Joachim Frank ist ein guter und vielseitig interessierter Beobachter, was sich unschwer seiner Reiseerzählung entnehmen lässt. Der Tier- und Pflanzenwelt, der ihn umgebenden Landschaft, den Menschen, Zufallsbekanntschaften, Reiseleiter und Gruppenmitglieder eingeschlossen, und der Historie schenkt er gleichermaßen seine Aufmerksamkeit und weiß seine Eindrücke fesselnd, dabei jedoch sachlich wiederzugeben. Er versucht, das Gastland und die Kultur seiner Menschen möglichst unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen und es, soweit ein Europäer mit seinem völlig andersartigen Hintergrund dazu in der Lage ist, zu verstehen. Selten findet man bei einem Reiseautor eine so ausgewogene Mischung aus sachlicher Betrachtung und Behutsamkeit. Man muss kein Afrika-Fan sein, um sich von diesem Buch begeistern zu lassen, man kann aber während der Lektüre durchaus einer werden.
Die Erzählung orientiert sich grundsätzlich an der zeitlichen Abfolge der Reise, es werden jedoch immer wieder davon losgelöste Impressionen eingestreut, ebenso wie unterwegs von den Reiseleitern in Erfahrung gebrachte Informationen und "Camp Fire Stories" von früheren Abenteuern. Joachim Frank, der sich auch als Belletristik-Autor betätigt, zeichnet sich durch einen unkomplizierten, schnörkellosen und dabei auf schlichte Weise eleganten Erzählstil aus, der ideal zur Lebendigkeit und Anschaulichkeit dieser Reiseerzählung beiträgt.
Das Buch ist sehr ansprechend aufgemacht und reich bebildert, teils schwarzweiß, teils in Farbe. Dank der vielseitigen Fotoauswahl und der hohen Qualität der Bilder tragen diese ebenfalls zu einem differenzierten Gesamteindruck von Botswana bei. Umso erfreulicher erscheint die Tatsache, dass ein kleiner Verlag ein so schön gestaltetes Buch zu einem akzeptablen Preis anbieten kann.
Joachim Franks persönliche, dabei aber informativ gehaltene Reiseerzählung bietet spannenden Lesespaß, nicht minder jedoch auch Denkanstöße für ein realistisches Afrikabild - und darüber hinaus wertvolle Tipps für potenzielle Botswana-Reisende.