Dies war mein erster Krimi aus der Serie und ich bin etwas gespalten in meinem Urteil. Die Charaktere sind in jedem Fall interessant und das Umfeld macht einen Großteil des Charmes dieses Buches aus (so ähnlich wie Batic und Leitmayr den Münchener Tatort mehr Flair einhauchen). Eventuell hätte es geholfen, die ersten beiden Fälle zu kennen, aber ohne dieses Vorwissen kam für mich dieser Flair nur bruchstückhaft an.
Die Story fängt vielversprechend an. Die Inspectora bekommt nach einem Fernsehauftritt Penise zugesandt. Sie und Garzon (ihr Kollege) versuchen nun herauszufinden wo sie herstammen, und ob es sich um Morde handelt (der Rest zu den Penisen fehlt, Leichen sind keine aufgetaucht). Die Suche, die zunächst wie eine Nadelsuche im Heuhaufen anmutet nimmt nach und nach Formen an und führt die beiden Helden sogar ins kalte Moskau (alle Klischees inklusive).
Allerdings wirkt das ganze ein bisschen konstruiert. Der Spannungsbogen erhält immer wieder empfindliche Dellen, so dass ich oft kurz davor stand das Buch wegzulegen, bevor mich dann die Neugier über den Ausgang wieder zurück holte. Gut möglich dass die Übersetzung einiges von dem Schreibstil der Autorin vernichtet, aber im deutschen hatte das Buch seine Längen.