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55 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sogar Charlton Heston war sprachlos...., 14. April 2003
....doch dazu spaeter. Am 20. April 1999 um 6 Uhr morgens gehen zwei Jugendliche zum Bowlen. Nichts aussergewoehliches an sich. Wenige Stunden spaeter erschiessen sie in der Columbine Schule in Colorado 12 Mitschueler, einen Lehrer, verwunden 20 andere, um sich dann am Ende selbst zu toeten. Das ist der Aufhaenger dieser teilweise sehr emotionalen Dokumentation von Oskar Gewinner Michael Moore. Jedoch geht Moore bei seinem Versuch, die Hintergruende dieser Tragoedie auf zu decken, viel weiter. Er hinterfragt, warum die Amerikaner, im Vergleich zum 'Rest of the World' so schiesswuetig sind. Letztes Jahr starben in den USA ueber 11.000 Menschen im Kugelhagel. Deutschland mit knapp einem Drittel der amerikanischen Bevoelkerung und einer fuer europaeische Massstaebe sehr hohen Kriminalitaetsrate hatte hingegen 'nur' ca. 350 Erschiessungsopfer zu beklagen. Dieses Werk untersucht jeden angeblichen Grund (Gewalt im Fernsehen, das Gesetz, dass jeder Amerikaner eine Waffe besitzen darf, die Geschichte des Landes etc.) fuer diese Gewalteskalation in den Staaten mit der Lupe, nur um sie der Reihe nach zu widerlegen. Eindrucksvoll wird die wahre Ursache plausibel erklaert. Charlton Heston, Praesident der 'National Rifle Association' NRA und der groesste Waffenlobbyist, der sich das Gewehr nur aus seinen 'toten, kalten Haenden' nehmen lassen wuerde, beendete ein Interview mit Moore, indem er sich einfach sprachlos in sein Haus verkruemelte, waehrend Moore mit Traenen in den Augen das Foto eines sechs Jahre alten Maedchens hoch hielt, das von einem Mitschueler erschossen wurde. Moore hat den Oskar fuer diese Dokumentation mehr als verdient und die Tatsache, dass sie nicht im Muelleimer der Zensur landete, gibt Anlass zur Hoffnung. Unbedingt sehen! Auch empfehlenswert sein Buch 'Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush'.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandiose Doku die einen kritischen Zuschauer braucht, 15. Juli 2003
Zuerst einmal: DER FILM IST UNTERHALTUNG PUR. Das hat seine positiven und negativen Seiten. Zuerst einmal ist die positive Seite, dass durch Moores gnadenlosen Zynismus die Dokumentation nicht langweilig und dröge ist sondern bis zur letzten Minute interessant und mitreißend bleibt. Auch der Ansatz nicht Marilyn Manson (als Vertreter des Bösen) alle Schuld zu geben wie es in Deutschland auch Politiker und Medien es mit dem Spiel Half-Life nach dem Massaker von Erfurt getan haben, sonder tiefer zu gehen und zufragen in wie weit unsere Gesellschaft eine Mitschuld trägt. Andererseits muss man sehen, dass Bowling for Columbine einen hauptsächlichen subjektiv geprägten Blickwinkel hat. Auch die Untermalung des Überwachung Videos der Columbine Schule mit Musik ist eine starke Emotionalisierung und rangiert mehr auf RTL2-Niveau als auf der einer seriösen Berichterstattung. Um den Film richtig zu verstehen braucht man schon ein fundiertes Geschichts- und Politikwissen (und ein gefestigtes Weltbild) um Zynismus und Realität klar trennen zu können, da sonst der Film weder unterhaltsam noch bildend ist sondern nur plump und antiamerikanisch ist. Alles in allem zeigt der Film aber viel mehr schlüssige Ursachen auf warum junge Menschen solche Massaker anrichten (auch in vielen Punkte sicherlich übertragbar auf Robert Steinhäuser), als es in den meisten Dokumentationen in den Medien bisher gesehen habe. Eine andere Sache die mir noch negativ auffällt ist, dass wenn man mit deutschem Untertitel den Film ansieht, dass das Deutsch gesprochene nicht immer mit dem Untertitel übereinstimmt. Oder es gar neue Wortschöpfungen gibt, die nicht viel mit der deutschen Sprache zutun haben. Aber dies scheint ein generelles Problem zu sein, dass auf fast jeder DVD zu finden ist.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnd, 3. Juli 2003
Das Filmemachen, nicht das Bücherschreiben, ist Michael Moores Stärke. Das zeigt dieser Film im Vergleich zu seinem Buch "Stupid White Men". Hier muß man sich nicht in erster Linie mit den - manchmal unausgegorenen - Ansichten Moores herumschlagen, sondern wird eingeladen, sich seine eigene Meinung zu bilden. Der Aufbau des Films wirkt beim Anschauen etwas chaotisch, aber das hängt vielleicht mit seiner Stärke zusammen, daß er eben kein abgeschlossenes Bild liefert. Moore gelingt es, einen Film zu machen, der zugleich beklemmend und komisch ist. Die Dokumentation lebt stark davon, daß er selbst viel darin auftritt: Moore sieht aus wie die Leute, von denen er erzählt, und er versteht sich auch als einer von ihnen . Er will sich nicht über sie lustig machen und auch niemand verteufeln, ihm ist nur etwas aufgefallen und er will ein paar Fragen stellen. (So harmlos und naiv wie er aussieht, ist er allerdings nicht.) Auch der europäische Zuschauer nimmt aus dem Film mehr mit als die Erkenntnis: "Die spinnen, die Amis"; er muß sich selber fragen lassen: Wie ist es bei uns mit der Gewalt? Wie sehr werden wir von Angst regiert? Positiv zu erwähnen ist noch das Bonus-Material auf der DVD, vor allem 11 Minuten Interview und 43 (!) Minuten aus einer Pressekonferenz mit Moore, welche eine gute Ergänzung zum Film sind.
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