An der Ausstellung selbst besticht die trotz ihrer Fülle ausgewogene Auswahl der Exponate, die von den unterschiedlichsten Leihgebern stammen: von den Florentiner Uffizien bis zu verschiedenen privaten Sammlungen. Freilich fehlen jene Werke, die die Uffizien wegen ihrer Beliebtheit nicht einige Monate lang entbehren können, dafür werden Werke anderer Künstler geboten, die mit Botticelli in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang stehen, so von Botticellis Schüler Filippino Lippi oder seinem Lehrer Fra Filippo Lippi, Verocchio und Donatello.
Das Buch bietet, wie beim Verlag üblich, wesentlich mehr als ein einfacher Ausstellungskatalog. Allein die Essays bieten eine Fülle an Informationen, die Botticellis Werk und Wirken verständlich machen und die Begeisterung für diesen Renaissance-Künstler wecken oder intensivieren können. Sie werden begleitet von zahlreichen Bildern gerade auch solcher Werke, die man in der Ausstellung selbst nicht findet.
Die einzelnen Exponate werden in Wort und Bild optimal präsentiert. Ganzseitige Abbildungen, nicht selten zusätzlich Fotos von Details, machen die Exponate dem Betrachter zugänglich. Erläutert werden sie von informativen, dabei auch für den Laien bestens verständlichen Texten. Wird im Text Bezug genommen auf Kunstwerke außerhalb der Ausstellung, so findet man textnah Abbildungen derselben. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die ausgesprochen interessante Zusammenstellung von Werken Botticellis selbst, seiner Werkstatt und Schüler und anderer Florentiner Künstler, deren Einfluss durch oder auf Botticelli dank der Begleittexte erkenntlich wird.
Der eigentliche Katalog erhält natürlich alle relevanten Informationen zum jeweiligen Werk: Material, Technik, Maße, derzeitiger Besitzer, Inventarnummer und Literatur.
Hervorzuheben ist die hochwertige Ausführung. So gefällt nicht nur das Layout, das die großformatigen Abbildungen in den Vordergrund stellt und Detailinformationen in eine Randspalte fügt, sondern auch das recht dicke, matte, damit reflexionsarme Papier, mittels dessen die Abbildungen optimal zur Geltung kommen. Die Tafeln zum Leben des heiligen Zenobius, auf diverse Sammlungen verteilt, finden im Städel zusammen und werden im Buch dank zweier Falttafeln als Einheit erfahrbar.
Ob man die Ausstellung im Frankfurter Städel besucht (hat) oder sich lediglich für die Kunst Botticellis und der Renaissance im Allgemeinen interessiert: dieses Buch enthält sowohl die zu ihrem Verständnis erforderlichen Informationen als auch qualitativ ausgezeichnete Abbildungen. Ein wahrlich empfehlenswertes Werk - ein vorzüglicher Ausstellungskatalog, darüber hinaus ein ausgezeichneter Bildband und ein gelungenes Sachbuch!