Das Filmemachen, nicht das Bücherschreiben, ist Michael Moores Stärke. Das zeigt dieser Film im Vergleich zu seinem Buch "Stupid White Men". Hier muß man sich nicht in erster Linie mit den - manchmal unausgegorenen - Ansichten Moores herumschlagen, sondern wird eingeladen, sich seine eigene Meinung zu bilden. Der Aufbau des Films wirkt beim Anschauen etwas chaotisch, aber das hängt vielleicht mit seiner Stärke zusammen, daß er eben kein abgeschlossenes Bild liefert. Moore gelingt es, einen Film zu machen, der zugleich beklemmend und komisch ist. Die Dokumentation lebt stark davon, daß er selbst viel darin auftritt: Moore sieht aus wie die Leute, von denen er erzählt, und er versteht sich auch als einer von ihnen . Er will sich nicht über sie lustig machen und auch niemand verteufeln, ihm ist nur etwas aufgefallen und er will ein paar Fragen stellen. (So harmlos und naiv wie er aussieht, ist er allerdings nicht.) Auch der europäische Zuschauer nimmt aus dem Film mehr mit als die Erkenntnis: "Die spinnen, die Amis"; er muß sich selber fragen lassen: Wie ist es bei uns mit der Gewalt? Wie sehr werden wir von Angst regiert?
Positiv zu erwähnen ist noch das Bonus-Material auf der DVD, vor allem 11 Minuten Interview und 43 (!) Minuten aus einer Pressekonferenz mit Moore, welche eine gute Ergänzung zum Film sind.