Wie aus dem Nichts erregte Ende letzten Jahres der durch die RBA bekanntgewordene "Zuhälterrapper" Kollegah die Aufmerksamkeit der Deutschrap-Fans.
Mit überwitzigen Lines, einem Hochgeschwindigkeitsrap, wie ich ihn noch nie zuvor gehört hatte und mit unglaublichen Reimketten, versetzte mich dieser Junge man in Staunen, sowas habe ich noch nicht gehört, und aus Deutschland sowieso nicht.
Auch bei seinem zweiten Release "Boss der Bosse" gibt es wieder mächtig Lines auf die Ohren. "Dein Rap ist wie Blindenschrift - nur Behinderte fühlen ihn", "Du holst deine Verwandschaft, weil man dir sagt, du bist mitNichten der Boss" sind nur zwei der unzähligen Punchlines ... man endeckt selbst nach mehrmaligem Hören immer wieder neue, was dieses Album langlebig macht.
Auf 17 Tracks gibt es neben den klassichen Punchline Songs, von denen "Showtime Again", "Boss der Bosse" und "Ich geb kein Fick" klar meine Favoriten sind, diesmal auch zwei außergewöhnliche Songs von Kollegah, die seine andere Seiten zeigen: "Rauch" und v.a. "Sommer" gewähren einen tiefen Einblick in seine Persönlichkeit, eine solche Offenheit hätte ihm wohl kaum jemand zugetraut: Beide Songs sind Highlights der CD, auch Slick One hat einen sehr guten Feature-Part auf "Rauch".
Ingesamt muss man sagen: Hier hört man den nächsten Deutschrap-Star, da gibt es für mich keinen Zweifel. Solche Reime, solche Lines und eine solche Geschwindigkeit wie bei "Was kuckst du" - da kann man als Rapfan nur begeisert sein. Ich habe sowas noch nicht gehört, einfach nur großartig.
Wenn man dazu mit einem Rizbo noch einen solch hochwertigen Produzenten in der Hinterhand hat, der sich im Übrigen auch auf internationaler Ebene keineswegs zu verstecken braucht, dann kann nichts mehr schiefgehen.
Danke Selfmade Records für diesen Mann, da wird noch einiges passieren, mit Sicherheit. Kaufen!