In der Marathonszene ist Fred Longer ein unbeschriebenes Blatt. Nur eine Qualifikationszeit ist er bislang gelaufen, doch die reichte aus, um ihn für den großen Boston Marathon zu qualifizieren. Und dort will er Geschichte schreiben, denn was niemand ahnt: Freds Freund Christopher Johnson hat eine Doping-Substanz entwickelt, die ungeahnte Kräfte freisetzt und sich während des Laufes von selbst abbaut. Nach Erreichen der Ziellinie ist Fred demnach kein Doping mehr nachzuweisen! Die Substanz hat nur einen Nachteil: Fred fühlt sich unbesiegbar und verausgabt sich schon zu Beginn des Rennens, doch dadurch baut sich die Substanz schneller ab und es steht zu befürchten, dass sie nicht mehr bis zur Ziellinie reicht.
Aber das soll nicht das einzige Problem bleiben, denn Christophers ehemalige Arbeitgeber - die NSA - sind hinter dem Dopingmittel her. Die Einsatzleiterin Rachel Parker lauert ihrem ehemaligen Kollegen auf, doch dann passiert etwas, das Rachel schier zur Verzweiflung bringt. Und plötzlich sieht sie nur eine Lösung: Sie muss an Freds Blut gelangen, noch bevor er das Ziel erreicht! Damit beginnt eine spannende und packende Jagd auf den Marathonläufer, der zunächst nichts von der drohenden Gefahr ahnt...
Von Beginn an schlägt Frank Lauenroth - genau wie sein Protagonist - ein hohes Tempo an. Wir erfahren schnell, auf welche Weise Fred Longer (der natürlich unter einem Decknamen unterwegs ist) den Boston Marathon gewinnen will. Lange dauert es nicht, bis die NSA ins Spiel kommt und Jagd auf Christopher und Fred macht. Die Angriffe auf Fred werden immer ausgefeilter, je näher er der Ziellinie kommt. So verausgabt sich Fred immer mehr, wodurch sich die Substanz baut immer schneller abbaut. Und der Leser muss einfach wissen, ob der gedopte Läufer tatsächlich als erster die Ziellinie erreicht!
Der Spannungsbogen ist perfekt inszeniert, denn die Geschichte wird immer auswegloser und dadurch auch immer packender. Mit dem Auftauchen der NSA eröffnet Frank Lauenroth einen weiteren Handlungsstrang und erhält dadurch die Möglichkeit, zwischen den beiden Geschichten hin und herzuspringen und den Leser noch mehr ans Buch zu fesseln!
Am Ende hat Frank Lauenroth noch einen Paukenschlag vorbereitet, der dem Leser ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert und vollkommen zufrieden zurücklässt. Unter dem Strich ist "Boston Run" ein rundum gelungener Thriller, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt - und was will man mehr von einem Spannungsroman?