Gute Kriminalromane zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben mehr als Kriminalromane sind und beispielsweise soziologische oder psychologische Porträts der Welt zeichnen, in der sie spielen.
Svedelid - laut "Spiegel Extra" einer der populärsten zeitgenössischen Schriftsteller - gehört tatsächlich, nach diesem Roman zu urteilen, zu den stärksten schwedischen Krimiautoren.
Temporeicher und spannungsgeladener als Mankell, mit differenziert ausgearbeiteten Personen, überzeugender Psychologie und offenbar sehr gut recherchiert, überzeugt Svedelid trotz einiger kleinerer logischer Schwächen.
Diese Geschichte hat die amerikanische Mafia zum Mittelpunkt, aber die offenbar ungeheure Bildung des Autors verflicht massenhaft Psychologie, eine Charakteristik des zeitgenössischen Schweden sowie auch Blicke auf Amsterdam und Deutschland aus schwedischer Sicht in die Story, die teilweise wirklich erhellend, aber zumindest häufig überraschend sind.
Svedelid versteht aber auch die Klaviatur der Brutalitäten und Grausamkeiten überzeugend zu spielen.