Zum Inhalt:
Masaru Emoto fotografiert Wasserkristalle, die beim Gefriervorgang entstehen. Er hat weltweit tausende Wasserproben gesammelt.
Seine Theorie: Man kann es angeblich dem Wasser anhand dieser Bilder ansehen, wie sauber es ist. Je besser die Qualität des Wassers, desto regelmäßiger ("schöner") sollen die entstehenden Kristalle sein. Nun kann man vielleicht noch nachvollziehen, dass Schadstoffe im Wasser den Kristallationsprozeß beeinflussen, aber - wie der Autor selbst zugibt - gleicht keines der fotografierten Kristalle dem Anderen (sogar aus ein und derselben Probe) und so zeigt das Foto, das er z.B. von Wasser aus Buenos Aires gemacht hat, viel schönere Kristalle als das Trinkwasser in Paris - es müßte also viel sauberer sein.
Fazit: die Methode ist sehr aufwändig und zut Wasseranalyse wohl nur sehr bedingt geeignet. Dazu stammen die meisten Prooben aus Japan von Orten, von denen die meisten deutschen Leser noch nie etwas gehört haben dürften.
Aber es geht noch weiter:
Im Zweiten Teil spielt Emoto dem Wasser Musik vor und fotografiert dann die entstehenden Kristalle. Nun weiß man ja, dass bestimmte Frequenzen physikalisch zu bestimmten regelmäßigen Schwingungsmustern führen könnne, jedoch beschallt der Autor das Wasser nicht bestimmten Resonanzfrequenzen, sondern spielt ihnen ganze Lieder vor.
Spätestens hier verläßt Emoto die Basis der Wissenschaft, denn in seinen Beschreibungen der Kristalle spricht er von Wasser, als sei es ein lebendiges Wesen: da "versucht Wasser verzweifelt, schöne Kristalle auszuformen", das Wasser "spürt die Verbundenheit zu den Menschen" und die Kristalle werden "herzförmig und zerbrechen" (vor Trauer), wenn sie "Heartbreak Hotel" von Elvis "hören".
Zuletzt gleitet das Ganze vollends ins Esoterische ab, wenn Emoto auf seine Wassergläschen geschriebene Worte Klebt und dem Wasser dann unterstellt, es könne die Botschaft "lesen" und würde darauf reagieren - und zwar unabhängig, ob die Worte wie "Liebe", "Harmonie", "Dankbarkeit", aber auch "Zwietracht" und "Hass" japanisch, englisch oder einer anderen Sprache geschrieben werden. Hier entsteht stark der Eindruck, dass aus einer ganzen Reihe von Bildern gezielt jeweils diejenigen ausgesucht wurden, die (angeblich) die geschriebenen Worte in der entstehenden Kristallstruktur widerspiegeln.
Was bleibt, ist ein Bilderbuch mit zugegebenermaßen teilweise recht hübschen Kristallen (dafür gibt es von mir - wie auch für die Idee, Wasserqualität mit Hilfe von Kristallformen untersuchen zu wollen - jeweils einen Stern). Allerdings wird man bei näherer Betrachtung auch hier enttäuscht: etwa 80% der Kristallbilder sind (wohl aufgrund der geringen Tiefenschärfe) ziemlich verwaschen und unscharf. Das Titelbild gehört schon zu den Besten der im Buch enthaltenen Fotos.
So bleibt insgesamt der Eindruck, dass letztlich billige Esoterik als Wissenschaft verkauft werden soll...