auf dem buchrücken wird geworben mit "die autorin geht ganz dicht an das heran, was sie beschreiben will, und ihre beste waffe ist die anekdote".
insofern bin ich enttäuscht, dass das buch zu einem gut teil aus - wenn auch erstaunlich profunden, soweit ich das meine beurteilen zu können - analysen von ökonomie, gesellschaft, staatlicher organisation und dergleichen besteht. eine hervorragende ergänzung, aber eben nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.
davon abgesehen ist dieses buch natürlich auch ein wunderbares zeit-dokument a) über das beschriebene land und seine menschen, aber eben auch b) über die mitteleuropäische perspektive jener zeit (erschienen 1965). was durchaus beides einen blick wert ist, wenn man sich für gesellschaften interessiert: so kann dieses buch z.b. auch zu einem vergleich zur HEUTIGEN (naheliegenderweise immernoch europa-zentrierte) perspektive auf die aussen-welt(en) anregen ..
die anekdoten, letztendlich, sind durchaus amüsant, interessant, lebensnah und staunenswert - schließlich wäre es auch heute noch eine besonderheit, allein mehrere monate im eigenen wagen durch die türkei zu reisen.
ihre sachliche perspektive auf dinge und menschen ist nicht immer nach meinem geschmack - aber frau von roten ist ja auch juristin, und von daher sehe ich ihr das nach ;-)