Der Bahama Soul Club um Mastermind Oliver Belz (u.a. auch JuJu Orchestra) ist ein fröhlicher Haufen gestandener Musiker aus aller Welt, die ganz tief dem Spirit von Jazz, Funk, Afro und Bossa Nova verfallen sind. Und mit seinen bisher zwei Platten "Rhythm Is What Makes Jazz Jazz" und "Bossa Nova Just Smells Funky" hat er gleich aus dem Stand zwei echte Meisterwerke dieses Crossover-Genres abgeliefert.
Doch hier geht es nun um die Remixe der zweiten Scheibe:
Gleich der Auftakt "Afro Shigida" im "Suonho Spirit Of 70s Remix" ist ein echter Funky-Beat-Stomper mit einer groovenen Rhythmusgitarre, swingenden Bläsern und einem wunderbaren, jazzigen Rhodes-Piano.
Es folgt "Bossa Bop" im "Valique Hop Bop Remix", ein softer angehiphopter Mix, der ein wenig an den Acid Jazz der 90er erinnert.
"Experience In Jazz" im "Club des Belugas Remix" verringert die Beatzahl noch mehr, fast schon ins "Wienerische". Erinnert übrigens völlig an Grace Jones, was natürlich in erster Linie an der, den Song prägenden Sängerin Bella Wagner liegt.
"Tangossa" im "Acusmatic Group Goldfingermix" ist ein von den Percussions dominiertes, abgehangenes Stück Musik mit einem Hauch Tangoflair, das auch wunderbar auf eine dieser Strand-Lounge-Compilations passen würde.
"Serious Soul" im "Valique Remix" ist ein Reggae-Funk-Dub mit 70er-Disco-Geigen, der gut nach vorne geht.
"Junkie" im "Quincy Jointz Remix" hat einen HipHop-meets-House-Beat, der mir ein wenig zu zurückhaltend, gebremst daherkommt, so dass am Ende nur der coole, soulige Gesang von Sitzka und die immer wieder einsetzenden Bläser mit einem Hauch Nervpotential in Erinnerung bleiben. Da gefällt mir der später noch kommende "Tape Five Remix" besser, weil er die Rhythmusgruppe charmanter und einfach schöner nutzt.
"King's Wig" im "Renegade Of Jazz Remix" ist ein waschechter NuJazz-Mix der zum Mitwippen einlädt.
So, und jetzt sind wir in der Mitte dieser Platte angelangt, und nun folgen quasi dieselben Songs noch einmal, nur in anderen Remixen.
Und das ist leider echt ein Problem. Da beim Bahama Soul Club sowohl die Sänger als auch die instrumentalen Solisten so prägnant sind, wird es irgendwie etwas langweilig. Das ist natürlich schade und ein wenig ungerecht für die anderen Remixer, die sich ja auch alle gekonnt ans Werk gemacht haben. Aber das ist halt ein typisches Problem von Remix-Scheiben: sie sind meist keine Platten zum Durchhören. Auch wenn der Style insgesamt stimmt.
Von daher sage ich mal: diese Remix-CD ist definitiv als insgesamt durchaus gelungene Ergänzung (mit einigen Highlights) zu verstehen. Aber zuerst sollte man zu den beiden konzeptionell durchdachten Artist-Alben des Bahama Soul Clubs greifen, bevor man sich an diese hier macht.
Aber nicht falsch verstehen: Die Remixe tendieren zwischen "Hurra" und "Kann-man-machen" und verraten zu keiner Zeit den Spirit des Bahama Soul Clubs (s.o.).