Der Justiz-Irrsinn geht in die zweite Runde. Eine weitere Staffel lang dürfen Rechtsverdreher James Spader und William Shatner im Gerichtssaal für Wirbel sorgen - und für zahlreiche Lacher bei den Zuschauern.
Die Fälle obskurer, der Humor bissiger, Charaktere mit wesentlich mehr Profil und mehr der berühmt-berüchtigten Balkon-Abschlusskonversationen zwischen Denny Crane und Alan Shore - so könnte man die zweite Staffel des Practice-Spin-offs Boston Legal mit wenigen Worten beschreiben. Einmal mehr wird das amerikanische Rechtssystem auf Biegen und Brechen strapaziert, manchmal geht es auch ein wenig gesellschaftskritisch zur Sache, ohne jedoch trocken zu werden.
Das größte Plus der zweiten Staffel sind allerdings die Nebencharaktere. Neben der mittlerweile gewohnt wunderbaren Shirley Schmidt (Candice Bergen) bereichern vor allem Catherine Piper (herrlich bösartig gespielt von Betty White) und Neuling Denise Bauer das Team von Crane, Pool und Schmidt und die Handlung um einige amüsante Seitenstränge. Auch an Gaststars wird in dieser Staffel nicht gespart - Michael J. Fox und Tom Selleck sind prominente Beispiele.
Die zweite Staffel von Boston Legal reizt den unterhaltsamen Ansatz der ersten weiter aus. Manchmal zynisch, manchmal provokant oder gesellschaftskritisch spinnt Regisseur David E. Kelly die Geschichte rund um Crane, Pool und Schmidt weiter, wobei es ihm erneut gelungen ist, Komik und Drama widerspruchslos zu einen. Trotzdem rate ich Interessierten, auf den Release der Box in deutschsprachigen Gefilden zu warten, da, so gut die vorliegende Staffel auch ist, der hohe Import-Preis dadurch nicht gerechtfertigt wird. Abgesehen davon fehlt die deutsche Tonspur. In jedem Fall macht Staffel zwei Lust auf mehr - fünf Sterne dafür.