen perfekt produzierten Chartgiftes macht. Da darf Isobel charmant an der richtigen Tonlage vorbeischrammen, das Glockenspiel klimpert etwas neben dem Takt... dennoch haben B&S den wahren Charakter der Musikalität verstanden. Buchhalter dürfen weiterhin Sting und ähnliche Richtigmacher hören, denn sie werden nie kapieren, warum eine solche Musik nicht nur glücklich, sondern auch gesund machen kann, bei aller Galligkeit der Texte. Und wenn der Rollercoaster Ride vorbei ist, wischt man sich die Freudentränen aus den Augen, die Hand wandert wieder zur Playtaste, und man läßt sich von vorn verzaubern. Belle and Sebastian sind nicht wie Donovan, wie Love, nicht einmal wie Nick Drake oder Simon & Garfunkel, was immer so gern kolportiert wird. Ich hänge mich aus dem Fenster: Sie sind einfach besser.