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84 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
GENESIS Nick Davis-Remaster - Die teure Alternative, 26. November 2008
Erst einmal, ja, natürlich klingen diese SACD-remasterten Songs beim ersten Hören eindrucksvoller als die auf den älteren CD-Ausgaben oder Vinyl-Fassungen der Alben. Ich finde es schon fantastisch, was man nun alles heraushören kann. Aber man muß sich dessen bewußt sein, daß es nicht nur klangverbesserte Stücke, sondern neu abgemischte sind.
Das akustische Verhältnis der Instrumente zueinander wurde verändert. Die Dominanz bestimmter Töne fehlt. Stattdessen stehen die einzelnen Klänge nunmehr fast gleichberechtigt nebeneinander. Für meinen Geschmack wurde die musikalische Aussage der Lieder somit, teils entscheidend, verändert.
Tony Banks hatte in einem frühen Interview einmal angemerkt, daß Peter Gabriels Stimmvolumen bestimmte Töne der Instrumente überlagert. Natürlich verweben sich auch die Töne von Gitarren und Keyboard, usw. Wenn nun, wie hier, die Instrumente (und die Gesangsstimmen) separiert werden, dann einzeln neu zusammengefügt und nebeneinandergestellt werden, entsteht ein völlig neues Klangbild. Zum Beispiel fehlt dann die Dominanz des E-Gitarren-Tons am Ende von "Watcher of the Skies" Foxtrot, da alle anderen Instrumente auf einmal klar nach vorne treten und diesen klanglichen Raum einfach nicht mehr frei lassen.
Diese Art Abmischung findet sich in fast jedem neubearbeiteten Lied. Es werden Liedenden ausgeblendet, Instrumente in den Hintergrund gemischt, klanglich verändert, Stereoeffekte ausgeweitet, und, und, und ... (Z.B. ertönt auf The Lamb die Stimme des Slipperman nun nicht mehr mittig sondern extrem rechts und links - das macht nicht nur aufnahmetechnisch keinen Sinn, das kann ich wirklich nur als Spezial-Effekt auffassen.)
Diese Aufnahmen klingen dadurch eben nicht nur besser oder neu, sie klingen für mich auch stellenweise sehr fremd.
Einerseits ist es für mich eine Auffrischung von Material, das ich Note für Note auswendig kenne, andererseits sollten, nach meiner Auffassung, Originalaufnahmen von "klassischen" Stücken aber nur behutsam im Klang bearbeitet werden und dabei keine "neuen" Stücke entstehen lassen.
Für mich heißt das, entstellend in den wohlvertrauten Klangraum der Lieder eingreifen und damit die Lieder neu zu schaffen. Ich finde es durchaus interessant meine alten Lieblinge im neuen Glanz zu genießen, aber sie sind mir dadurch, wie gesagt, auch ein Stück fremd geworden.
Für mich ist die neue Auflage der Genesis-Alben daher kein Ersatz der älteren CD- und Vinyl-Fassungen, sondern nur eine Alternative.
Was ich dabei wirklich traurig finde, ist, daß die alten remasterten Ausgaben von 1994 (Definitive Edition Remaster) demnächst vom Markt verschwinden werden. Auch wenn hier schon nicht optimal remastert wurde, so wurde doch wenigstens die Originalabmischung nicht derart stark bearbeitet.
Für Leute, die Genesis zukünftig neu entdecken wollen, stehen somit die Original-Abmischungen nicht mehr zur Verfügung. Sie haben keine Möglichkeit mehr diese Gruppe so zu erleben, wie sie damals geklungen hat (na gut, daß das Rauschen im Keyboard-Intro von Watcher of the Skies ab 1994 verschwunden ist, habe ich nie bedauert).
Fazit:
Die neuen Aufnahmen können nicht die der älteren CD-/Vinyl-Ausgaben ersetzen, da sie zu verfremdend sind. Sie stehen jedoch denen, die sie sich leisten wollen, als wirklich interessante Alternative zur Verfügung. Zudem werden in der DVD-Abteilung mit Music-Clips und Interviews viele Informationen über diese glorreiche Zeit der Band zur Verfügung gestellt. Auf einer separaten CD sind weitere, wenn auch wenige, Non-Album-Tracks (B-Seiten, etc.) aus der Zeit 1969-1972 enthalten.
Mein Tip für Genesis Neu-Einsteiger:
Ich würde dringend anraten die alten (1994) 'Definitive Edition Remaster'-Ausgaben der Alben zu kaufen, solange diese noch auf dem Markt sind. Es ist wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, die Gruppe (mehr oder weniger) im Original zu hören. Die Neuausgaben sind eher für Fans, die alle anderen Ausgaben schon haben, auswendig kennen und, wie ich, aus Liebe zu dieser Musik viel, viel Geld auszugeben bereit sind.
Die besten CD-Ausgaben der Genesis-Alben sind, nach meiner Auffassung, die der japanischen Digi-Pack Ausgaben aus den 1990er Jahren (daran zu erkennen, daß die Hüllen aus Pappe sind und die LP-Alben in CD-Größe exakt nachbilden). Das Remastering ist etwas dezenter und weniger betont in den Höhen als die der 1994er Ausgabe. Der Ton hat sich mehr an den tatsächlichen Alben orientiert. Das ganze ist heute aber recht teuer, da sie, nach meiner Kenntnis, nur noch als Sammlerstücke erhältlich sind. (Das Album Calling All Stations ist nicht in dieser Reihe erschienen.)
Ich gebe dem Genesis-CD-Paket 1970-1975 insgesamt 3 Sterne. Die Sterne deshalb, weil diese Alben für mich den Höhepunkt der Bandgeschichte und überdies einen Höhepunkt der Prog-Rock-Ära darstellen. Zwei Sterne Abzug, weil hier, für meine Begriffe, leider die große Chance vertan wurde, tatsächlich eine Referenz-Bearbeitung der Genesis-Alben auf der technischen Höhe der Zeit zu erstellen. Vertan deshalb, weil die vorliegende Bearbeitung der Versuchung erlegen ist, den Band-Sound in Angleichung an moderne Hörgewohnheiten neu zu erschaffen.
(Rezension bezieht sich auf die GENESIS-Box 1970-1975; geschrieben am 26.11.2008, Preis der Box zu der Zeit: 109,95 ¤)
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75 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich, 10. November 2008
Der Sinn dieser Rezis liegt darin, potentiellen Käufern die Entscheidung zu erleichtern, ein Produkt zu kaufen oder eben nicht. Daher lasse ich jetzt die Lobhudeleien über die Musik, inzwischen dürfte sich ja herumgesprochen haben, dass es sich hier um Rock- und Kultur-Geschichte handelt. Bei den drei "Genesis-Boxen" geht es vor allem um den Sound.
Bereits bei den ersten Tönen von Nursery Cryme fing ich an zu staunen, wie ein kleines Kind. Dann hörte ich das Album durch, danach Foxtrot. Meine Meinung änderte sich nicht, im Gegenteil. Hier sind meine Eindrücke:
- druckvoll;
- kristall-klar;
- tiefen-gestaffelt (unglaubliches Stereobild);
- man versteht endlich, was Gabriel singt und somit entfaltet sich die Musik noch viel besser.
Wenn man die Anlage aufdreht, bekommt man fast Angst, so groß ist der Unterschied in der Sound-Qualität zu den älteren Aufnahmen. Ich fasse es immer noch nicht, was man mit dem neuen Mix alles an Sound herausgeholt hat. Man denkt zum Teil, dass man einer der Retro-Bands von heute (etwa die Band "Musical Box") zuhört und reibt sich hier und da kräftig die Ohren. Unglaublich...
Noch etwas - durch die neue Abmischung hat sich auch der Charakter der Musik ziemlich geändert. Die frühen Genesis-Stücke hauchten den Geist der alten Zeit. Nicht nur, dass die Themen des Öfteren mittelalterlich sind, sondern die (damals) schlechte Aufnahmequalität, der teils dumpfe Sound. Man hatte das Gefühl, die Musik "durch einen Schleier" zu hören, "Musik aus anderen Zeiten". Das passte auch gut zu den Themen und Melodien. Wie gewollt diese "Passung" war, mag dahingestellt sein, sie hatte ihren Charme.
Diese Abmischung ist eine Zeitreise - sie holt den Ritter in scheinender Rüstung direkt in die heutige Zeit. Er steht klar sichtbar und hörbar direkt vor einem.
Allerdings hat sich das Verhältnis der Instrumente zueinander, sowie auch zur Stimme verändert. Es geht ja um eine komplette Neuabmischung und nicht lediglich um ein Remastering. Teils muss man sich neu in die Musik einhören, weil sich die Harmonien anders entfalten. Sehr positiv ist beispielsweise, dass man Collins Drums (und Stimme) viel besser raushören kann, sowie auch Rutherfords Bass.
Fazit - auch wer Genesis bereits richtig gut kennt, wird hier seine wahre Freude haben. Er/Sie wird die Musik nahezu völlig neu erleben dürfen - ein dickes Plus der Genesis-Boxen. Jedoch vor allem die zweite und diese Box, profitieren von der neuen Abmischung, da die Sound-Qualität eher schlecht war. An dieser Stelle verweise ich darauf, sich "And then there were three" in der neuen Abmischung anzuhören!
Ich habe einen bedeutenden Teil meiner frühen Adoleszenz mit dieser herrlichen Musik versüßen dürfen und freue mich darauf, alles neu zu erleben. Vor allem bin ich auf "Lamb" gespannt...
Es gibt sicherlich genug Leite, die (noch) mehr Geld dafür auf die Theke legen würden. Absolute Kaufempfehlung!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ultimativ, 18. Juni 2009
Das alte und neue Testaments des Progs?? Ein kleines bißchen schon. Unumstritten dürfte sein, daß die GENESIS-Ära 1970 - 1975 absolut zum innersten Kreis der sog. progressiven Musik gehört. Die einzelnen Alben wurden unendliche Male rezensiert. Von daher möchte ich mich mit der eigentlichen Box, sowie der klanglichen Aufbereitung beschäftigen.
Ich bin weder Musiker noch habe ich audiophile Wunderorgane. Ich höre lediglich gern Musik. Und endlich, endlich kommen die GENESIS-Alben der Gabriel-Ära so aus meinen Boxen, wie ich es mir immer erträumt habe. Es ist Transparenz eingekehrt. Der muffige Grundsound der vergangenen Pressungen ist endlich verschwunden. Ich habe das Gefühl, daß die Techniker einen Schleier von den Alben genommen haben. Es klingt in meiner Anlage (Verstärker, CD-Player Harman Kardon / Boxen Elac) einfach nur fantastisch. Ja, vielleicht sind die "S-Laute" ein klein wenig scharf. Und ja, vielleicht fehlen hin und wieder die nicht unerheblichen Mitten ein wenig. Aber Hand aufs Herz. Hören wir denn alle tatsächlich mit irgendwelchen Meßgeräten Musik. Der Klang mag nicht perfekt sein. Für eine Aufnahme aus den frühen Siebzigern ist er für mich allerdings tadellos. Besonders "The Lamb lies down........" erstrahlt in völlig neuem Glanze. Hier fällt mir die Überarbeitung besonders deutlich auf.
Es gibt die Musik in den unterschiedlichsten Formaten (SACD, CD, Dolby Surround 5.1, DTS Surround [was auch immer das alles ist....].
Hier darf sich jeder Musikliebhaber mit dem nötigen Equipment bedienen.
DVD-Sequenzen fehlen natürlich ebenfalls nicht. Es gibt Interviews, sowie bizarr schöne Auftritte der Engländer. Wer bisher einen völlig bekloppten Peter Gabriel mit rotem Kleid noch nicht gesehen hat, der muß das ganz einfach sehen. Einzigartig wie "teilnahmlos" und konzentriert der Rest der Musiker die Auftritte abspult.
Als Bonus gibt es dann noch Material aus den Sechzigern, sowie den frühen Siebzigern.
Für Fans besonders wertwoll dürften die "Jackson Tapes" sein. Ursprünglich für einen Film aufgenommen, finden sich hier jede Menge Zitate späterer Musikperlen. Überraschungen und offene Münder sind garantiert.
Zur Box. Die Box wirkt hochwertig. Allerdings ärgert es mich ein klein wenig, daß die ersten 4 Alben in einem schnöden Jewel-Case dahergommen. Lediglich "The Lamb........" hat man in ein hochwertiges Digi-Pack gesteckt. Bei einem nicht gerade geringen Preis hätte ich mir hier mehr erhofft. Am falschen Ende gespart.
Die Bonus CD gibt es ebenfalls in einem schönen Digi-Pack. Fotos sowie Zitate runden das Teilchen ab.
Fazit: Diese Box ist aus meiner Sicht ein Stück geschichtliches Fundament "unserer" Musik. Der Klang der CDs ist einfach nur grossartig.
Zuschlagen sollte und darf Pflicht sein!!
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