Produktinformation
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Deutlich, eigentlich unverkennbar britisch, bewegt er sich weniger mit dem derzeit ziemlich ausgeleierten R&B als mit dem erheblichen Erbe des Drum'n'Bass und den klangsatten, runden Computerbassschlägen, wie man sie etwa für Produktionen des Sheffielder Elektronik-Labels Warp typisch sind. Unverdrossen setzt er Glockenspiele und fernöstlich anmutende Tonfolgen dazwischen, denen er kurz erwähnte Rockgitarren und irgendwie alberne Schlauberger-Backgroundgesänge zur Seite stellt.
Auch als Rapper kümmert sich unser schwindelanfälliger Schurke (engl.: dizzy rascal) erfreulich wenig um Regeln und Hausordnung des hippen Hop. Irgenwie nörgelig intoniert er und das gleichzeitig mit einer Kraft, die einem Ol' Dirty Bastard, der ja auch mal zu Recht als innovativer Rapper gehandelt wurde, längst abgesoffen ist. Als hätte er ähnliche Probleme wie jener, artikuliert er so huschig, dass man sich bei manchem Stück fragen kann, wie und wann genau er dabei die Busta-Rhymes-nahe Silbenschlagzahl erreichen und halten konnte. Energie ist Dizzees Problem nicht, ebenso der Mut, sein Potenzial in kreative Vorstellungskraft umzusetzen. All seinen "...haters, enemies and those who didn't believe I could make it", widmet er in den Linernotes ein herzliches "Fuck you!". Right on, Dizzee, das rockt. --Rolf Jäger
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Im Rückblick ist dies „mein" Album aus 2003, es ist das Einzige, das ich immer noch regelmässig höre und mit dem ich noch nicht „fertig" bin. In meiner Musiksammlung haben dabei nicht wirklich viele Rap/Hip-Hop/Garage Alben Bestand gehabt.
Tatsächlich hat die Musik Dizzee Rascals auch fast etwas vom Blues - in den Texten, die stark um Beobachtungen und die Erlebnisse aus der Nachbarschaft um Armut, Kriminalität und den Mangel an Lebensperspektiven kreisen - und der Musik, ganz offensichtlich etwa in „Sittin`here" oder „Cut em off".
Doch mit diesem Verweis täusche ich sicher die Erwartungshaltung. Zuerst einmal ist es eine ungeheuer kraftvolle Musik, die stark vom Rhythmus aus entwickelt wurde, mit irgendwie japanisch klingenden Melodien, manche wie mit Spielkonsolen-Klängen, gezupfte Streicher, kurzen Gitarreneffekten und quietschenden Synthesizern. Die Texte sind Geschichten, Selbstgespräche, Hörspielartig manchmal inszeniert, manchmal in Call&Response Formen und Duetten gesungen, aber immer im Hypertempo - und leider im Booklet fehlend. Das alles liegt auf exakten Rhythmen aus dröhnenden, blubbernden oder wild verlaufenden Bässen, manchmal mit Einflüssen aus dem Dub, und eckig-nervösen, manchmal kraftvollen Beats entwickelt. Ueber das Ganze wird dann praktisch noch ein Archiv schräger Lieblingssounds ausgeschüttet. Beim ersten Hören ziemlich viel also.
Erster Anspieltipp ist so „Fix up, look sharp" - eher konventionell, ein BigBeat Knaller. Der Reiz vieler Stücke erschliesst sich sofort, aber die raffinierten Strukturen, der durchdachte Aufbau und der Reiz der Texte an sich sind von Dauer. Besonders hervorhebenswert sicher noch I luv u.
Dizzee Rascal kann ein ganz Grosser werden, doch erstmal ist dies eines der originellsten und packendsten Alben seit sehr langer Zeit.
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