...irgendwie." Bo Barett(Chris Pine) hat das genau richtig erkannt. Sein Vater Jim(Bill Pullman) und er halten sich zwar für Winzer, aber die Könige des Weinanbaus, die Franzosen, sehen die weinanbauenden Menschen im kalifornischen Napa Valley maximal als Landwirte an. Wie es Jim Baretts Wein Chateau Montelena dann doch noch auf den europäischen Markt geschafft hat, dass erzählt uns Randall Miller in seinem Film -Bottle Shock- auf beeindruckende Art und Weise. Das Ganze nach einer wahren Begebenheit...
...und die spielte sich 1976 in Kalifornien und Paris ab. Der englische Weinkenner Steven Spurrier(Alan Rickman) betreibt in Paris eine kleine Weinhandlung, die er großspurig als Weinakademie bezeichnet. Sein Freund Maurice(Denis Farina) macht ihn auf die gute Qualität der kalifornischen Weine aufmerksam. Der völlig versnobte, distinguierte Spurrier kann darüber natürlich nur lachen. Kalifornien? Ein Witz! Aber Maurice lässt nicht locker und so macht sich Spurrier auf den Weg ins Napa Valley. Dort führt er ein paar, bis auf den heutigen Tag legendäre, Blindverkostungen durch. Wie der schrullige Brite dabei mit den handfesten kalifornischen Weinbauern zurecht kommt, oder auch nicht, dass ist eine Geschichte, die so witzig wie unterhaltsam ist. Egal, ob er sich mit Bo, der Kellerassel, auseinandersetzt oder versucht, den sturen Jim zu überzeugen. Allerdings macht nicht nur Spurrier den Kaliforniern das Leben schwer, das können die Bewohner von Napa Valley auch selbst. Bo und sein Freund Gustavo(Freddy Rodriguez) buhlen zum Beispiel um die Gunst der schönen Sam(Rachael Taylor) und Jim verzweifelt nicht nur an der Qualität seines Weins, sondern auch am Verhältnis zu seiner Ex-Frau und deren neuem Freund. Aber gegen alle Widerstände nimmt Spurrier eine Auswahl an Weinen mit nach Paris. Dort sollen letztendlich die besten Nasen Frankreichs über den ungeliebten Ableger aus der "Neuen Welt" entscheiden.
Randall Miller beginnt -Bottle Shock- ruhig und langsam. Aber gerade, wenn man denkt, es geht nicht richtig weiter, zieht er die Schrauben der Geschichte an. Die Steigerung der Handlung erzeugt dabei einen perfekten Spannungsbogen. Die Klasse-Story unterlegt Miller in Teilbereichen mit wunderbar weich gezeichneten Bildern in Blau, Grün und Gelb. Es ist eine Freude, sich das anzuschauen.
Die Besetzung von -Bottle Shock- lässt keinerlei Wünsche offen. Rickman, spielt den Snob Spurrier gandenlos gut. Chris Pine und Bill Pullman brillieren als skurriles Vater/Sohn Duo. Freddy Rodriguez, Rachael Taylor und Denis Farina bestechen in den Nebenrollen. Dazu gibt es für den interessierten Zuschauer noch einiges zu lernen. So kann man sich fragen, was zum Beispiel "ein wenig dominant in seiner Öligkeit" bedeuten könnte, oder Galilaes Zitat "Wein ist Sonnenlicht, das von Wasser zusammengehalten wird" auf der Zunge zergehen lassen.
Bleibt am Ende festzuhalten: -Bottle Shock- ist hervorragende Unterhaltung für einen DVD-Abend, der von einer Flasche Wein begleitet wird. Dazu gesellt sich mal wieder die Erkenntnis: Die besten Geschichten schreibt das Leben!