Unsere Haltung, Bewegungsmuster und Blockierungen muskulärer Art wirken sich auf den Fluss und die Ausdrucksmöglichkeiten unserer Emotionen aus und bestimmen so das Maß an Entwicklungsmöglichkeiten und Lebensfreude, das uns zur Verfügung steht.
So etwa lässt sich die Grundthese der Autoren zusammenfassen.
Körpertherapeutische Grundüberlegungen zu Schwerkraft, Erdung, Energie leiten die Diskussion möglicher Störungen ein, die sich an Schalt- und Verbindungsstellen zeigen, an denen sich Spannungen verdichten und energetische Blockaden konzentriert sind (Nacken/Schulter, Zwerchfell, unterer Rücken, Leistengegend, Knie, Fußgelenke).
Die Betrachtung der einzelnen Teile des Körpers von den Füßen bis zum Gesicht bildet den wichtigsten Teil des Buches zusammen mit der Besprechung der Körperschemata von 7 Personen (dargestellt wie Schattenrisse).
Diese Diskussion enthält Vorschläge zur Deutung von Strukturen, die mir im allgemeinen gut nachvollziehbar erscheint.
Dabei nehmen die Autoren in den beiden letzten Beispielen auch sich selbst und ihre Körperhaltung unter die Lupe. Diese bemerkenswert unakademische Selbstoffenbarung finde ich sehr sympathisch.
Natürlich bleibt eine ganze Reihe von Fragen offen; so äußern die Verfasser sich nur sehr sporadisch zu den therapeutischen Konsequenzen, die aus den erkannten Körperstrukturen zu ziehen wären.
Möglicherweise war der spätere Schritt zur Entwicklung der Hakomi-Therapie durch R. Kurtz genau dieser Leerstelle geschuldet.
Im Schlusskapitel unternehmen die Autoren einen (wirklich sehr kursorischen) Streifzug durch verschiedene körperorientierte therapeutische Konzepte, der von heute aus betrachtet sicherlich stark ergänzungsbedürftig wäre.
Dieses schmale Bändchen behält seinen Wert in der, wie ich finde, undogmatischen Hinführung zu dem, was der Körper und seine Haltung mitteilen kann, wenn man, auf der Basis bestimmter Prinzipien, diese Botschaften unbefangen zu lesen bereit ist.