Dieser vorliegende Roman gehört zu einer ganzen Reihe neu erscheinender Bücher aus der Warhammer-Welt. Der Welt der Kämpfe gegen das Chaoas, gegen Grünhäute und gegen den inneren Feind. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht der altgediente Imperiumsgeneral Kaspar von Velten, ein harter, trockener Brocken, ein Pragmatiker, der nicht viel übrig hat für Diplomatie und die Kunst der nichtssagenden Rede. Dennoch ist er Botschafter geworden und muss sich nun in diese Rolle einfinden. Das hat der Autor geschafft gut darzustellen. Ebenso gut beschrieben ist, mit welchen Problemen sich von Velten und seine Getreuen herumärgern müssen. Auch andere Charaktere erfahren eine gewisse Aufmerksamkeit. Kurt Bremen etwa, der Anführer der Panthergarde, oder die beiden Frauen, Anastasia und Sofia, welche plötzlich im Leben des Botschafters eine große Rolle spielen.
Auch die Geschichte um den brutalen Serienmörder, auf der Buchrückseite wird sogar das moderne Wort Killer verwendet, ist durchaus interessant. Immer wieder erhält der Leser Einblicke in dessen Gedanken- und Gefühlswelt, lernt die innere Unruhe kennen, die ihn vorantreibt.
Leider ist auch anzumerken, dass eine schwarz-weiß Malerei hier zu Grunde liegt. Die Seiten sind klar verteilt, von Intrige liest man hier wenig. Dennoch hat dieser Roman weniger mit dem von Warhammer gewohnten Sword & Sorcery zu tun. Würden in dieser Geschichte nicht die typisch deutschen und russischen Namen auftauchen oder Städtenamen, die man mit Warhammer in Verbindung bringt, könnte sie überall spielen. Es ist mehr eine Detektiv- und Kriminalgeschichte, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Sie ist durchaus spannend geschrieben und ab und an blitzt auch Humor durch. Auf die fantastischen Elemente um fremde Rassen und Magie wird weitestgehend verzichtet, was das Ganze etwas farblos erscheinen lässt.
Natürlich ist die von dem Rollenspiel gewohnte Brutalität enthalten, auch wenn nicht in den Massen, wie es sonst so der Fall ist.
Alles im allem ist zu vermerken, dass dieser Roman das Rad nicht neu erfindet, dennoch aber gut und leicht zu lesen ist. Da er nicht nach dem gewohnten Warhammer-Blut-Hau-Drauf-Schema aufgebaut ist, stellt er gerade für Warhammer-Neulinge eine interessante Alternative zu den übrigen Romanen dar. Man kann nur hoffen, dass im zweiten Band dieser Serie die Geschichten um dem Botschafter und seine Freunde noch einen zusätzlichen Schub an Spannung und Humor bekommen.